Jeder ist ein Original

Und als das Haus gebaut wurde, waren alle Steine bereits ganz zugerichtet, so dass man weder Hammer noch Beil noch irgend ein anderes Werkzeug beim Bauen hörte. 1. Könige 6, 7.

Zu Beginn der Wanderung der Juden in das verheißene Land, gab Gott ihnen den Auftrag, ihm ein Haus zu bauen, damit Gottes Gegenwart unter ihnen weilen konnte. So gab er Mose den Auftrag und sagte: Ihr sollt mir ein Heiligtum machen, dass ich unter euch wohne. Genau nach dem Bild, das ich dir von der Wohnung und ihrem ganzen Gerät zeige, sollt ihr es machen.
2. Mos. 25, 8-9.

Der Bau des Salomonischen Tempels geschah etwa 960 Jahre vor Christus. Er sollte das Heiligtum, das Mose in der Wüste erbauen ließ, ersetzen. Auch dieser Bau geschah nicht nach Gutdünken. Als der Tempel dann endlich entstehen konnte, waren alle Steine zuvor im Steinbruch vorgefertigt worden, so dass er nur noch zusammengesetzt werden musste. Dieser Bericht nötigt uns höchsten Respekt vor der Baukunst des Altertums ab. Als jedes Detail seinen Platz bekommen hatte, erfüllte Gottes Herrlichkeit das Gebäude. Der Hüter Israels war eingezogen und konnte seinem Volk Schutz und Segen geben. Und so wurden viele Psalmen auf den Tempel gedichtet und als Pilgerlieder gesungen.

Wenn ich da nicht einen Ausspruch von Petrus gefunden hätte, würde ich diesen Bericht der Vergangenheit überlassen. Aber Petrus greift diesen Gedanken auf und schreibt: Und so lasst auch ihr euch als lebendige Steine aufbauen zu einem geistlichen Haus. 1. Petr. 2, 5. Das gibt Veranlassung zum Nachdenken. Petrus gibt dem Bau des Tempels eine Bedeutung für unser Leben.

Danach ist jeder ein Stein für Gottes wunderbaren Tempel in der himmlischen Welt. Damit ist jeder einzigartig und einmalig und somit ein Original, weil der himmlische Baumeister ihn nach seinem Plan zubereitet. Jeder wird einmal einen besonderen Platz in der Herrlichkeit Gottes ausfüllen dürfen und unverzichtbar sein. Deshalb wird jeder individuell zubereitet. Es gibt bei Gott keine Kopie oder Massenabfertigung. Ist dieser Gedanke nicht wunderbar? So müssen wir uns nicht mit anderen vergleichen oder den Versuch unternehmen, jemanden kopieren zu wollen.

Weil das aber so oft der Fall ist, gibt es so viele, die kein Profil haben. Sie sind Menschen von der Stange, wie bei der Produktion von Plattenbauten. – Fassaden, ohne Gesicht. Das ist völlig anders, wenn Gott uns angenommen hat. Er gibt zerstörten Menschen ihr verlorenes Profil wieder zurück, indem er seinen Meißel ansetzt und an ihnen arbeitet. So ist es nie langweilig in der Nachfolge Jesu. Unser himmlischer Vater benutzt dazu alles, was uns im Leben begegnet. Alles soll zu unserem Besten dienen, sagt die Schrift. Röm. 8, 28.

Wer das begriffen hat, kann dankbar sogar das Leid aus Gottes Händen nehmen. Er weiß, dass er sich hier immer noch im Steinbruch der Zeit befindet; aber seine Gedanken eilen voraus und sehen mit Abraham bereits die zukünftige Stadt, von Gott erbaut. Hebr. 11, 10.

Geh heute mit dieser Erkenntnis in den Tag und lebe bewusst. Ein dankbares Herz gibt der Welt ein anderes Gesicht und schwierige Umstände oder Leid bekommen einen neuen Stellenwert.