Erhörlich beten

Ihr Lieben, wenn uns unser Herz nicht verdammt, so haben wir Zuversicht zu Gott und was wir bitten, werden wir von ihm empfangen. 1. Johannes 3, 21-22

In meiner Nachfolge erlebte ich immer wieder, dass ich schon früh am Morgen ein schlechtes Gewissen hatte. Dabei wusste ich nicht einmal, warum es mich bedrückte. Hatte ich gebetet, sagte mir mein Gewissen, dass es zu kurz gewesen sei. Hatte ich gefastet, hätte meine Fastenzeit auch etwas länger sein können. Opferte ich, war es sicher zu wenig. Stets gab es irgend etwas, das mich anzuklagen versuchte.

Nichts wirkt sich auf den Glauben so zersetzend aus wie ein Gewissen, das ständig verurteilt. Wenn unsere Gebete Kraft haben sollen, ist es unerlässlich, dass Geist, Seele und Leib eine geschlossene Einheit bilden. Ein ungetrübtes Gewissen ist eine Grundvoraussetzung dazu.

Was ist das Gewissen? Das Gewissen wacht über das, was wir gelernt haben und wissen. Es beurteilt unsere Handlungen ebenso wie unsere Gedanken und Worte. Es gibt sogar ein kommunistisch, moslemisch oder ein christlich geprägtes Gewissen. Dann ist es normal, dass Böses oder Gutes völlig anders beurteilt werden. Das Gewissen ist der moralische Wächter über alles, was wir tun. Nur eines ist es nicht: Es ist nicht die Stimme Gottes. Bestenfalls ist es der geistliche Tastsinn, der die Gegenwart Gottes zu registrieren vermag oder das innere Auge. So ermöglicht uns das Gewissen den Umgang mit der unsichtbaren Welt, – auch mit der Welt des Bösen. Vom Teufel wissen wir, dass er sehr daran interessiert ist, uns von Gott zu trennen. So redet auch er in unser Gewissen hinein und versucht, uns unter seinen Einfluss zu bringen. Deshalb nennt die Bibel ihn den Ankläger der Heiligen. Off. 12, 10-11.

Das Fatale an der Sache ist, dass seine Anklagen keine Lösungen bieten, sondern Ausweglosigkeit, Druck und Verdammnis. Wenn Gott redet, beinhaltet es immer Lösungen, Hoffnung und führt in den inneren Frieden. 

Jeder Christ muss das Kämpfen lernen. Seine Gebete richten sich dann mit Entschiedenheit gegen alle Mächte der Finsternis. Er hat unterscheiden gelernt, welches die Stimme des guten Hirten ist und welche die des Bösen. Mit seinen Gebeten stopft er den Mund des Widersachers. Jesus tat das ebenso, als er mit Satan konfrontiert wurde. „Es steht geschrieben“, sagte er. Matth. 4,4. Gottes Wort war Seine Waffe und Satan musste weichen.

Dazu müssen wir lernen, einen Unterschied zu machen zwischen bösem Handeln, Schwachheit und Versagen. Ein Kind Gottes möchte nicht böse sein oder seinem Nächsten Schaden zufügen. Das jedoch schließt nicht aus, dass es nicht auch mal versagen könnte.

Wer hingefallen ist, ist noch lange nicht von Gott abgefallen. Er darf wieder aufstehen und von vorne beginnen. Er darf sich entschuldigen und sich dabei auf Gnade berufen und so sein Gewissen wieder zur Ruhe bringen.