Verloren, aber wertvoll

Alle sind Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist. Römer 3, 23-24

Wenn Gott sagt, dass alle Menschen Sünder sind, müssen wir unser Leben von der Ewigkeit her betrachten. Wir wurden für die Welt Gottes erschaffen. Wir sind spirituelle Wesen und suchen Werte, die es für Geld nicht zu haben gibt, wie zum Beispiel Liebe, inneren Frieden, Gerechtigkeit oder eine Hoffnung, die über das Grab hinausgeht. Dazu baut der Mensch Tempel und Altäre und gibt zu erkennen, dass er sein Zuhause hier nicht gefunden hat.

Wir alle haben unsere Beziehung zum Schöpfer verloren. Wir möchten nicht, dass über uns jemand thront, der Rechenschaft von uns fordert. So sind wir wie kostbare Edelsteine, die verloren gegangen sind. Wir haben unseren Wert verloren. Das meint die Bibel, wenn sie sagt, dass wir alle Sünder sind. Sünde besteht nicht allein aus bösen Taten, Sünde ist auch ein Zustand, – ein Leben ohne Gott.

So erhalten wir erst dann unseren Wert zurück, wenn wir das Angebot der Versöhnung mit Gott annehmen und uns finden lassen. Mein Leben hatte weder ein Ziel noch einen Inhalt. An dem Tag, als ich geboren wurde, verstarb mein Großvater an einer Überdosis Alkohol. Als ich zwölf Jahre alt war, schied mein Vater freiwillig aus dem Leben; auch ihn hatte der Alkohol fest im Griff. Die Ehe meines Bruders war unglücklich, weil auch er ein Alkoholiker war. Eines Tages verließ er seine Familie und ging in die Fremdenlegion. Dort verstarb er in Algerien. Mein jüngster Bruder wurde tot aus einem Kanal geborgen. Die Drogenmafia hatte ihn umgebracht. Ich bin allein übriggeblieben.

Auch ich war auf einem Weg, der in tiefster Finsternis geendet hätte. Was war geschehen? Gott hatte mich angenommen und mir ein neues Herz und seinen guten Geist gegeben. Das meint die Bibel, wenn es heißt: Aus Gnade seid ihr gerettet worden. Bevor ich von Gott Gnade empfing, öffnete er mir die Augen und mein bisheriges Leben rollte ab, wie ein Film. Ich sah meinen verlorenen Zustand und wusste augenblicklich, dass, wenn ich jetzt sterben würde, mein Weg in tiefster Finsternis enden würde.

Ich war zutiefst erschrocken und eine tiefe Reue erfüllte mich mit dem Wunsch, mein Leben noch einmal von vorn beginnen zu dürfen. Das ist geschehen. Die Jahre sind vergangen und schaue ich zurück, so erfüllt Dankbarkeit mein Herz. Inzwischen darf ich Gott über fünfzig Jahre dienen. Ich durfte Gemeinden betreuen und neue gründen. Es war mir vergönnt, Erweckungen mitzugestalten, Seminare zu halten und über fünfzig Länder zu bereisen und das immer mit dem Ziel, die beste Botschaft der Welt auch anderen zu sagen. Tausenden wurde geholfen und sie konnten ihr Leben neu beginnen, genau so wie ich damals tat. War ich ein Mensch mit besseren Qualitäten? Keineswegs.

Das Angebot der Gnade stellt unser Gutsein in Frage. Wer möchte gerne zugeben, dass er ein Sünder ist und sich begnadigen lassen muss? Regt sich da nicht der Stolz? Gnade demütigt zwar, aber sie gibt verlorenen Edelsteinen ihren wahren Wert wieder zurück und macht aus ihnen einen Schmuck, der die Krone des großen Königs einmal zieren wird. Ist das nichts?