Alles verstanden?

Verstehst du was du liest? Wie kann ich, wenn mich nicht jemand anleitet? Apostelgeschichte 8, 31

Wie wäre die Geschichte ausgegangen, wenn Philippus diesem Mann nicht geholfen hätte? Daheim angekommen, hätte er seine Prophetenrolle unter anderen Reiseandenken verstaut und wäre zur Tagesordnung übergegangen. Jetzt aber war er Christ geworden und die Schlüsselperson zur Ausbreitung des Evangeliums in Afrika.

Spurgeons Predigten wurden verstanden und waren so begehrt, dass sie wöchentlich in alle Welt verschickt wurden. Selbst die größten Zeitungen Amerikas waren an ihnen interessiert und druckten sie ab. Von Billy Grahams Predigten wird Ähnliches berichtet. Ich habe oft darüber nachgedacht, ob unsere Hörer die Predigt wirklich verstanden haben.

Unsere Worte dürfen mehr sein als Laute; sie dürfen schöpferisch sein und bei den Hörern einen neuen Tag in Existenz sprechen. Sie sind die Waffen Gottes; sie durchdringen und zerschlagen Befestigungen. Hebr. 4, 12. Von Willy Brandt wird berichtet, dass er ein Meister der Rhetorik war. Als er Bürgermeister von Berlin war, gelang es ihm während der Zeit der Blockade in seinen wöchentlichen Ansprachen, die Bevölkerung zu ermutigen, trotz vieler Strapazen und Mängel durchzuhalten. Er schaffte es. Es wird gesagt, dass es keinen Politiker gab, der es so meisterhaft verstand, die Herzen seiner Mitbürger zu  bewegen, wie ihn.

Ein Verkündiger des Evangeliums sollte dasselbe erreichen können. Seine Predigt sollte einfach, klar und verständlich sein, damit auch Kinder sie verstehen können. Seine Worte sollten lieblich sein, wie der Gesang der Vögel, frisch wie der Tau vom Himmel, klar wie das Wasser eines Baches, aber auch durchdringend wie ein Schwert.

Wenn Kinder uns verstehen können, mit welchen Gedanken und Wünschen werden dann erst die Erwachsenen den Heimweg antreten. Ein Besucher wurde nach der Predigt gefragt, ob er alles verstanden habe. Darauf die Antwort: „Pastoren sind offenbar Menschen, die man sechs Tage in der Woche nicht sieht und am siebenten nicht versteht.“
Nachdem Jesus seine Gleichnisreden beendet hatte, fragte er seine Jünger, ob sie alles verstanden hätten. Sie sagten: Ja, wir haben alles verstanden. Matth. 13, 51.

Was wäre, wenn wir dasselbe nach einem Gottesdienst einmal tun würden? Stelle nach der Predigt die Frage, wie das Thema der Predigt lautete, über welchen Text gesprochen wurde und was der Hörer nun davon in die Praxis umsetzen kann.

Die Predigt des Petrus in Jerusalem traf die Hörer mitten ins Herz und sie fragten: Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun? Apg. 2, 37

Wir können davon ausgehen, dass der Besucher eines Gottesdienstes mit der Absicht gekommen ist, zu hören. Er hat sich geöffnet, damit der Pastor Zugang bekommt, um in seinem Garten zu arbeiten. Hier soll und darf er graben, jäten, düngen und beschneiden. Er darf motivieren, trösten und ermahnen, wie Jeremia. Jer. 1. 9-10.