Vertrauen ist alles

„Ein guter Ruf ist köstlicher als großer Reichtum und anziehendes Wesen als Silber oder Gold.“ Sprüche 22, 1

Das größte Kapital, das ein Mensch besitzen kann, ist, Vertrauen bei seinen Mitmenschen zu genießen. Ein guter Ruf ist köstlicher als großer Reichtum, sagt der König Salomo. Offenbar war es ihm gelungen, bei seinen Ministern und Untergebenen großes Vertrauen zu genießen. Der Erfolg blieb nicht aus. In den wenigen Jahren seiner Regierungszeit brachte er das Volk Israel zu hohem Ansehen und unermesslichem Wohlstand.

Ein Manager sagte einmal: „Vertrauen ist das Öl, das die Räder unserer Firma am Laufen hält.“ Umgekehrt würde es heißen: Besteht unter der Belegschaft kein Vertrauen, wirkt sich das wie Sand im Getriebe aus. Die Folgen sind Misstrauen, Distanz und Unproduktivität.

Um Vertrauen zu erwerben, ist oft ein langer Weg zurückzulegen. Vertrauen setzt voraus, dass wir glaubwürdige Menschen sind. Glaubwürdigkeit bedeutet aber nicht, dass wir alles richtig machen, als viel mehr, dass wir ehrlich sind und zu unserem Versagen oder unseren Schwächen stehen. Unsere Gesellschaft sucht glaubwürdige, ehrliche und zuverlässige Menschen. Zu viele haben sie getäuscht und das hat bei ihr Misstrauen geweckt. Die Kirche in unserem Lande leidet unter Vertrauensverlust wie nie zuvor, und das mag einer der Gründe sein, dass Unzählige sie meiden.

Diese Hypothek kann nur durch vorbildliches Handeln und Beharrlichkeit abgebaut werden. Wie kann das am besten geschehen? Unser Wort muss ein Wort sein, auf das man sich verlassen kann. Früher galt beim Handel der Handschlag als Zeichen des Vertrauens. Der Handschlag besiegelte das Geschäft. Man sprach damit seinem Partner das Vertrauen aus. Heute gilt ein Handschlag wenig. Viele Versprechungen bestehen nur aus leeren Worten. Vertrauen setzt Korrektheit und Hochachtung voraus. Will ich das Vertrauen meiner Mitmenschen, gilt es zum Beispiel, einen Brief sofort zu beantworten. Damit liefere ich den Beweis, dass ich einen Menschen achte und ihn ernst nehme. Vertrauen setzt voraus, dass ich Anvertrautes nicht weiter sage, sondern für mich behalte. Vertrauen bindet keinen Menschen an sich, um ihn für seine Zwecke zu gebrauchen. Habe ich eine Arbeit delegiert, dann habe ich jemandem mein Vertrauen geschenkt. Ich habe meine Macht mit ihm geteilt und vertraue, dass er sie nicht missbraucht.

Wohl dem, der das Vertrauen seiner Gemeinde genießen darf. Ihm ist es vergönnt, Menschen zu führen, sie zu Höchstleistungen anzuspornen, mit ihnen durch dick und dünn zu gehen. Er ist mit seiner Mannschaft zu einem unschlagbaren Team zusammen gewachsen, und Gott hat die Möglichkeit, sie wunderbar zu gebrauchen. Ihre Gemeinde bekommt mit der Zeit einen so genannten „Staubsaugereffekt“. Menschen fühlen sich zu ihr hingezogen, dabei ist es egal ob sie groß oder klein ist, arm oder reich, ob sie sich mitten in der Stadt befindet oder weit draußen in einer Industrieanlage.

Eine glaubwürdige Gemeinde ist eine Gemeinde der offenen Tür. Wo Vertrauen herrscht, öffnen sich auch die Geldbörsen. Man gibt gerne, weil man von der Zielsetzung und der Glaubwürdigkeit der Leiterschaft überzeugt ist.