Ungewöhnliches wagen

Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische. Lukas 5, 5-6.

Petrus war Fischer. Seine Familie lebte vom Fischfang. Die vergangene Nacht war erfolglos geblieben. Nichts hatte er gefangen und sein Boot war leer. Eigentlich eine deprimierende Situation. Jesus aber sah das und wollte ihm helfen. Er sagte: „Fahrt hinaus und werft eure Netze aus, dass ihr einen Fang macht.“ Petrus legte alle seine Bedenken beiseite, ruderte noch einmal hinaus und hatte Erfolg.

Eigentlich hätte er auch anders reagieren können. Er hätte sagen können: „Herr, was bei Nacht nicht möglich war, wird am hellen Tag erst recht nicht möglich sein; das lehrt uns die Erfahrung.“ Petrus aber gab Gott einen Chance, ihm zu helfen und sein Boot füllte sich mit einer großen Menge Fische.

Sicher hat Gott sich etwas dabei gedacht, dass er uns diesen Bericht zukommen ließ. Er möchte auch uns helfen und dafür sorgen, dass wir keinen Mangel leiden. Unser Problem ist nur, dass wir alles, was Gott zu tun gedenkt, in Frage stellen. Können wir etwas nicht verstehen, lehnen wir es ab und schon bleiben wir mit unseren Problemen allein.

Wenn immer Gott redet oder handelt übersteigt das unser Fassungsvermögen. Kannst du etwa verstehen, dass ein Mensch auf einem Berg mit einem Stab in der Hand stand und betete und solange er seinen Stab Gott entgegenstreckte, siegte das Volk Israel unten im Tal? 2. Mos. 17, 11.

Gott ist übernatürlich und nicht an Raum, Zeit oder Umstände gebunden. Er ist der Herr des Universums, der Materie und aller Wesen. Wer seine Hilfe in Anspruch nehmen will, sollte das wissen und damit rechnen, dass Gott aus dem Nichts etwas schaffen kann, genauso wie er Himmel und Erde aus dem Nichts hervorgehen ließ. Das wusste Mose, und das war der Grund, weshalb er mit seinem Stab in der Hand für sein Volk beten konnte.

Ein Freund erzählte, dass er während seines theologischen Studiums kein Geld hatte und eines Tages bat man ihn, eine Versammlung im nächsten Ort zu halten. So kniete er vor seinem Bett nieder und bat Gott um Finanzen. „Herr, gib mir genügend Geld, damit ich fahren kann.“ So betete er viele Male und nichts geschah. Plötzlich erinnerte er sich an die Worte Jesu: „Klopft an und es wird euch aufgetan.“Sofort begann er noch einmal zu beten: „Herr“, sagte er, „ich habe das Klopfen vergessen.“ So begann er mit beiden Fäusten auf sein Bett zu klopfen und plötzlich hörte er, dass ein Geldstück aus der Matratze rollte. Es war genau der Betrag, den er für die Fahrkarte brauchte und schon konnte er fahren und Gott dienen.

Ist bei dir der Eindruck entstanden, dass deine harte Arbeit umsonst war und eine lange Nacht dich müde gemacht hat und dein Boot immer noch leer geblieben ist? Verzage nicht! Jesus sieht das und möchte dir helfen. Du sollst erleben, wie Gott deine Wünsche erfüllt, auch wenn alles anders aussieht, als gedacht. Gott sagt in seinem Wort: Der Herr gebe dir, was dein Herz begehrt, und erfülle alles, was du vorhast. Ps. 20, 5. Petrus konnte zwar nicht alles verstehen, was Jesus ihm gesagt hatte, er konnte aber gehorchen, das war sein Vorteil.