Christsein verpflichtet

Andreas findet zuerst seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden, das ist verdolmetscht: der Gesalbte, und führte ihn zu Jesus. Johannes 1, 41-42

Andreas geht aus, sucht seinen Bruder und führt ihn zu Jesus. Jesus nimmt ihn als seinen Jünger auf, rüstet ihn mit Vollmacht aus, belehrt ihn und vertraut ihm später sogar seine Schafe an. So einfach ist es, wenn Gottes Reich gebaut wird. Das hat sich bis heute nicht geändert. Die Botschaft des Evangeliums muss weitergesagt werden, wenn sie wirksam werden soll. Ein verschwiegenes Evangelium gleicht einer Unterschlagung Gott gegenüber. Als Seine Jünger eines Tages voller Jubel durch Jerusalem zogen und den Namen des Herrn und alle Seine wunderbaren Taten hoch priesen, traten die Pharisäer Jesus entgegen und forderten ihn auf, sie zum Schweigen zu bringen. Darauf Jesus: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien. Luk. 19, 37-40. Offenbar sagte er das im Blick auf die Zukunft dieser Stadt.

Die Steine fingen an zu schreien, als römische Legionen Jerusalem einäscherten. Kein Stein blieb auf dem anderen. War Schweigen der Grund dafür? Hatten die Christen sich in ihre Winkel zurückgezogen und ein selbstgefälliges Leben gelebt? Wir wissen es nicht. Aber eines bleibt: Wenn wir schweigen, haben wir Gott die Hände gebunden. Er kann dann nichts mehr für die Menschen tun und eine Stadt oder ein ganzes Volk geht verloren.

Christsein verpflichtet! Wir sind gerettet worden, damit andere durch uns den Weg zum Heil finden. Nicht ohne Grund sagt Jesus: Ihr seid das Salz der Erde oder das Licht der Welt. Matth. 5, 13-16. Wir Pastoren sind verantwortlich dafür, dass Gläubige es lernen, einen evangelistischen Lebensstil zu leben. Durch Belehrung, Ausrüstung und Vorbild müssen wir sie befähigen, hinzugehen wie Andreas, der seinen Bruder Petrus suchte und ihn zum Herrn führte.

Wer sich öffentlich zu Jesus bekennt, erlebt Segnungen, die Gott über keinen anderen Weg schenken kann: Er wird erleben, dass der Heilige Geist ihm die richtigen Worte zur rechten Zeit in den Mund legen wird. Matth. 10, 19-20. Das öffentliche Bekenntnis ist das wohlgefällige Opfer unserer Lippen und Jesus wird uns bei dem Vater bekennen. Hebr. 13, 15 / Matth. 10, 32-33.

Wer sein Licht vor den Menschen scheinen lässt, erlebt die Kraft des Heiligen Geistes. Er hat die Verheißung, dass Gott seinen Dienst durch mitfolgende Zeichen und Wunder begleiten wird. Mark. 16, 17-18. Wer sich Gott zur Verfügung stellt, fängt an, geistlich zu wachsen. Im Kampf werden wir stark und erleben die herrlichsten Siege. Ps. 18, 35-37. Wer hinausgeht und sein Brot mit anderen teilt, erlebt eine geistliche Erneuerung. Sein Licht wird hervorbrechen wie die helle Morgenröte und Gott wird seine Gebete erhören. Seine Wiederherstellung wird Fortschritte machen und Gott beginnt ihn zu führen. Von seinem Leibe beginnen Ströme lebendigen Wassers zu fließen und er hilft mit, die Gemeinde zu bauen. Jes. 58, 7-12.

Als Jesus die Menschenmassen sah, war er tief erschüttert. Er sah sie wie Schafe, die verschmachtet und zerstreut sind. Matth. 9, 36. Wie sehen wir die Menschen? Schlägt unser Herz für die Verlorenen?