Wenn Kopfkissen wie Steine sind

Er nahm einen Stein, der dort im Gelände lag, legte ihn sich unter seinen Kopf und schlief bald ein. 1. Mose 28, 11

Es müsste schon viel passiert sein, bevor ich einen Stein als Kopfkissen nehmen würde. Jakob tat es und das hatte einen Grund: Jakob hatte sich das Erstgeburtsrecht auf ehrliche Weise von seinem Bruder erworben und als sein Vater den Erstgeborenen segnen wollte, bekam er auch den Segen.

Esau erkannte, was er angerichtet hatte und trachtete nun danach, seinen Bruder umzubringen. Jakob musste fliehen und befand sich nun in der Wüste. Die Dunkelheit war hereingebrochen und er war müde geworden und suchte nach einem Lagerplatz. Erschöpft legte er sich an einem Stein nieder und schlief ein. Ich kann mir vorstellen, dass er schon bequemer geschlafen hatte, als hier in der Einsamkeit zwischen Dornen, Skorpionen und wilden Tieren.

Die Geschichte aber geht weiter. Jakob hatte einen Traum. Gott hatte ihn gesehen und war gekommen, um ihn zu trösten. Jakob sah dort am Stein eine Leiter, deren Spitze den Himmel berührte und auf der die Engel Gottes zu ihm hinauf und herabstiegen. Dann sprach der Herr und schenke ihm eine großartige Verheißung: Alles Land, darauf du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben.  Jakob war überwältigt. Damit hatte er nicht gerechnet und sagte: Für wahr, der Herr ist an dieser Stätte und ich wusste es nicht.

Ja, so kann es einem ergehen, wenn man nach dem Segen Gottes trachtet. Es kann passieren, dass man gehasst, ausgestoßen und einsam wird. Aber Gott ist plötzlich da, als sei nichts geschehen und bekennt sich zu Jakob und spricht ihm ein weites Land zu. Ein lieber Freund erzählte, dass seine Gemeinde ihn eines Tages fristlos entlassen hatte. Über Nacht stand er auf der Straße, von Ungewissheit und Schuldgefühlen geplagt und wusste nicht, wie es weitergehen sollte. Es war Sonntag, die Kirchenglocken läuteten  aus der Ferne und luden zum Gottesdienst ein, jedoch nicht für ihn und seine Frau. Ihre Herzen füllten sich mit Schmerz, als es plötzlich an seiner Haustür klingelte. Die ganze Jugend der Gemeinde war gekommen. „Pastor,“ sagten sie, „Wenn sie dich rausgeschmissen haben, dann haben sie uns ebenfalls rausgeschmissen. Wir sind gekommen dir zu sagen, dass du mit uns rechnen kannst. Fang von vorne an, wir gehen mit dir.“ Das war der Beginn eines geistlichen Aufbruchs, den er seiner Gemeinde so sehr gewünscht hatte.

Steinerne Kopfkissen können zum Neuanfang werden. Auch dir möchte der Herr sagen, dass Gott dir alles Land, darauf du liegst, gegeben hat. Mein Freund sagte, dass so der Weg in eine neue Zukunft frei geworden war, auch wenn er viel Schmerz verursacht hatte. Endlich hatte alle Kritik ein Ende gefunden und ein neues Zentrum konnte entstehen, in dem viele Menschen ihr geistliches Zuhause fanden. Auch du möchtest gesegnet sein, wie Jakob. Du hast dafür alles eingesetzt und der Herr gab dir seinen Segen. Auch bei dir ist alles anders gekommen, als du es erhofft hattest. Könntest du dir ebenfalls einen Neubeginn vorstellen? Lass dich heute überraschen. Der Herr ist auch mit dir gegangen und sieht dich; er hat einen großartigen Plan für dein Leben. Mag deine Situation auch hart sein wie ein Stein, muß das nicht das Ende deiner Berufung bedeuten.

Heute will dir der Herr sagen: Keiner Waffe, die gegen dich bereitet wird, soll es gelingen, und jede Zunge, die sich gegen dich erhebt, sollst du im Gericht schuldig sprechen. Das ist das Erbteil der Knechte des Herrn, und ihre Gerechtigkeit kommt von mir, spricht der Herr. Jes. 54, 17