Der Schatz im Acker

Die Königsherrschaft der Himmel ist einem verborgenen Schatz im Acker gleich, den ein Mann fand und verbarg; dann ging er vor Freude darüber hin, verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker. Matthäus 13, 44

Wenn ich die Herrschaft des Königs beschreiben sollte, würde ich sagen: Die Herrschaft des Königs gleicht einem Thronsaal mitten in der goldenen Stadt. Alle himmlischen Wesen stehen vor ihm und sind bereit, ihm zu dienen. – Jesus gebraucht aber ein ganz anderes Bild. Er beschreibt den König als einen pflügenden Bauern, der bei seiner schweren Arbeit an einen harten Gegenstand stößt. Schnell gräbt er weiter und findet einen kostbaren Schatz. Hoch erfreut bringt er ihn in Sicherheit. In der Hoffnung noch weitere Schätze zu finden, kauft er gleich den ganzen Acker. Eine tolle Geschichte!

Gott vergleicht die Menschen mit diesem kostbaren Schatz. Jesus geht sogar so weit, dass Er sagt, dass wir wertvoller sind als alle Schätze der Welt. Matth. 16,26. Wir sind so wertvoll, dass Gott seinen Sohn für uns als Lösegeld dahingab, damit wir gerettet werden können. Die Frage stellt sich, wieso dieser Schatz in die schmutzige Erde kam, vergraben und vergessen wurde. – Hat ihn jemand verloren oder wurde er mutwillig in den Schmutz getreten? Wer in aller Welt geht mit einem kostbaren Schatz so brutal um? Ein Schatz ist doch dazu bestimmt, dass er einen Menschen zieren soll, wie Edelsteine in der Krone einen Fürsten, um so seinen Wert zu unterstreichen.

Hier läßt Jesus eine wichtige Frage offen. Jeder muss sich Gedanken darüber machen, wer oder was sein kostbares Leben entwertet und schlussendlich in den Schmutz getreten hat. Hier kann es sich nur um einen Tyrannen gehandelt haben, der Freude an der Zerstörung hat. Von einem solchen spricht Jesus. Er nennt ihn den Dieb, den Mörder, den reißenden Wolf. 

Die Geschichte geht weiter. Da ist die Rede von einem Bauern, der diesen Schatz findet. Eigentlich sollte es ein König gewesen sein, der seinen verlorenen Schatz sucht. Der Bauer ist zugleich der König in diesem Gleichnis.

Damit der Schatz gefunden werden konnte, musste Gott zum „Bauern“ werden, zum einfachen Tagelöhner und Landarbeiter – Er wäre sonst nie an den Schatz gekommen. Können wir jetzt die Worte verstehen, wenn es heißt: Er erniedrigte sich selbst und nahm die Gestalt eines einfachen Knechtes an; er wurde gleich wie irgendein anderer Mensch. Er erniedrigte sich und war gehorsam bis hin zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen steht, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist. Phil. 2, 7-11.

In dem Gleichnis sehen wir, wie schwer Gott es hat, den in den Schmutz getretenen Schatz zu bergen, und wie tief er bei uns graben musste, bis wir freigelegt und bereit waren, unser Ja zu Jesus zu sagen. Wie viel Schmutz musste entfernt werden, damit der verlorene Glanz wieder sichtbar werden konnte. Wir alle haben Gott viel Arbeit gemacht mit unseren Sünden. Das Gleichnis endet damit, dass der Finder alles verließ und verkaufte, was er hatte, um den ganzen Acker zu erwerben. Er tat es, wegen der noch vielen weiteren verborgenen Schätze. Welch ein hoher Preis für verlorene Menschen. Du bist der gefundene Schatz; danke ihm dafür und passe gut auf dich auf.