Wenn Gott Haare zählt

Kauft man nicht zwei Sperlinge um einen Pfennig? Dennoch fällt deren keiner auf die Erde ohne euren Vater. Nun aber sind auch eure Haare auf dem Haupt alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht; ihr seid besser als viele Sperlinge. Matthäus 10, 29-31

Der Vergleich mit den Sperlingen ist interessant. Sie gibt es überall auf der Welt und es gibt Gegenden, wo sie heute noch gefangen und gegessen werden. Anders ist es mit den Haaren. Viele haben Probleme, so werden sie gefärbt, gestylt, gestreckt, ausgerissen oder sogar abrasiert. Dann erst die abfälligen Bemerkungen wie haarig, haarsträubend, haarklein.

Ich sehe mich zwar täglich im Spiegel, aber trotzdem weiß ich nicht, wie viele Haare ich auf dem Kopf habe oder wie viele ich täglich verliere. Auch hat bei mir dieses Thema keine Aktualität, – und jetzt sagt Jesus, dass Gott meine Haare zählt! Soll das ein Witz sein? Keineswegs. Jesus will uns sagen, dass unser himmlischer Vater, der das Universum schuf, jeden Stern kennt und ihm seine Bahn bestimmt, sich um mich kümmert, wobei ihm jedes Detail wichtig ist. Sind ihm meine Haare wichtig, wie viel mehr erst die täglichen Herausforderungen, meine Gedanken und Gefühle, meine Ängste und Sorgen. Kurzum: Bei Gott ist das wichtig, was wir als nebensächlich betrachten. Es gibt nichts, was er nicht wüsste, wo er nicht helfen könnte und auch helfen möchte.

Einen haarezählenden Gott hatte David erlebt, als er im 139. Psalm schrieb: Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehest meine Gedanken von Ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, Herr, nicht schon wüsstest. Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Wenn David zur Zeit Jesu gelebt hätte, würde er die obigen Worte von Herzen bestätigen und sagen: „Mein Gott ist einfach wunderbar“. Wir können einiges für unser Leben daraus lernen.

Wenn Gott sich um jedes Detail kümmert, dann sollten auch wir die  kleinen Dinge des täglichen Lebens beachten und aus ihnen ein Gebet machen. Wir ehren Gott, wenn wir vor dem Einkauf bitten, dass er uns leiten möge, damit wir günstig einkaufen können oder dass er uns Geduld gibt, warten zu können, bis das Angebot günstiger geworden ist. Wir ehren Gott, wenn wir ihn bitten, uns bei Gesprächen mit Vorgesetzten oder auf Behörden die richtigen Worte zu geben oder dass er uns seine Gedanken für die nächste Predigt ins Herz legen möge. Wir ehren Gott, wenn wir ihn bitten, dass er uns Rat und Weisheit gebe, unsere Kinder in der Gottesfurcht erziehen zu können. Wir dürfen ihm sogar unsere Gedankenwelt anbefehlen, dass er sie schützen möge. Gedanken sind Kräfte; sie können wie Vögel sein, die sich gerne überall niedersetzen, um Macht auf uns auszuüben.

Gott möchte uns bewahren, nicht jedem Gedanken nachzugehen, er könnte sich zu einem Geier entwickeln, der über uns herfällt, um uns zu zerfleischen. Wir dürfen Gott bitten, dass er unser Herz bewahre, damit keine falschen Worte über unsere Lippen kommen. Worte sind Kräfte und ein falsches Wort kann Schaden anrichten, der negative Auswirkungen hat. Der Ton macht die Musik, sagt ein Sprichwort. Nicht was ich sage zählt, sondern wie es gesagt wird. Ja, Gott zählt meine Haare, damit will er sagen, dass er ein gnädiger Vater ist, der über uns wacht. Ist ihm der Sperling nicht bedeutungslos, wird er mein kleines Leben erst recht bewahren und mich in allen Dingen recht führen.