Lass dich nicht knechten

Ihr seid teuer erkauft, werdet nicht der Menschen Knechte. 1. Korinther 7, 23

Als Gott das Volk Israel aus Ägypten geführt hatte sagte Er: Ihr habt gesehen, was ich mit den Ägyptern getan habe und wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und euch zu mir gebracht. 2. Mos. 19, 4.

In gleicher Weise geht Gott auch mit denen um, die ihr Leben in Seine Hände gelegt haben. Christenmenschen sind frei geworden aus der Macht der Finsternis und können fliegen wie Adler. Über ihrem Leben wacht der Herr und keine Macht kann sie wieder in die Gefangenschaft zurückbringen – es sei denn, man lässt es zu. Auf diese Gefahr geht Paulus mit obigen Worten ein: Werdet nicht der Menschen Knechte. Was hat er damit gemeint?

Der Feind hasst Menschen, die befreit sind und mit Zielen leben. Er lässt nichts unversucht, um ihr Adlerdasein zu beenden. Eine junge Christin hat sich in einen Mann verliebt, der Christus ablehnt. Sie weiß zwar, dass Licht und Finsternis nicht zusammen passen und Gott sagt: Trennt euch von der Finsternis, dann will ich euch annehmen und euer Vater sein. 2. Kor. 6, 17-18.

Sie versucht es trotzdem. Weil sie ihrem Freund gefallen möchte, beginnt sie sich anzupassen. Sie wagt es nicht, über ihre Beziehung zu Jesus zu sprechen, weil er ganz andere Themen hat. Sie besucht immer seltener die Gottesdienste, weil er nicht gerne allein ist. Früher las sie gerne in der Bibel, aber ihr Freund liebt das Fernsehen und schon hocken sie beide davor und die Bibel verschwindet im Regal. Mit dem Gebet ist es nicht viel anders. Was wird er denken, wenn er sie kniend am Boden findet? Kannst du dir vorstellen, wie ihre Zukunft aussehen wird?

Was bei dem einen eine verhängnisvolle Freundschaft sein kann, ist bei dem anderen eine finanzielle Abhängigkeit. In der Leitung einer Gemeinde kann es ähnlich zugehen. Wie viele Geistliche müssen mit verantwortlichen Menschen zusammenarbeiten, die ungeistlich sind. Während diese alles kontrollieren und berechnen möchten und ihren Pastor immer wieder unter Druck setzen, wünscht dieser, wie ein Adler zu fliegen. Sein Herz ist voller Ideen und er möchte Gottesdienste, in denen der Heilige Geist wirken kann. Aber unter ihren strengen Blicken fühlt er sich eingeengt. Wie lange hält er den Druck aus? Liegt es nicht nahe, sich um des lieben Friedens willen unter ihre Herrschaft zu beugen? Schließlich ist er ja auch noch jung und finanziell von ihrer Gunst abhängig.

Wie viele haben ihren Dienst aufgegeben, weil sie sich wie Adler fühlen, denen man die Flügel gebrochen hat. Ein ermutigendes Beispiel ist ein Bericht aus der Apostelgeschichte. Die Geistlichen in Jerusalem hatten beschlossen, Petrus Redeverbot zu erteilen. Sie wollten mit aller Gewalt das Feuer der Erweckung auslöschen. Normalerweise gehorchte jeder, wenn Geistliche Anordnungen erteilten. Petrus aber lehnte entschieden ab mit den Worten: Urteilt selbst, ob es vor Gott recht ist, euch mehr zu gehorchen denn Gott. Apg. 4, 19-20. So viel Frechheit hatte man nicht erwartet und eine gnadenlose Verfolgung war die Antwort. Das Evangelium aber konnte ungehindert seinen Siegeszug fortsetzen und das war die Hauptsache.

Ich wünsche allen das Herz eines Adlers. Gott hat dich nicht gerufen, wie ein Sperling auf der Straße zu hocken und im Staub zu scharren. Dir gehört die Höhe der Berge und die Weite des Horizonts. Leg die Rüstung des Sauls ab, wie David es tat. Du bist von Gott gesalbt, und der Herr wird für dich streiten, wenn du dich nicht knechten lässt.