Wir müssen lernen demütig zu sein

Isai aber sprach zu seinem Sohn David: „ … und nimm diese zehn frischen Käse und bringe sie dem Hauptmann und sieh nach deinen Brüdern, ob es ihnen gut geht, und bringe auch ein Unterpfand von ihnen mit.“ 1. Samuel 17, 17-18

Der weitere Verlauf der Geschichte ist interessant. David kam mitten ins Kampfgeschehen und besiegte Goliath, den größten Feind Israels. Über Nacht wurde David berühmt, man feierte ihn als Helden der Nation. Später wurde er König und regierte das Volk 40 Jahre lang. Dazu gab Gott ihm die höchste Auszeichnung: „Ein Mann nach meinem Herzen“. 1. Sam. 13, 14.

Obiger Text gibt Einblick in den Hintergrund der Geschichte. Eines Tages erscheint der Vater Davids mit der Bitte, zehn frische Käse an die Front zu bringen und nach seinen Brüdern zu schauen. Dazu sollte er ein Unterpfand mitbringen, als Beweis dafür, dass er wirklich dort gewesen war.

Ich weiß nicht, wie diese Käse beschaffen waren; jedoch gibt es Sorten, die unheimlich stinken, schmierig sind und unappetitlich aussehen. Jedenfalls sehen wir hier den Gesalbten Gottes mit der Aufgabe betraut, gleich zehn Käse an die Front zu bringen.

Ich versuche mich in Davids Situation hinein zu versetzen. Samuel hatte ihn gerade zum König über Israel gesalbt. In Zukunft sollte er der Hoffnungsträger der Nation sein. Ich stelle mir vor, ich wär David. Ich wäre der Mann zum höchsten Amt im Staat berufen und jetzt bittet man mich, zehn Käse zu transportieren, und weil man mir nicht traut, muß ich ein Unterpfand als Beweis mitbringen, den Auftrag auch ausgeführt zu haben. – Ich kenne meine Reaktionen.

Gott hat ein Recht darauf, unsere Gesinnung zu prüfen, wenn er uns im Segen gebrauchen soll. Wer sich für geringe Aufgaben als zu wichtig betrachtet, wird mit Sicherheit für große Aufgaben ungeeignet sein. Wahre Größe zeigt sich in einer demütigen Haltung. Jesus konnte von sich sagen: Ich bin von Herzen demütig. Matth. 11, 29.

Ein stolzer Mensch rennt sich immer wieder den Kopf ein, weil die Türen für ihn zu niedrig sind. Der Demütige aber kann sich bücken und ohne Probleme hindurchgehen. Auf unsere Beziehungen im Alltag übertragen bedeutet es, dass ein Demütiger sich nicht allzu wichtig nimmt.

Ein gutes Beispiel gibt uns David. Inzwischen hatte er den Thron bestiegen und regierte als Herrscher. Jetzt wurde auch die Bundeslade wieder nach Jerusalem zurückgebracht. David tanzte voller Freude darüber auf der Straße und das Volk sah zu. Seine Frau war entsetzt und kritisierte ihn. Wie kann ein Mann in solcher Position sich so benehmen! Darauf antwortete David: Ich will noch geringer werden als jetzt und will niedrig sein in meinen Augen. 2. Sam. 6, 22.

Auf die rechte Gesinnung kommt es an. Ein demütiges Herz haben ist wichtiger als Ehre, Reichtum und Macht zu erlangen. Davids Nachfolger, der König Salomo sagte: Ehe man zu Ehren kommt, muss man Demut lernen. Spr. 15, 33.