Pfeil und Bogen

Er lehrt meine Hände streiten und meinen Arm einen ehernen Bogen spannen. Psalm 18, 35

Letzten Sonntag sprach ich über dieses Thema. Als Illustration fertigte ich einen Bogen an und präparierte einen Pfeil. Dabei ist mir aufgefallen, dass es nicht auf die Größe oder Stärke eines Stabes ankommt, sondern ob er ein Bogen sein will, damit die Sehne Spannkraft und der Pfeil Durchschlagskraft bekommt.

Dabei stellte ich mir die Frage, warum vielen Christen die Leidenschaft für Jesus fehlt. Wo bleibt die Durchschlagskraft ihrer Worte, wenn sie dann wirklich einmal ein Zeugnis für ihren Herrn geben und warum es so wenige Menschen gibt, die mit den Emmausjüngern sagen können, weil sie sich getroffen fühlten: Brannte nicht unser Herz, als er mit uns redete? Luk. 24, 32.

Wer im Leben etwas erreichen will, muss bereit sein, Druck auf sich zu nehmen. Jeder Sportler kennt das, deshalb schreibt Paulus: Ein jeglicher aber, der da kämpft, enthält sich aller Dinge; jene nun, dass sie einen vergänglichen Kranz empfangen, wir aber einen unvergänglichen. Ich züchtige meinen Leib und zähme ihn, dass ich nicht den anderen predige und selbst verwerflich werde. 1.Kor. 9, 25+27.

Es gibt wenige, die sich gerne unter Druck setzen lassen und noch wenigere, die Druck freiwillig auf sich nehmen. Die meisten möchten es leicht und bequem haben und so haben sie sich ihre Nachfolge auch eingerichtet. Nur nicht fanatisch werden, heißt es, wenn gebetet wird. Wie kann man bitten, suchen oder anklopfen, wenn der Herr es den Seinen doch im Schlaf schenken will? Eines jedoch steht fest: Wer freiwillig etwas von ganzem Herzen für Gott tut, wird erleben, wie aus einem nichtsnutzigen Stab eine wirksame Waffe wird. Der Heilige Geist bekommt Gelegenheit, seine Kraft zu beweisen, wie eine Sehne, die den Bogen spannt. Plötzlich ist sie kein loser Faden mehr, sondern das Herzstück meiner Waffe. Als ich die Sehne zupfte, ergab sie sogar einen Klang, wie bei einem Musikinstrument. Als ich dann auch noch den Pfeil mit einer brennbaren Flüssigkeit getränkt hatte und ihn auf den Bogen legte, hatte der letzte Hörer verstanden, um was es geht.

Durchschlagskraft und Treffsicherheit erfordern also einen Preis, den wir uns selbst auferlegen müssen. Dabei hilft uns der Herr, wenn wir es ernst meinen. David hatte das erkannt als er sagte: Er lehrt meine Hände streiten und meinen Arm einen ehernen Bogen spannen.

Der Prophet Jona gibt uns ein Beispiel. Er glich einem erschlafften Bogen weil er glaubte, dass Gott gnädig ist. So nahm er den Ruf Gottes nach Ninive zu gehen, nicht mehr ernst und begab sich auf die Flucht vor Gott. Gott aber ließ es zu, dass ein großer Fisch ihn verschlang. Jetzt, im Bauch des Fisches, lernte er ernsthaft zu beten und Gottes Wort kam zu ihm. Als er dann seine Botschaft an das Volk richtete, genügten nur wenige Worte, aber diese zeigten Wirkung. Wie Brandpfeile trafen sie mitten ins Herz, und die Bürger von Ninive taten Buße. Ähnlich erging es Petrus. Auch sein Bogen war erschlafft, als er seinen Herrn verleugnete. Jesus brachte ihn wieder zurecht und als er am Pfingsttage zu den Menschen sprach, geschah ein Wunder. Wir lesen: Als sie aber das hörten, ging es ihnen durchs Herz und sie sprachen: Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun? Apg. 2, 37.