Außergewöhnliches wagen

Er erquickt meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Psalm 23, 3

Eine englische Übersetzung benutzt für erquicken das Wort restaurieren. Mir scheint, dass Restauration eine tiefere Auswirkung für unser Leben hat, als wenn ich nur erquickt werde. Restauration bedeutet Wiederherstellung. Gott möchte unser Denken, Fühlen und Handeln erneuern.

Eine Bekannte schenkte mir ein Foto. Irgendwo in der Toskana hatte sie eine zersprungene Glocke entdeckt und fotografiert. Während ich das Foto betrachte, kam die Frage zu mir, ob das nun das Ende dieser Glocke bedeute. Gibt es keinen Weg, sie wieder herzustellen, damit ihr Klang die Menschen erfreuen kann? Mit Sicherheit gibt es ihn, aber sie müsste dann zerbrochen und neu eingeschmolzen werden, damit ihr Guss noch einmal beginnen könnte. David wünschte sich eine Restauration seines Verhältnisses zu Gott. Es war in seinem Leben vieles vorgefallen, das seine Seele nun belastete.

Viele kommen in die Seelsorge, weil die Vergangenheit sie nicht zur Ruhe kommen lässt. Erinnerungen werden wach oder alte Narben beginnen zu schmerzen. Einfach abhaken und so tun, als sei nie etwas geschehen, liegt nicht drin. Ein Riss ist vorhanden und hat ihnen die Lebensfreude genommen. Ihnen ist es wie dieser Glocke ergangen, der Klang ist verloren.

Gott kennt unsere Situation, deshalb heißt die Botschaft des Evangeliums Restauration. Was verloren gegangen ist, soll gefunden werden und was zerbrochen ist, soll heil werden. Kann er auch Dinge nicht ungeschehen machen, so will er uns helfen, zu den Ereignissen ein anderes Verhältnis zu bekommen. Das kann Zerbruch bedeuten. Wir kommen an den Punkt, wo wir mit unserer Kraft am Ende sind. Statt jetzt zu resignieren, wagen wir etwas Außergewöhnliches. Entgegen aller Logik, beginnen wir, Gott für unsere Vergangenheit zu danken. Wir tun es, weil wir glauben, dass Gott es gut mit uns meint. An dieser Stelle sagt Gott: Wer mir dankt, der bringt damit ein Opfer, das mich wirklich ehrt. Er macht den Weg frei, auf dem ich ihm Rettung bringe! Psalm 50, 23 (HFA)

Während unsere Gefühle zwar immer noch heftig reagieren und der Verstand sich wehrt, wir aber für alles danken, entdecken wir, dass jede Erfahrung zwei Seiten hat. Sie kann Ballast sein und uns erdrücken, sie kann aber auch Kapital sein, das wir nutzen können, um anderen zu helfen. Niemand kann einen Leidgeprüften besser verstehen und helfen, als einer, der selbst einmal ganz unten war.

Werde ein dankbarer Mensch und danke Gott für dein bewegtes Leben, für allen Schmerz, den man dir zugefügt hat, für alle Enttäuschungen und sieh, was mit dir geschieht. Du wirst mit deiner Vergangenheit versöhnt, bekommst eine neue Perspektive und deine Glocke beginnt wieder zu klingen. Der Riss tut nicht mehr weh. Deshalb saget Dank allezeit für alles Gott, dem Vater, in dem Namen unseres Herrn Jesus Christus. Eph. 5, 20.

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