Harmonie ist alles

Wenn zwei unter euch eins werden auf Erden, etwas zu erbitten, das soll ihnen von meinem Vater in den Himmeln zuteil werden. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, da bin ich in ihrer Mitte gegenwärtig. Matthäus 18, 19-20

Gebete spielen in allen Religionen eine wichtige Rolle. In Tibet oder in Nepal hat man Gebetsmühlen erfunden, die sich ständig drehen, in der Hoffnung, Erhörung zu vermitteln. Die frommen Juden standen dem nichts nach. Ihre Gebete nannte Jesus viele Worte ohne Sinn und sprach vom Plappern, wie die Heiden.

Mit obigen Worten möchte Jesus allen Betern helfen, erhörlich zu beten. Er selbst lebte von Gebetserhörungen. Er machte darauf aufmerksam, dass unsere Gebete eine Kraft sein dürfen, die etwas verändert. Er sagte sogar, dass Er selbst gegenwärtig sein würde.

Die Frage stellt sich, ob ich nicht allein ebenso erhörlich beten kann. Grundsätzlich kann und sollte jeder für sich allein beten, und der Herr will Erhörung schenken. Auch Jesus war oft allein, um zu beten.

Die Gemeinschaft der Gläubigen ist Teil eines geistlichen Leibes, an dem Jesus das Haupt ist. 1. Kor. 12, 12-18. Das ist ein Geheimnis und ein Geschenk der Erlösung. Dieser Leib Jesu ist überkonfessionell und global. Jeder Erlöste gehört zum Leib Jesu. Treffen sich Gläubige zum Gebet, dann bilden sie eine geschlossene Einheit, weil Jesus das Haupt ist. Diese Konstellation ist ein Bollwerk vor der Welt der Finsternis und hat Macht, diese zu zerschlagen.

Das Gebet in der Gemeinschaft schließt das Gespräch ein. Man liest Gottes Wort und macht sich Gedanken, für was gebetet werden soll. Weil Jesus gegenwärtig ist, lenkt der Heilige Geist das Gespräch und offenbart den Willen Gottes. Jetzt beginnen wir nach dem Herzen Gottes zu beten.

Sollen unsere Gebete vollmächtig sein, gehört auch das Einssein im Geist dazu. Von den ersten Christen lesen wir, dass sie ein Herz und eine Seele waren. Sie waren Menschen wie aus einem Stück – trotz aller Unterschiede.

Der Urtext verwendet dafür das Wort „Sinfonie“. Dieses Wort kennen wir aus der Musik. In der Musik ist es unverzichtbar, dass alle Instrumente gestimmt sind und harmonisch zusammen unter der Leitung eines Dirigenten ein Lied vortragen.

Trägt ein Gebetsteilnehmer einen Misston in seinem Herzen – er ist sich nicht einig mit seinem Gebetspartner, hat sein Beten keine Vollmacht und seine  Anwesenheit belastet die Atmosphäre. Eine Armee, die sich nicht einig ist, kann nicht erfolgreich kämpfen.

Weil Menschen sich nicht einig waren, konnte der Turm zu Babel nicht gebaut werden. Eine Gebetsgemeinschaft ist nur so stark, wie die Teilnehmer sich einig sind.