Die Hand am Pflug

Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt zum Reich Gottes. Lukas 9, 62

Die Schrift wählt verschiedene Bilder für die Nachfolge Jesu. Paulus sieht sich als Wettläufer und möchte der Erste sein, der über die Ziellinie läuft. Jesus sieht seine Jünger als Händler, mit dem Auftrag, anvertrautes Geld zu vermehren oder als Arbeiter im Weinberg. Hier nun ist er Landwirt hinterm Pflug auf dem Acker.

Pflügen macht nur dann Sinn, wenn Furche an Furche gereiht wird, erst so wird der ganze Acker umgebrochen und es kann gesät werden. Damit das geschehen kann, muss der Pflüger sorgfältig sein. Er muss seine Zugtiere gut im Griff haben, um die Furchen geschlossen und gerade ziehen zu können. Die geringste Unaufmerksamkeit genügt, um den Pflug aus der Furche gleiten zu lassen.

An diese Erfahrung knüpft Jesus seine Aussage: Wer beim Pflügen zurücksieht, ist ungeschickt. Das auf das Reich Gottes bezogen bedeutet, er hat das Ziel nicht im Auge behalten, jetzt geht er seine eigenen Wege.

So können wir das Wort aus Hebr. 2, 1 verstehen: Darum sollten wir um so mehr auf Gottes Wort achten, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben. Ganze Hingabe und das Ziel im Auge behalten, sind die Worte, die uns beschäftigen wollen. Wer Christus nachfolgt, der tut das nicht einfach so nach eigenem Gutdünken. Er tut es angelehnt an die Furchen, welche Jesus und die Apostel bereits gezogen haben. Mit anderen Worten, er baut weiter auf das Fundament, welches gelegt ist, und das mit dem besten Material, das zur Verfügung steht. 1. Kor. 3, 11-15.

Beides ist Nachfolge: Ackerbau und Hausbau. Beides erfordert Hingabe und Sorgfalt, wenn das Werk gelingen soll. Jesus sagt, dass der Pflüger sich nicht umsehen darf. Das erinnert uns an Lots Frau. Sie war bereits aus Sodom geflohen und erreichte trotzdem nicht das Ziel. Weil sie sich umsah, wurde sie versteinert zu einem Mineral. 1. Mos. 19, 26. Nachdem Israel ausgezogen war und sie das Ziel fast erreicht hatten, schauten sie sich dennoch um nach Ägypten und lobten die guten Speisen, die sie dort umsonst zu essen bekamen; hier dagegen gab es nur Manna, vor dem sie sich ekelten. Was war die Folge? Sie erreichten das Ziel nie, sondern kamen in der Wüste um. 4. Mos. 11, 5-6.

Wer sich umschaut, hat einen Grund dafür. Als Jesus das sagte, sprach er zu einigen, die Ihm nachfolgen wollten. Zu einem sagte er: Die Füchse haben Gruben und die Vögel ihr Nest. Ich habe nichts und biete auch nichts. Willst du mir trotzdem nachfolgen? – Wer Jesus des materiellen Vorteils wegen nachfolgt, wird das Ziel nie erreichen. Er will ihr Versorger sein, damit sie nie Mangel leiden. Der andere wollte erst seinen Vater begraben und dann nachfolgen. Jesus sagte: Lass die Toten ihre Toten begraben, gehe du aber hin und verkündige das Reich Gottes. –

Wer Jesus nachfolgen will, muss seine Prioritäten neu setzen. Das Wichtigste zuerst und dann kommt alles andere. Wieder einer wollte zuerst einen Abschied von seinen Angehörigen feiern, dann wollte er bereit sein Jesus zu folgen. – Wer eine so wichtige Entscheidung mit Menschen bespricht, wird nie eine treffen. Kein natürlicher Mensch hat Verständnis für geistliche Entscheidungen. Jesus sagt: Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt zum Reich Gottes.