Segen der Gottesfurcht

Die leibliche Übung ist wenig nütze, aber die Gottesfurcht ist zu allen Dingen nütze und hat die Verheißung dieses und des zukünftigen Lebens. 1. Timotheus 4, 8

Religionen fürchten ihre Götter. Stets drohen diese mit Strafe und immer wieder müssen sie mit Opfern und Gebeten wohlgestimmt werden. So ist Religion auch das Geschäft mit der Angst. Gottesfurcht ist keine Furcht vor Gott, sondern eine Haltung dem Schöpfer gegenüber.

Wir können erkennen, ob wir gottesfürchtige Menschen sind.
Ich betrachte mich als ein Geschenk von Gott und habe mich bejaht und danke Ihm für mein Leben. Das ist nicht bei jedem so. Viele befinden sich ständig im Krieg gegen sich selbst. Sie lehnen sich ab und beginnen an sich herumzuflicken, anstatt zu sagen: Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin. Ps. 139, 14. Das ist Gottesfurcht.

Ich nehme mein Schicksal aus Gottes Händen, anstatt zu hadern und mich zu beklagen wie einst die Juden in der Wüste es taten. Das Manna schmeckte ihnen nicht und wenn es an Wasser mangelte, war der Aufstand gegen Gott groß. Ständig gab es Gründe, sich zu beklagen und an allem Gott die Schuld zu geben. Das sah Hiob anders. Als er alles verloren hatte sagte er: Der Herr hat es gegeben, der Herr hat es genommen, der Name des Herrn sei hochgelobt. Hiob 1, 21. Das ist Gottesfurcht.

Wer Gott gehorcht, hat sein Gewissen an Gott gebunden, auch wenn es ihm Nachteile bringen sollte. Er lebt in klaren Grenzen. Kompromisse sind nicht selten auch mit Verrat verbunden. Petrus antwortete dem Hohen Rat, als dieser ihm Redeverbot auferlegte: Man muß Gott mehr gehorchen als MenschenApg. 5, 29. Das ist Gottesfurcht.

Niemand ist für sich allein auf der Welt. Ich lebe von Beziehungen und pflege sie. Leben ist Teilen mit dem Nächsten. Meine Beziehung zum Schöpfer ordnet auch mein Verhältnis zur Schöpfung, zu Menschen und zum werdenden Leben. Das hat Auswirkungen. Ich möchte niemandem Schaden zufügen. Jesus sagt: Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. Matth. 25, 40. Das ist Gottesfurcht.

Wer sich kennt ist misstrauisch gegen sich selbst.
Er weiß, was in ihm steckt. Er weiß auch, dass er Gott verleugnen könnte, wie Petrus, und davor fürchtet er sich. Das ist Gottesfurcht. Unsere Gebete müssen dem Willen Gottes unterordnet sein. Das Gebet macht Gott nie gefügig und trotzdem beten und vertrauen wir. Der Gottesfürchtige sagt: Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel. Er hat zwar Wünsche und Anliegen, aber er überlässt es seinem Herrn zu entscheiden. Das ist Gottesfurcht.

Gottesfürchtige haben großartige Verheißungen: Ihr Geschlecht wird gewaltig sein auf Erden; Reichtum und Fülle werden in ihrem Hause sein. Ihnen soll das Licht immer wieder aufgehen mitten in der Finsternis. Ihr Herz wird erfüllt sein mit Glaube und Gottvertrauen. Sie werden mitten in der Angst ohne Furcht leben können. – Sie können geben und streuen ihren Samen reichlich aus. Psalm 112.