Der Augenblick

Und der Teufel führte Jesus hinauf auf einen hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der ganzen Welt in einem Augenblick und sprach zu ihm: Alle diese Macht will ich dir geben und ihre Herrlichkeit. Lukas 4, 5-6

Bevor Jesus seine Wirksamkeit begann, hatte er eine Begegnung mit dem Teufel. Der Teufel wusste, was auf ihn zukam, denn Jesus war gekommen, um ihn zu entmachten und endgültig zu besiegen. Das wollte er unbedingt verhindern. Er stellt Jesus Fallen in der Hoffnung, Macht über Ihn zu bekommen. Jesus ging als Sieger hervor und war nach der Versuchung stärker denn je zuvor.

Jetzt konnte der Kampf beginnen und auf Golgatha fand er seinen Höhepunkt. Dort konnte Jesus seinen Siegesruf in das Totenreich hineinrufen und sagen: Es ist vollbracht!

In unserem Text zeigt der Teufel Jesus alle Reiche der Welt, ihre Schönheit und Reichtümer in einem Augenblick. Ein Augenblick ist nicht mehr wie der Bruchteil einer Sekunde. Hier wird nicht nur die Strategie des Bösen offenbar, sondern auch seine unglaubliche Armut. Ich kann mir vorstellen, dass es einen Dialog zwischen Jesus und dem Teufel gab.

Nachdem er Jesus alle seine Schätze gezeigt hatte, wird Jesus gesagt haben: Du zeigst mir deinen ganzen Reichtum im Bruchteil einer Sekunde. Ist das alles? Wie wenig besitzt du, wenn du dazu nur einen Augenblick benötigst!

Hier wird uns eine wichtige Erkenntnis zuteil. Der Teufel ist nicht nur ein Lügner und Betrüger, er ist auch bettelarm. Er belügt seine Opfer und raubt sie aus, damit sie ebenso arm werden wie er.

Die Geschichte vom verlorenen Sohn gibt uns dafür ein trauriges Beispiel. Nachdem er seinen Vater verlassen hatte, verlor er auch seinen Bruder und in kürzester Zeit auch sein ganzes Vermögen, dazu seine Ehre und Menschenwürde.

Wie arm musste er sich gefühlt haben, als er am Schweinetrog lag und mit Neid zu den Schweinen emporschaute, weil diese es besser hatten als er. Sein ganzer Reichtum war in einem Augenblick wie eine Seifenblase geplatzt. Kurz waren die Freundschaften, die er sich mit viel Geld erkauft hatte. Kurz war der Freudengesang an den Stätten der Vergnügungen.

Wie ganz anders verläuft ein Leben, wenn wir unsere Hoffnung auf Gott gesetzt haben. Dann leben wir nicht von Lebensfreuden, die nur einige Augenblicke andauern um dann zu verlöschen wie ein abgebranntes Feuerwerk.

Alles, was Gott uns zu bieten hat, hat Ewigkeitswert und ist in seiner Qualität nicht zu überbieten. So spricht Jesus von einer vollkommenen Freude, die nie enden wird. Er spricht von einem Frieden, der höher ist, als alle Vernunft. Er spricht von Strömen des Segens, die von uns ausgehen und der Nachwelt Spuren hinterlassen. Er spricht von einem Leben in der Herrlichkeit Gottes, welches kein Ende haben wird.

Der Teufel dagegen beschränkt sein versprochenes Glück nur auf die kurze Zeitspanne unseres Lebens auf Erden. Aber was ist ein Menschenleben im Verhältnis zur Ewigkeit? Ist es dagegen nicht nur ein Dampf, der eine kurze Zeit bleibt um dann wieder zu vergehen? Jak. 4, 14. (Siehe Andacht vom 19. 06.)