Bilanz ist notwendig

Was krumm ist, darf nicht gerade genannt werden und was fehlt, kann man nicht zählen. Prediger 1, 15

Eine Geschäftsbilanz ist unumgänglich, wenn eine Firma krisenfest geführt werden soll. Von Zeit zu Zeit muss der Inhaber sich die Frage stellen, ob er mit Gewinn oder Verlust gearbeitet hat. Solche Momente sind dann Stunden der Wahrheit. So kann es durchaus sein, dass ihm die Bilanz offenbart, dass er sein Geschäft schließen muss oder dass drakonische Maßnahmen eingeleitet werden müssen, wenn ein Unglück abgewendet werden soll.

Jede Bilanz setzt voraus, dass man weiß, wo die Norm liegt; wer die nicht kennt, kann die augenblickliche Lage nicht einschätzen. Salomo sagte seinen Beamten, dass sie das, was krumm ist, nicht gerade nennen dürfen und was fehlt, nicht gezählt werden darf. Das ist  die Basis  einer ehrlichen  Bilanz.  Ein Seemann navigiert und korrigiert sein Schiff ständig, damit es nicht den Kurs verliert. Die Strömung und der Wind sorgen für Kursabweichungen; so muß dagegen gesteuert werden. Auch das können wir Bilanz nennen.

Paulus zieht am Ende seines Lebens eine positive Bilanz. Auch er kennt Soll und Haben. Er schaut sich um, wie alles gelaufen war und ist zufrieden; so schreibt er: Ich habe einen guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben bewahrt. 2. Tim. 4, 7.

Josua kommt nach 25 Jahren zu einem guten Ergebnis. „Der Herr gab uns alles Land, ganz wie er zugesagt hatte. Keines seiner Worte ist unerfüllt geblieben, es kam alles.“ Jos. 21, 43-45. Jeder steht in Gefahr, Krummes gerade zu nennen und Fehlendes zu zählen. Haben wir deshalb Mut, öfter mal eine Bestandsaufnahme zu machen und uns die Frage stellen, ob die Entwicklung gut war und ob der Kurs noch stimmt? Ich glaube, dass wir um solche Stunden der Selbstprüfung nicht vorbeikommen. Führen wir sie nicht selbst herbei, dann sorgt Gott dafür, dass sie kommen. Solche Momente offenbaren dann unmissverständlich, wo wir wirklich stehen, und was an unserem Glauben echt ist und was geheuchelt. Der Herr macht mit der Gemeinde Laodizea Bilanz. Die Gläubigen sagten: Ich bin reich und habe gar satt und bedarf nichts. Der Herr sagt: das Gegenteil ist der Fall. Du bist arm, jämmerlich, blind und bloß. – Dann kommt die Korrektur: Ich rate dir, dass du Gold von mir kaufest, das mit Feuer durchläutert ist, dass du reich werdest, und weiße Kleider, dass du dich antust und nicht offenbar werde die Schande deiner Blöße und Augensalbe, deine Augen zu salben, dass du sehen mögest. Offb. 3, 14-21. Es ist erschütternd, dass eine ganze Gemeinde den Kurs verlassen hatte, ohne es gemerkt zu haben. Wer die Kirchengeschichte studiert, weiß, dass so etwas möglich ist. Wie schnell wird Krummes gerade genannt. Wie schnell wird Fehlendes einfach mitgezählt. Selbsttäuschung ist geistlicher Selbstmord.

Kein Geistlicher kann glücklich darüber sein, dass seine Gemeinde durch Abwesenheit signalisiert, dass irgendetwas nicht stimmt. Dann ist eine ehrliche Bilanz unumgänglich, wenn eine Katastrophe abgewendet werden soll. Dasselbe gilt jedem Jünger des Herrn. Es ist hilfreich, wenn wir uns selbst gegenüber immer etwas misstrauisch bleiben. Wer sich öfter mal hinterfragt, bekommt Korrektur, und Gott kann ihn wohlbehalten ans Ziel bringen. Sortiere alles Krumme aus, wirf es von dir! Höre auf, Dinge zu zählen, die in Wirklichkeit nicht vorhanden sind.
Mach’ eine ehrliche ungefälschte Bilanz, und Gott wird dir helfen.

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