Absonderung ist nötig

Motiviert euch gegenseitig zur Liebe und guten Werken. Wer sich absondert, begibt sich in Gefahr, sein göttliches Feuer zu verlieren; ihr wisst, dass der Herr zu jeder Zeit wiederkommen kann. Hebräer 10, 24-25.

Wer diese Worte oberflächlich liest kann denken, dass hier ein Pastor geschrieben hat, der nicht vor leeren Bänken predigen möchte. Der wünscht, dass seine Gemeinde jeden Sonntag vollzählig ist, damit er das Ergebnis seiner Mühe wenigstens einmal in der Woche überschauen kann. – Dem ist nicht so! Hier geht es nicht um eine Armee, die mit obigem Wort unter Druck zusammengetrommelt werden muss. Gott will keine gedrillten Menschen, die sich an Befehle gewöhnt haben und nur marschieren, wenn der Pastor es befiehlt.

Es geht vielmehr um Gemeinschaft der Heiligen, wie der Heilige Geist sie ermöglicht. Eine solche Gemeinschaft ist ein Gnadengeschenk, ein Charisma, das eine Beziehung ermöglicht, wie keine andere Zusammenkunft auf der Welt sie geben kann. Was der Böse zerstreut hat, fügte Jesus durch die Erlösung wieder zusammen. Vergebung beinhaltet deshalb auch Gemeinschaft der Heiligen.

Das hat einen wichtigen Grund. Jesus sagt: Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen, da bin ich mitten unter ihnen. Matth. 18, 20. In der Gemeinschaft kann Jesus viel intensiver erlebt werden, als wenn ich meinen Glauben allein praktizieren muss. Gott benutzt nicht nur die reine, heilige Atmosphäre wenn gebetet wird, Er benutzt auch Sein Wort, die Predigt, die gemeinsam gehört wird, um sich zu offenbaren. Dazu werden Korrekturen möglich, die niemand sich selbst geben kann.

Korrekturen müssen immer von außen geschehen, auch dass schließt Gemeinschaft ein. Die Begegnung und das Gespräch sollen den geistlichen Horizont erweitern und unser Wissen über Gottes Absichten und Plan ergänzen. Gemeinschaft soll mich auch sensibel machen für die Nöte anderer, damit ich teilen kann. Ich bekomme so Gelegenheit, mit den Weinenden zu weinen und mit den Glücklichen zu lachen. Dazu lässt sich der Missionsbefehl gemeinsam viel besser umsetzen als allein. Mission ist Teamwork. Wer sich absondert, sucht sich selbst zu verwirklichen; so findet er Gründe, die seinen Alleingang rechtfertigen. Spr. 18, 1

Als die Schöpfung abgeschlossen war, sah Gott sich alles genau an und stellte fest, dass alles sehr gut war. 1. Mos. 1, 31.
Dann sah er Adam und fügte hinzu: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei. Ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei. 1. Mos. 2, 18. Mit der Erschaffung der Frau wollte Gott Adam optimieren; er wollte ihn beschenken und nicht versuchen oder bestrafen. Was Adam nicht sah, sollte Eva sehen. Was Adam nicht konnte, sollte Eva vollbringen. Was Adam nicht wusste, sollte Eva wissen. Gemeinsam waren beide vollkommen. Ebenso verhält es sich mit der Gemeinschaft der Gläubigen.

Der Text fügt hinzu: Wer sich absondert begibt sich in Gefahr, sein göttliches Feuer zu verlieren. Ihr wisst, daß der Herr zu jeder Zeit wiederkommen kann. Wie schnell verliert der den Anschluss, der nicht mehr bereit ist, sich einzuordnen, sich korrigieren zu lassen und zu teilen.  Welch ein leichtes Spiel hat der Böse mit dem, der allein seinen Weg gehen will. Wie viel Unkraut kann so seinen Garten verwildern, ohne dass es bemerkt wird.