Auf einen guten Start kommt es an

Aber dann haben wir Gottes Liebe und Güte erfahren durch unseren Erlöser und Retter Jesus Christus. Nicht, weil wir etwas geleistet hätten, womit wir diese Liebe verdienten, nein, seine Barmherzigkeit war es, die uns durch eine neue Geburt zu neuen Menschen gemacht hat. Das war ein Werk des Heiligen Geistes, den Gott uns durch unsern Erlöser Jesus Christus in reichem Maße geschenkt hat. So sind wir allein durch seine unverdiente Güte von aller Schuld befreit und warten voller Hoffnung auf sein himmlisches Reich, das wir als seine Kinder erben werden. Titus 3, 4-7

Sicher hatte es einen Grund, dass Paulus so etwas schreibt. Er dachte an Abraham. Als Abraham auf den Ruf Gottes hin seine Verwandtschaft verließ, zog sein Neffe Lot mit ihm. Lot war ein Abenteurer und Trittbrettfahrer, entsprechend benahm er sich. Während Abraham Altäre baute und Gott anbetete, schaute Lot nach den längeren Grashalmen für seine Herden. Als es deswegen zu einer Trennung kam, wählte Lot Sodom und wohnte dort. 1. Mos.13, 6-13.

Vielleicht dachte Paulus auch an den Auszug Israels aus Ägypten. Während Israel das Passah hielt und sich unter der starken Hand Gottes auf den Weg machte, gab es viele Abenteurer, die mit ihnen zogen. Diese waren es, die unterwegs nur Schwierigkeiten bereiteten. Sie beklagten sich, dass es nur Manna gab und kein Fleisch und verführten das Volk zur Rebellion. 4. Mos. 11, 4

Ob sich das bis heute geändert hat? Besteht nicht die Gefahr, dass Menschen den Glauben annehmen, sich taufen lassen, aber nie wiedergeboren wurden? Dass zum Beispiel Kinder gläubiger Eltern deren Glauben übernommen haben, aber selbst nie wiedergeboren wurden? Dass Menschen sogar Theologie studiert haben und ein geistliches Amt bekleiden, ohne je wiedergeboren zu sein?

Ist das der Grund, dass Pastoren mit ihren Gemeinden Probleme haben, weil Menschen, die nie wiedergeboren wurden, mitbestimmen dürfen? Sicher ist es nicht einfach zu prüfen, ob jemand wiedergeboren ist oder nicht. Deshalb schreibt Paulus, Titus möge diese Botschaft mit Nachdruck lehren, damit niemand einen Fehlstart habe.

Die Wiedergeburt kann mit einer natürlichen Geburt verglichen werden. Leben muß zunächst gezeugt werden, wenn es zu einer Geburt kommen soll. Der Same, der das bewirkt, ist Gottes Wort. Deshalb kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi. Röm. 10, 17.

Gute Predigten wecken Glauben, öffnen Herzen und geben Gott Gelegenheit, Menschen zu berühren und zu verändern, so können sie wiedergeboren werden. Ich kann verstehen, dass Paulus diese Wahrheit Titus besonders ans Herz legt. Mitläufer und Trittbrettfahrer gab es auch schon damals, er wollte aber Nachfolger: Menschen, die mit einem guten Start in eine herrliche Zukunft ihre Reise antreten. Mit solchen Menschen kann Gott sein Reich bauen, weil sie eine Erneuerung empfangen haben, die von innen kommt – sie haben ein neues Herz und einen neuen Geist empfangen. Hes. 36, 26-27

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