Hoffnung macht stark

Durch den Glauben haben wir Zugang zu dieser Gnade und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit. Römer 5, 2

Ich besichtigte eine Zelle, in der ein Gefangener Jahre verbringen musste. Die Wände waren verschmutzt und mit Kritzeleien versehen. An eine Wand war eine Art Kalender gemalt worden. Der Gefangene hatte jeden verbrachten Tag mit einem Strich sichtbar gemacht. So verschaffte er sich einen Überblick und wusste, wie viele Tage er noch in dieser Zelle zu verbringen hatte. Mit jedem weiteren Strich rückte seine Hoffnung auf Entlassung näher.

Sicher, wir führen keine Strichliste im Blick auf die Wiederkunft unseres Herrn. Dennoch gibt es etwas, das  uns täglich Kraft gibt, den angefangenen Weg bis zum Ende fortzusetzen – trotz Schwierigkeiten, Leid,  Entbehrung  oder Verfolgung. Wir haben das Versprechen unseres Herrn, der gesagt hat: Ich bereite euch eine Stätte und komme wieder, um euch zu mir zu holen.

Von dieser Hoffnung getragen leben alle wahren Christen mitten in einer Welt, die täglich tiefer in Hoffungslosigkeit versinkt. Während ganze Völker immer unregierbarer werden und Terror, Furcht und Schrecken vielen fast den Atem raubt, singen diese fröhlich ihr Lied und nehmen jeden Tag, von der Hoffnung getragen, dankbar aus Gottes Händen.

Mit Schrecken verfolge ich den zunehmenden Terrorismus. Es scheint, als habe er bereits die ganze Welt erfasst. Ich sehe die Interviews mit Menschen, die bereit sind, sich zu opfern und sich als lebende Bomben in die Luft zu sprengen.

Fragt man nach den Gründen, so zitieren sie Verse aus dem Koran. Allah hat denen das Paradies versprochen, die sich im Kampf für die Ausbreitung des Islams opfern. Diese Hoffnung macht sie stark und mutig und ein stetig wachsendes Heer von Gleichgesinnten steht in den Startlöchern und wartet auf ihren Einsatzbefehl.

Gott gab seinem Volk eine Hoffnung mit auf den Weg, als sie Ägypten verließen: Ich bringe euch in ein Land, darin Milch und Honig fließen.  2. Mos. 3, 8. Diese Hoffnung sollte sie stärken, wenn sich Hindernisse in den Weg stellten. Sie sollte dafür sorgen, dass sie mitten in der Wildnis fröhlich singen konnten.

Kaum hatten sie ihre Reise angetreten, da hatten sie auch schon ihre Hoffnung und damit das Ziel ihrer Wanderung aus den Augen verloren. Niemand von ihnen erreichte das Ziel.

Gottes Volk ist immer noch unterwegs. Die Wüste ist weiterhin Realität. Der Weg ist nicht leichter geworden. Aber was geschieht, wenn das Ziel der Wanderung verloren geht oder darüber nicht mehr gesprochen wird? Den Moslems wird Tag und Nacht Hoffnung gepredigt. Jeder kennt die Koranverse und hat sie sich unauslöschlich eingeprägt.

Als Abraham die Goldene Stadt, das Ziel seiner Wanderung erblickte, war er sofort bereit, als Fremdling im Land zu leben. Er baute keine Häuser, sondern wohnte in Zelten, weil er wusste, dass etwas viel Besseres auf ihn wartete. Hebr. 11,8-10

Kennt Gottes Volk seine Hoffnung und ist es davon begeistert? Mit welchen Themen beschäftigen wir uns in dieser Zeit?