Brauche ich einen Seelsorger?

Bekennet einer dem anderen seine Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel,
wenn es ernstlich ist. Jakobus 5, 15

Der Rat eines Seelsorgers schien mir sehr wichtig zu sein, als er sagte: „Pflege deinen Garten mit Sorgfalt. Der Böse arbeitet im Verborgenen, wie die Wühlmäuse. Wenn diese erst einmal eingedrungen sind, treiben sie ihr Unwesen im Verborgenen. Sie werden ihre Arbeit nicht eher aufgeben, bis sie einen blühenden Garten zur trostlosen Wüste gemacht haben.“

Jakobus spricht die an, in deren Garten solche „Wühlmäuse“ eingedrungen sind. Der Teufel hat sie verführt und sie überwunden. Jetzt werden sie von bösen Mächten geführt und manipuliert. Sie müssen Dinge tun, die sie eigentlich verabscheuen und geraten so immer tiefer in Abhängigkeiten. Andere haben sich an Menschen schuldig gemacht und ihre böse Tat verfolgt sie Tag und Nacht. Damit ihnen geholfen werden kann, brauchen sie eine Person des Vertrauens, bei der sie sich aussprechen können. Alles was ausgesprochen wird, kommt ans Licht und was offen dargelegt wird, verliert seine Kraft.

Mit dem oben genannten Rat des Seelsorgers gesprochen, werden die Gänge der Wühlmäuse aufgegraben, das Licht vertreibt sie aus dem Garten und er kann sich wieder erholen. Die katholische Kirche hat dafür den Beichtstuhl eingerichtet. Die Erfahrung aber zeigt, dass eine Beichte allein nicht der optimale Weg ist.

Der Ratsuchende muss Jesus Christus als seinen Herrn und Beschützer in sein Leben aufnehmen. Nur Jesus kann Sünden vergeben und aus der Gewalt des Bösen befreien. Geschieht das nicht, ist eine Beichte nur eine Oberflächenbehandlung. Der Böse wird sein Spiel erneut beginnen.

Der Weg zu einem Seelsorger kann weit sein. Es gibt nur wenige, die sich gerne öffnen und über ihre Probleme und Sünden sprechen. Sie sind der Meinung, dass sie stark genug sind, selbst damit fertig zu werden oder dass die ganze Angelegenheit nicht so schlimm sei. Dazu hindert sie auch der Stolz. Wer gibt schon gerne zu, sich schuldig gemacht zu haben oder Dinge tun zu müssen, die er hasst. Gott möchte allen helfen, so spricht er uns ins Gewissen. Plötzlich regt sich etwas in der Brust trotz aller konstruierten Entschuldigungen und beginnt uns schuldig zu sprechen.

Eine solche Erfahrung machte der König David, nachdem er die Ehe gebrochen hatte. Er kam an einen Punkt, wo er kapitulieren musste und sagte: Glücklich sind alle, denen Gott ihre Sünden vergeben und ihre Schuld zugedeckt hat! Glücklich ist der Mensch, dem Gott seine Sünden nicht anrechnet, und der mit Gott kein falsches Spiel treibt! Erst wollte ich dir, Herr, meine Schuld verheimlichen. Doch davon wurde ich so schwach und elend, dass ich nur noch  stöhnen konnte. Tag und Nacht bedrückte mich dein Zorn, meine Lebenskraft vertrocknete wie Wasser in der Sommerhitze. Da endlich gestand ich dir meine Sünde; mein Unrecht wollte ich nicht länger verschweigen. Ich sagte: „Ich will dem Herrn meine Vergehen bekennen! Und wirklich: Du hast mir meine ganze Schuld vergeben! Darum sollen auch alle, die dich lieben, Herr, zu dir beten. Wer dich zur rechten Zeit anruft, der bleibt verschont von den Wogen des Unheils. Ps. 32, 1-6.