Der Kammerton „A“

Wenn zwei unter euch eins werden auf Erden, etwas zu erbitten, das soll ihnen von meinem Vater in den Himmeln zuteil werden. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, da bin ich in ihrer Mitte gegenwärtig. Matthäus 18, 19-20

Wir besuchten ein Konzert. Der Saal füllte sich allmählich und auch wir hatten unseren Platz gefunden. Die Musiker saßen auf der Bühne und beschäftigten sich mit ihren Instrumenten. Der Transport und die Raumtemperatur hatten dafür gesorgt, dass die Streicher ihre Instrumente neu einstimmen mussten. Dann wurde es still und das Konzert konnte beginnen. Ich habe mich erkundigt, nach welcher Regel das Einstimmen erfolgt. Der Streicher stimmt sein Instrument auf den Ton A. „A“ ist der Kammerton in der Musik – das gilt weltweit.

In unserer letzten Betrachtung beschäftigten wir uns mit dem Einssein und ich machte darauf aufmerksam, dass der Urtext für Einswerden Sinfonie verwendet. Sinfonie bedeutet, dass unsere „Instrumente“ ebenfalls auf „A“ eingestimmt sein müssen, wenn das Konzert nicht durch Misstöne unmöglich gemacht werden soll. Ich wurde an die Worte Jesus erinnert: Ich bin das A und das O. Die Gläubigen in Jerusalem aber waren ein Herz und eine Seele, d.h. sie waren auf „A“ eingestimmt und als sie beteten, bewegte sich die Stätte. Apg. 4, 31.

Als Israel Jericho einnahm, war die Truppe wie aus einem Stück. Dieses Einssein aber wurde durch eine einzige Person, Achan, zerstört. Er bereicherte sich persönlich und der nächste Kampf führte in eine große Niederlage. Gott konnte nicht mehr mit ihnen sein. Jos. 7. – Das „Konzert“ war ins Wasser gefallen.

Gemeinschaft ist Chance und Risiko zugleich. Auf der einen Seite lernt man sich kennen und schätzen und profitiert voneinander. Auf der anderen Seite kann Gemeinschaft aber auch Reibungen erzeugen und Dissonanzen verursachen. Man trifft sich zwar zum Gebet und wünscht erhörlich zu beten, aber eine Person ist dabei, die nicht mit allen eins ist. Sie wurde verletzt und beschäftigt sich mit dem Schmerz, den man ihr zugefügt hatte. Sie hat auch nicht den Mut, offen mit der betreffenden Person darüber zu sprechen, und so bleibt sie blockiert.

Ihr „Instrument“ ist verstimmt. Eine andere Person fühlt sich missverstanden oder gedemütigt oder jemand hat sich an Menschen schuldig gemacht und lebt permanent in Sünde oder jemand ist mit der Leitung nicht einverstanden und lebt in Kritik oder verleumdet sogar. Solche und viele andere Dinge können sich auf die Gemeinschaft auswirken. Weil die Beter nicht geschlossen auftreten können, bekommt der Feind Zutritt, und ihre Gebete haben keine Vollmacht. Der Heilige Geist befähigt zur Gemeinschaft. Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leibe getauft, egal ob wir Juden oder Griechen, Unfreie oder Freie sind. Alle sind von einem Geist durchdrungen worden.  1. Kor. 12, 13.

Der Heilige Geist läßt eine Gemeinschaft entstehen, die einem Leib mit vielen Gliedern gleichkommt, wobei jeder ein lebendiges Glied mit einer besonderen Begabung sein darf und alle können geschlossen und in Vollmacht ihre Hände zum Thron Gottes erheben. Ist das der Fall, dürfen wir von Sinfonie sprechen. Jetzt hat der Heilige Geist die Möglichkeit, die Gedanken Gottes in die Herzen fließen zu lassen und die Beter können erhörlich beten. Das „Konzert“ findet statt. Es wird lebendig und bringt etwas in Bewegung.