Mit Jesus sein

Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut. Lukas 11, 23.

Jesus befand sich mit seinen Gegnern in einer heftigen Auseinandersetzung. Als Er böse Geister austrieb, unterstellten sie Ihm, dass Er das aus der Gewalt des Teufels getan hat. Dem Teufel trauten sie offenbar mehr zu als Ihm. Jesus widerlegt ihre Argumente und sagt, dass der Teufel keine Teufel austreiben wird; sein Reich ist in sich einig. Weil das so ist, hat Jesus sich hier als stärker erwiesen. Er allein hat Macht über alle bösen Mächte und befreit Menschen, die in Gefangenschaft sind. Das haben sie gerade erlebt; der Besessene wurde frei. – Darauf macht Jesus den Ausspruch: Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.

Was will Jesus damit sagen? Scharen von Zuhörern waren ständig mit Ihm unterwegs und umjubelten ihn. Sie zählten sich zu seinen Fans. Selten konnte Er allein sein. Immer war jemand da, der Hilfe suchte, sich um Ihn lagerte und den ersten Platz wollte.

Jesus nimmt hier eine Sichtung vor. Seid ihr nur für mich, dann vergesst eure Mühe. Ihr wollt nur von Sensationen leben und euch begeistern lassen. Ihr wollt das Abenteuer, die Abwechslung. Wenn ihr mich einmal nicht einordnen könnt, wie hier bei der Befreiung dieses Besessenen, dann kippt eure Begeisterung um und ich stehe bei euch mit Satan auf einer Stufe. Ich will keine Fans, ich will Nachfolger. Ihr müsst mit mir sein, dann geht ihr mit mir, auch wenn ihr nicht alles gleich verstehen und einordnen könnt; trotzdem haltet ihr zu mir. Ihr lauft nicht gleich davon, wenn es euch einen Preis abverlangt zu mir zu gehören. Ihr werdet mir sogar in Trübsal die Treue halten.

Ich möchte diesen Ausspruch auf den Sport anwenden. Ich kann für eine Fußballmannschaft sein, dabei kenne ich alle Spieler und habe sogar Autogramme von ihnen. Ich kenne ihr Techniken und Spielerfolge und schmücke mich mit ihren Symbolen und kann mitreden, wenn es um Fußball geht. Aber was kostet mich der Spaß und welchen Nutzen habe ich wirklich davon? Stehe ich mit ihnen früh auf zum Training? Stecke ich mit ihnen Lob und Tadel ein? Schwitze ich und leide mit ihnen, wenn ein Spiel verlorengeht? Bin ich an ihrem finanziellen Gewinn beteiligt? – Wohl kaum. Ich bin schließlich kein Teammitglied. Ich plädiere nur für diese Mannschaft und bin begeistert, aber nur solange, wie sie mich nicht enttäuscht und gut spielt.

Jesus will keine Fans, er will Nachfolger, die mit Ihm gehen; die mit Ihm die Schmach tragen, aber auch mit Ihm siegen. Die mit Ihm in Freud und Leid zusammenstehen. Jesus stellt hier seinen Zuhörern die Frage nach der Qualität ihrer Freundschaft. Johannes berichtet, dass Jesus von vielen umgeben war und er sich ihnen trotzdem nicht anvertraute. Joh. 2, 23-25.

Wenn Jesus sich einem Menschen anvertraut, dann gibt es keine Geheimnisse mehr. Wahre Freunde teilen auch das Letzte. Eine solche Freundschaft wird gefestigt und gleicht einem Bollwerk gegen alle Versuche, sie zu zerstören.

Jesus hat den Wunsch, sich uns uneingeschränkt anzuvertrauen; Er möchte Seine tiefsten Geheimnisse mit uns teilen und dafür sorgen, dass wir mit Ihm in der Herrlichkeit für immer zusammen sein können. Dann allerdings dürfen wir keine Mitläufer sein, sondern wahre Nachfolger.