Raubvögel verscheuchen

Und die Raubvögel stießen hernieder auf die Stücke, aber Abraham scheuchte sie davon. 1. Mose 15,11

Gott schloss mit Abraham am Altar einen Bund und verhieß ihm das Land Kanaan als Besitz für ein Volk, dessen Urvater er werden sollte. Noch ehe ein Nachkomme geboren wurde, gestattete Gott ihm einen Blick in die nächsten 4-500 Jahre. Als Fremdlinge sollten sie unter einem Volk leben, das sie unterdrücken würde. Dennoch wollte Gott sie segnen, bewahren und befreien.

Dieser Bericht weist Parallelen auf zu unserer Situation als Christen. Auch mit uns hat Gott einen Bund geschlossen, als wir Christus annahmen. Auch uns hat der Herr ein Land verheißen – die zukünftige Welt, das Neue Jerusalem. Auch wir leben als Fremdlinge und Pilger unterwegs in eine bessere Welt. Auch wir werden geächtet, unterdrückt, verfolgt.

Und wie ist es mit den Raubvögeln? Ja, Raubvögel gibt es heute genau so wie damals, – nur in anderer Gestalt. Konnte der Teufel nicht verhindern, dass wir Christus als unseren Herrn angenommen haben, so will er verhindern, dass wir unter der Salbung bleiben und das Ziel erreichen. Jesus kannte diese „Raubvögel“ und sagte: Ein Dieb kommt nur, dass er stehle, würge und umbringe. Ich bin gekommen, dass sie das Leben und volle Genüge haben sollen. Joh. 10, 10.

Die „Raubvögel“ hatten bei Demas ganze Arbeit geleistet, wenn Paulus über ihn schreiben musste: Demas hat mich verlassen und ist in sein vorheriges Leben wieder zurückgekehrt. 2. Tim. 4, 10. Was war geschehen?
Demas war ein gesalbter Mitarbeiter des Paulus. Gemeinsam nahmen sie unsägliche Strapazen auf sich, zogen von Stadt zu Stadt, um das rettende Evangelium zu verkündigen. Gemeinsam erlebten sie, wie Besessene befreit und Kranke geheilt wurden. – Dennoch verließ er das Missionsfeld und kehrte wieder in sein altes Leben zurück. Demas steht leider nicht allein. Der Weg der Geschichte der Kirche ist gesäumt von gefallenen Kriegern, die alles verloren, was sie zum vollmächtigen Dienst für ihren Herrn befähigt hatte.

Der christliche Glaube stellt keine Forderungen und fordert dennoch heraus. Niemand kann Christus nachfolgen, wenn er nicht bereit ist, ihm sein ganzes Leben zur Verfügung zu stellen und wachsam zu bleiben. Sonst kommen die „Raubvögel“, die sich ihre Opfer suchen und alles nehmen, was Gott ihnen zugedacht hatte.

Den fünf törichten Jungfrauen hatten sie das Öl aus den Gefäßen geraubt und als der Bräutigam kam, waren ihre Lampen am Verlöschen. Matth. 25, 1-8. „Raubvögel“ lauern überall. Sie wollen uns die Zeit stehlen, die wir für Gott gebrauchen sollten; sie wollen unsere Gedanken vergiften, damit wir die Salbung verlieren und dem Feind nicht mehr widerstehen können. Sie wollen verhindern, dass wir Gott in Vollmacht dienen.

Bleiben wir wachsam, sie rauben nicht nur, sie bauen sogar Nester, legen ihre Eier, brüten sie aus und züchten ihre Jungen, damit ganze Schwärme dieser hässlichen Vögel uns die letzte Kraft aus der Seele rauben. Scheuchen wir sie weg, wie Abraham es tat und wachen am Altar, dem einzigen Ort, wo man Gott begegnen kann und ihm zu dienen vermag.