Das Erkennungszeichen

Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einem Futtertrog liegen. Lukas 2, 12

Erkennungszeichen für bessere oder anspruchsvolle Waren tragen unverwechselbare Markenzeichen. Als ich in der Türkei war, konnte ich in den Bazaren Artikel mit begehrten Namen für wenig Geld kaufen. So erwarb ich mir eine günstige Uhr. Jetzt war auch ich im Besitz einer Rolex, bis mein Freund mich darauf aufmerksam machte, dass es sich um eine Fälschung handelte. Eine Woche später war ich überzeugt, dass er Recht hatte. Meine günstig erworbene „Rolex“ hatte ihren Geist aufgegeben und ich konnte sie dem Müll übergeben.

Über Generationen warteten die Juden auf den König Israels, den Gesalbten. Der Tag der Erfüllung war gekommen und die Engel gaben den Hirten auf dem Felde ein Erkennungszeichen. Das „Markenzeichen“ des großen Königs wird sein: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einem Futtertrog liegen. Nach menschlichen Vorstellungen hätte Gott seine Absichten mit Pauken und Trompeten am Hof des Königs ankündigen müssen. Nebukadnezar hatte gezeigt, wie man das macht. Er ließ sich zu seiner Ehre ein Monument errichten und gab den Befehl, dass alles Volk sich davor zu neigen hätte, sobald das Zeichen dazu ertönte. Dan. 3, 1-15.

In Nordkorea ist es bis heute so. Nach dem Tode Kim Il Sungs im Juli 1994, übernahm sein Sohn Kim Jong Il die Nachfolge. Schon 1997 führte er zu seiner Ehre einen neuen Kalender ein. Er beginnt mit dem Geburtsjahr Kim Il Sungs. So lässt er ihn wie einen Gott verehren.

Der Name Jesus ist der Name, der über allen Namen steht und vor dem sich einmal alle Knie beugen werden und bekennen müssen, dass Er der Höchste ist. Jesus aber kam in einem Viehstall zur Welt, neben Schafen und Rindern. Die Luft stank nach Urin und Kuhmist und Stroh lag am Boden. Statt einer Hebamme und steriler Behandlung wurde er nach seiner Geburt in einen ausgedienten Futtertrog gelegt. Das Erkennungszeichen war: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einem Futtertrog liegen. Welch ein Zeichen. Das ist nicht die Sprache von Glanz, Ruhm und Macht, sondern von Demut, Erniedrigung und Liebe zu den kleinen Leuten in dieser Welt. Darum gingen die Engel zu den Hirten auf dem Felde. Diese sollten die beste Botschaft der Welt zuerst vernehmen.

Diese Sprache ist die Sprache Gottes zu allen Zeiten geblieben. Gott hat damit ein Zeichen gesetzt für alle, die im Geist besonders in diesen Tagen nach Bethlehem gehen, um den König zu sehen. Wer sich demütigen kann, leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Versöhnung und gegenseitiger Hochachtung. Jesus stellte sich von Anbeginn seiner Wirksamkeit uneingeschränkt auf die Seite derer, die nichts aus sich machten. Sein Weg führte ihn nach Samaria zu einer Hure. Dieser armen Frau offenbarte er sich als der König Israels und wertete ihr Leben auf. Joh. 4, 25-26. Sein Weg führte ihn zu einer Ehebrecherin, die gesteinigt werden sollte. Er vergab ihr alle Sünden und rettete ihr das Leben. Joh. 8, 7. Sein Weg führte ihn zu einem Mann, der von der Gesellschaft ausgestoßen war und in den Grabhöhlen hauste. Ihn befreite er aus der Gewalt des Teufels und schenkte ihm ein neues Leben. Luk. 8, 35.

Und unser Erkennungszeichen? Jesus sagt: Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe untereinander habt . Joh. 13, 35.