Nicht alles wissen wollen

Jesus antwortete und sprach zu Petrus: Was ich tue, das weißt du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren. Johannes 13, 7

Gemeinsam feierte Jesus mit seinen Jüngern das Passah, bevor er von ihnen genommen wurde. Dabei wusch er seinen Jüngern die Füße. Petrus war das peinlich. Eigentlich hätte er oder einer von ihnen, auf die Idee kommen müssen, seinem Herrn und allen die Füße zu waschen. Hatte Jesus sie doch das Dienen gelehrt und jetzt war die Gelegenheit dazu gekommen. – Verpasst!

Petrus widersetzte sich mit den Worten: Herr, solltest du mir meine Füße waschen?  Darauf Jesus: Was ich tue, das weißt du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren.

Wir erfahren an keiner Stelle den Sinn seiner Worte. Das einzige was wir wissen ist, dass Jesus seinen Jüngern empfiehlt, sich ebenfalls gegenseitig die Füße zu waschen. – Sicher keine heilsnotwendige Tat, aber eine gute Demutsübung.

Der obige Bericht will uns lehren, dass wir Gottes Handeln ohne zu hinterfragen in Demut annehmen sollen. Der Tag wird kommen, an dem wir alles verstehen können und ihm dafür noch danken werden.

Von Abraham lesen wir, dass er sein Vaterhaus verlassen sollte, aber keine Antwort darüber bekam, wohin die Reise gehen sollte. Er stellte keine Fragen, sondern packte seine Habseligkeiten und zog los. Hebr. 11,8.

Er bekam einen Sohn aufgrund der Verheißung und später sollte er ihn als Opfergabe Gott darbringen. Das stand im krassen Widerspruch zu dem, was Gott einst zu ihm gesagt hatte. Auch hier bekam er keine Antwort, sondern handelte im Gehorsam, ohne zu verstehen. Zum Schluss bekam er seinen Sohn wieder zurück, Gott lobte sein blindes Vertrauen und Abraham wurde zum Vater des Glaubens. 1. Mos. 22.

Was ich tue, das weißt du jetzt nicht. – So ist Gott. Sein Handeln ist geheimnisvoll und souverän. Er ist niemandem Rechenschaft schuldig und darf erwarten, dass seine Kinder ihm blind vertrauen. Das wissen wir, und trotzdem hinterfragen wir, werden misstrauisch und ballen sogar heimlich die Faust, nur weil wir keine Antworten bekommen. Viele geben sogar auf und kehren um. Eigentlich schade. Wer Gottes Wort kennt, weiß, dass Er seine Kinder niemals enttäuscht und alles zum Guten wenden wird.

Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. Geduld aber ist euch Not, auf dass ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfanget. Darum richtet wieder auf die lässigen Hände und die müden Knie und tut gewisse Tritte mit euren Füßen. Hebr. 10, 35-36 / Hebr. 12, 12-13