Generationswechsel

Als auch alle, die zu der Zeit gelebt hatten, zu ihren Vätern versammelt waren, kam nach ihnen ein anderes Geschlecht auf, das den Herrn nicht kannte noch die Werke, die er an Israel getan hatte. Richter 2, 10.

Etwa 25 Jahre lebten die Juden bereits im Land Kanaan als Josua starb. Inzwischen war eine neue Generation herangewachsen, die jetzt die Verantwortung übernehmen sollte. Bei näherem Hinsehen jedoch machte man eine erschreckende Entdeckung. Der Nachwuchs kannte weder den Gott Israels, noch wussten sie etwas über ihre eigene Vergangenheit und die herrlichen Wunder, die Gott an ihren Vätern getan hatte. Dazu hatten sie keine moralischen Leitplanken für ihr Leben.

Das Buch der Richter kann mit einem Satz beschrieben werden: „Jeder tat das, was er wollte“. Damit begann eine Zeit der Anarchie, der Unterdrückung, der Plünderungen, des Zerfalls aller moralischen Werte und des Götzendienstes.

Zwar griff Gott immer wieder ein und erweckte Männer und Frauen, die das Volk wachrütteln sollten, aber die Entwicklung war nicht mehr zu stoppen.

Der obige Vers führt uns an die Ursachen dieser Entwicklung heran. Eltern hatten es versäumt, ihre Kinder in der Gottesfurcht zu erziehen und sie mit ihrer Geschichte vertraut zu machen. Eine Erklärung könnte sein, dass sie der Meinung waren, dass man Kinder nicht streng erziehen dürfe und die es besser haben sollten, als sie es hatten. Immerhin verbrachten sie vierzig Jahre in der Wüste und litten oft unter Entbehrungen. Ein anderer Grund könnte gewesen sein, dass die Gebote, die Gott ihnen gab, als zu streng galten. Sie weckten das Gefühl von Bevormundung, übten Zwang aus und engten den freien Willen ein. Das wollten sie ihren Kindern ersparen, die sollten sich frei entscheiden können, an was sie glauben wollten.

Ein anderer Grund könnte gewesen sein, dass die Eltern alle Hände voll zu tun hatten, das eroberte Land in Besitz zu nehmen. Viele Städte waren zerstört und der Wiederaufbau nahm alle Kräfte in Beschlag. Dazu mussten die Äcker bestellt werden, denn Manna gab es nicht mehr. Da verblieb kaum noch Zeit für ihre Kinder, und so wurden sie sich selbst überlassen. Mit diesem Bericht vermittelt Gott eine wichtige Botschaft: Eltern, gebt acht auf eure Kinder. Auch wenn sie noch so klein sind, werden sie von euch lernen und euch nachahmen. Was ihr heimlich seid, werden sie öffentlich tun. Kinder von heute sind die Erwachsenen von morgen. Da stellt sich immer wieder die Frage, womit Eltern ihre Kinder ausrüsten, um sie für den Kampf des Lebens fit zu machen. Denken wir auch an die Kinder und Jugendlichen in unseren Gemeinden. Ohne gesunden Nachwuchs hat keine Gemeinde eine Zukunft.

Pastoren, Älteste und Mitarbeiter sorgt dafür, dass beim Nachwuchs keine Kluft zu den Erwachsenen entsteht. Jede  Generation hat ihren eigenen  Geschmack an Musik, Literatur, Kunst, Gestaltung, usw. Wer keinen gemeinsamen Weg findet, vergrault seinen Nachwuchs. Deshalb sollten unsere Gottesdienste ein breites Spektrum von Angeboten haben, – für Jeden etwas.

Gewöhne ein Kind an seinen Weg, solange es noch jung ist, so wird es davon auch nicht lassen, wenn es alt geworden ist. Spr. 22, 6.