Nicht jeder Stern zeigt den Weg

Als sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. Matthäus 2, 10-11

Wer kennt ihn nicht, den riesigen Schriftzug aus Lettern so hoch wie ein 5-stöckiges Haus – das Wahrzeichen der Film-Metropole HOLLYWOOD? Mitten durch Hollywood führt ein berühmter Gehweg, der „Walk of Fame“. Alle paar Meter sind dort Messing-Sterne mit Namensgravuren eingelassen. Es heißt: „Wer hier eingetragen ist, wird damit unsterblich gemacht!“ Es ist die Ruhmesmeile der Berühmtheiten, der Gehweg der ganz Großen. Über 2500 Stars aus dem Showgeschäft sind hier verewigt: Marlene Dietrich, Walt Disney, Arnold Schwarzenegger, Britney Spears, Tom Hanks, Robbie Williams u.v.a.

Schaue ich genau hin, entdecke ich Tausende, die täglich diese Straße benutzen und über diese „Sterne“ hinwegtrampeln, ohne sich etwas dabei zu denken. Ist das Plan oder Zufall? Eines steht fest, menschlicher Glanz und Ruhm vergehen. Harald Juhnke, der ebenfalls zu den Großen im Showgeschäft gehörte, sagte im Rückblick auf sein Leben: „Gelebt habe ich nie, ich war nur die Leinwand, projiziert haben die anderen.“ Wenn der Vorhang fällt, bleiben die „Sterne“ oft vereinsamt dahinter stehen. Das Volk will Belustigung, aber wehe, wenn ihre Unterhalter nichts mehr zu bieten haben…

Nicht weit von Jerusalem befindet sich ein kleiner Park, Oilywood (aramäisch = Gethsemane) genannt. Auch gibt es dort eine berühmte Straße: Die Via Dolorosa, die Straße der Schmerzen, der Weg der Erniedrigung. Dort findet man statt blinkender Messing-Sterne längst verblichene Blutspritzer auf rauem Pflaster. Hier peitschte man den ehemaligen Publikumsliebling zu seiner Hinrichtung. Der heidnische Seher Bileam hatte ihn Jahrhunderte zuvor als aufgehenden Stern vorausgesehen. Aber der war jäh gesunken und allen schien das schnuppe zu sein. Er ließ sich diese schmachvolle Straße entlangprügeln, damit wir zu Sternen werden können, deren Glanz nie vergehen wird.

Der Stern von Bethlehem führte die Astrologen direkt an den Ort, wo der wahre Stern für alle Menschen aufgegangen war und sie schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. Sicher wird es uns nicht anders ergehen. Wer Jesus zu sehen beginnt, dem ist das Beste nicht gut genug, es ihm zu Füßen zu legen. Gott sagt durch seinen Propheten: Und die da lehren, werden leuchten wie des Himmels Glanz, und die viele zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich. Daniel 12, 2-3.

Ein Missionar kehrte nach vielen Jahren harter Arbeit in die Staaten zurück. Auf dem gleichen Schiff befand sich auch der amerikanische Präsident Roosevelt. Bei der Ankunft wurde dieser mit Jubel empfangen, während auf den Missionar niemand wartete. Eine tiefe Traurigkeit erfüllte sein Herz. Auch er hätte gerne einen würdigen Empfang gehabt, schließlich hatte er sein Leben für andere gelebt. Mit dem Gefühl von Enttäuschung und innerem Schmerz brachte er seine Not vor Gott und beklagte sich. Nach einer Weile kam er aus seinem Kämmerlein zurück und strahlte über das ganze Gesicht. Seine Frau war erstaunt und fragte nach dem Grund. Freudig antwortete er: „Der Herr sagte zu mir: ‚Mein Kind, beschwere dich nicht, du bist noch nicht am Ziel deiner Reise angekommen. Warte ab, wie dein Empfang sein wird’.“