Das rechte Wort zur rechten Zeit

Es ist einem Mann eine Freude, wenn er richtig antwortet, und wie wohl tut ein Wort zur rechten Zeit. Sprüche 15, 23.

Das deutsche Alphabet hat 26 Buchstaben und unser gesamtes Wissen können wir damit zum Ausdruck bringen. Jeder kann zwar Worte machen, aber nur wenige haben wirklich etwas zu sagen. Schöne Worte hört jeder gern; jeder weiß aber auch, dass sich hinter schönen Worten oft böse Absichten verbergen können.

Bei den alten Griechen galt die Kunst der Rede als vorbereitendes Studium zu anderen Studienfächern. So wurde auf ihren hohen Schulen auch die Kunst der Beredsamkeit studiert. Das Ziel bestand darin, den Schüler zu befähigen, seine Zuhörer von seinen Aussagen zu überzeugen oder sie willig zu machen, zu kaufen, was ihnen vermittelt wurde.

Worte allein sind es nicht, die Vertrauen wecken und Herzen öffnen. Wir kommunizieren nicht nur verbal, sondern auch mit unserem Auftreten, den Gesten oder der Mimik; selbst der Tonfall spielt eine Rolle; er unterstreicht Worte oder gibt ihnen Nachdruck oder verharmlost sie. In der Summe kann gesagt werden: Nicht allein was wir sagen zählt, sondern wie wir es sagen.

So können wir dem guten Evangelium den zarten Klang der Liebe Gottes durch harte Worte rauben. Mit der Wahrheit können wir Menschen aufbauen oder verletzen. Der Ton macht die Musik. Wenn wir zornig sind oder Ärger und Ablehnung eine Rolle spielen, denken wir selten an die Wirkung unserer Worte. So sind in der Ehe, bei Kindern, bei Freunden oder Nachbarn Türen zugeschlagen worden, die sich selten wieder öffnen lassen. Die Bibel sagt: Sei schnell im Hören aber langsam mit Worten. Denkpausen sind immer gut angebracht. So kann sich der Adrenalinpegel wieder normalisieren und alles, was wir zu sagen haben, klingt viel lieblicher. Jesus war ein Meister der Worte. Seine Worte waren die Sprache des Volkes, einfach, glaubwürdig, bildhaft und nachvollziehbar. Er verstand es, mit wenigen Worten viel zu sagen und was er sagte, entwaffnete die Spötter, tröstete die Traurigen, strafte die Heuchler oder schenkte den Verzagten Hoffnung.

Unser Text sagt: Es ist einem Mann eine Freude, wenn er richtig antwortet, und wie wohl tut ein Wort zur rechten Zeit.

Heute las ich ein Wort über unseren Redekonsum: „Vermutlich spricht ein erwachsener Mensch ca. 16.000 Worte pro Tag. Was ist wohl der Inhalt solch vieler Worte? Worte haben eine gewisse Macht. Jesus sprach Worte der Gnade: Und sie gaben alle Zeugnis von ihm und wunderten sich, dass solche Worte der Gnade aus seinem Munde kamen und sprachen: Ist das nicht Josefs Sohn? Luk.4,22.

Die Menschen waren zutiefst berührt von den Worten Christi. Durch seine Rede empfingen sie Gnade. Welch eine gewaltige Vorstellung, dass das gesprochene Wort Gnade ist! Wie gnädig sind unsere 16.000 Worte am Tag? Wir Menschen müssen wieder Gnädiges hören. Einer Umfrage zufolge fühlt der Mensch sich am wohlsten, wenn er folgende drei Dinge hört: „Ich habe dich lieb! Vergib mir bitte! Du bist eingeladen!“ So lasst uns, weil wir Gnade zum Leben empfangen haben, auch gnädig zueinander sein und heilende Worte miteinander reden. Sage nicht alles, was du denkst; überdenke aber alles, was du sagst. Warte auf den richtigen Zeitpunkt. Eine gute Nachricht in Eile findet selten offene Ohren. Zum Hören braucht es ebenfalls Zeit und die rechte innere Einstellung. Lass es bei allem, was du sagst, nie an der Liebe fehlen. Selbst harte Worte in Liebe gesprochen klingen lieblich und öffnen Herz und Ohren.

3 Antworten auf „Das rechte Wort zur rechten Zeit“

  1. Lieber Erhardt,

    Die Worte aus Sprüche 15,23 geben mir heute Zeit zum Nachdenken, Nachspüren, was es mit mir macht: „Es ist einem Mann eine Freude, wenn er richtig antwortet, und wie wohl tut ein Wort zur rechten Zeit.“

    So möchte ich meine Gedanken dazu schreiben:

    „Es ist einem Mann eine Freude, wenn er richtig antwortet…“. Da ich nicht die vorausgehenden und auch nachfolgenden Sätze „der Sprüche“ kenne, nehme ich die aufgeführten der heutigen Adlerbotschaft. Ja ich kann auch sagen, dass es eine Freude ist richtig zu antworten. Gleichzeitig gilt es auch das Wort „richtig“ zu beleuchten. „Richtig“ ist für jeden Menschen stets subjektiv und entsteht aus dem Ego des Menschen, da es ja nur für denjenigen stimmig ist, der dies ausspricht. Für mein Gegenüber muss es nicht unbedingt richtig sein. Für andere wiederum schon. Wenn unsere Antworten aus dem Inneren kommen, aus unserer Seele aus der bewussten tiefen Verbundenheit, dann sind sie ausgesprochen unter der Führung von unserem Christuslicht .

    „…und wie wohl tut ein Wort zur rechten Zeit“. Es heißt in der Bibel am Anfang war das „Wort“, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. So bedeutet dies doch, dass wenn Gott zur richtigen , zu der Zeit wo der Mensch ihn braucht oder an ihn denkt, ihn spürt, fühlt, – ja dann ist Gott bei ihm.

    Zusammenfassend bedeutet dies für mich, dass es für einen spürenden, mit sich und seinem inneren Licht verbundenen Menschen stets eine Freude ist, wenn er Gott wahrhaftig in seinem Leben integriert, danach handelt, lebt und sich zeigt.

    Oftmals erlebe ich jedoch Menschen, die rastlos sind, und ohne die innere Verbindung leben. Ich erlebe dies bei mir auch hin- und wieder. Ich halte dann inne, gehe in die Meditation und frage den Schöpfer, ob ich mich richtig verhalten habe, was ich tun kann und was mein Weg und meine Ausrichtung sein soll.

    Wenn ich in diesem Zusammenhang das Wort „Gnade“ benutze, dann ist es für mich eine Gnade, dass ich dies empfangen darf. Dieses Empfangen geschieht nicht täglich, auch wenn ich täglich bete und darum bitte. Es braucht die Konzentration auf das Licht, die Zeit, die Ruhe und den Raum den wir Gott bewusst einräumen. Ich glaube, dass im Sinne Gottes, jeder Mensch für sein Handeln selbst Verantwortung übernehmen soll, darf und auch muss, um so in seine eigene Kraft zu kommen um dann die Verbundenheit zu spüren. So ist es ein Gnade dieses Geschenk der Verantwortung zu übernehmen. Meist erkennen wir Menschen dies oftmals zu spät, verstehen dann auch den Zusammenhang nicht, weil wir einfach zu stark mit dem Aussen beschäftigt sind.

    Diese Gnade , die ich dann empfange, kann ich dann nicht in Worten beschreiben sondern nur erfahren, durch die „innere Berührung“ wie ich es für mich nennen kann.

    1. Danke für deinen Kommentar, lieber Uli.
      Den Kontext des vorangestellten Verses aus den Sprüchen kannst du lesen, wenn du auf den blauen Link der Quellenangabe (Sprüche, 15,23) klickst.
      Ich wünsche dir noch viele „innere Berührungen“ von unserem Schöpfer.

      1. Schön Erhardt, dass es klappt mit den Kommentaren.
        Auch für Dich alles Gute und göttliche Begegnungen.

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