Zeit richtig nutzen

Kaufet die Zeit aus; denn es ist böse Zeit. Epheser 5, 16

Eine der kostbarsten Gaben, die Gott uns täglich zur Verfügung stellt, ist die Zeit.  Gott hat jedem ein gewisses Maß an Zeit geschenkt. Jeder Tag hat 24 Stunden und jeden Tag gibt es nur einmal. Zeit, die wir ungenutzt lassen, haben wir achtlos zum Fenster hinausgeworfen. Sie kommt niemals mehr zurück. Wer nicht weiß, warum er auf dieser Welt ist, woher er gekommen ist und wohin die Reise geht, der wird mit Sicherheit mit seiner kostbaren Zeit anders umgehen als einer, der sein Ziel darin sieht, die Ewigkeit in Gemeinschaft mit Gott zu verbringen.

Für Gott genutzte Zeit ist immer eine Investition in die Ewigkeit. Wir werden unsere Taten wiederfinden, die wir für Gott getan haben und diese werden für immer unser Lohn sein.  Als ich noch im Berufsleben stand, begann meine Arbeitszeit pünktlich um 7 Uhr. Am Eingang der Firma befand sich eine Stechuhr, daneben hatte jeder Mitarbeiter seine Stechkarte. Diese wurde gestempelt als Nachweis, ob und wann wer gekommen war. Am Wochenende wurden alle Versäumnisse unerbittlich aufgezeigt und der Lohn entsprechend gezahlt.

Das liegt viele Jahre zurück. Nach dem Studium trat ich in den geistlichen Dienst. Eine Gemeinde hatte mich gerufen, ihr Pastor zu sein. Hier gab es weder eine Stechuhr noch wurden Versäumnisse irgendwo in der Gehaltszahlung sichtbar. Niemand war da, der mir gesagt hätte, wann ich aufstehen müsse oder wann ich mit der Arbeit zu beginnen hätte. Eigentlich eine tolle Sache! – Niemand kontrollierte mich. – Man vertraute mir bedingungslos. Die Gemeinde ernährte mich, ob ich fleißig war oder nicht.

Ich bin tief beeindruckt wie Paulus seine Zeit in Ephesus verbrachte. Er gab den Ältesten einen Rechenschaftsbericht und sagte: Darum seid wachsam und denket daran, dass ich nicht abgelassen habe drei Jahre, Tag und Nacht, einen jeglichen mit Tränen zu vermahnen. Ich  habe von niemand unter euch  Silber oder Gold oder Kleidung begehrt. Denn ihr wisset selber, dass mir die Hände zum Unterhalt gedient haben für mich und die, die mit mir gewesen sind. Ich habe euch in allen Stücken gezeigt, dass man so arbeiten und sich der Schwachen annehmen müsse und gedenken an das Wort des Herrn Jesus, da er gesagt hat: Geben ist seliger als nehmen. Apg. 20, 31-35

Wer seine Zeit nicht richtig nutzt, muß damit rechnen, dass ihn die Armut überfällt wie ein Räuber und der Mangel wie ein gewappneter Mann. Spr. 6, 11. Die Gemeinde wird es bald merken, ob wir in unseren Dienst hineininvestiert haben oder nicht, ob wir bei der Predigt aus dem Vollen schöpfen oder die „Suppe“ mit Wasser verdünnt haben.

Niemand hat das Recht, auf Kosten anderer ein gutes Leben zu führen. Wer nicht immer wieder frisches Öl nachfüllt, muss in Kauf nehmen, dass seine Lampe verlöschen wird. Matth. 25, 1-13. Dann wird eine Predigt mehr Rauch und Gestank sein, als helles und heilendes Licht für Mühselige und Beladene.

Wer seine Axt nicht immer wieder neu schärft, muss hinnehmen, dass kein Baum mehr gefällt wird. Pred. 10, 10