Die Inflation der Information

Denn dieses Volkes Herz ist verstockt, und ihre Ohren hören übel, und ihre Augen schlummern, auf dass sie nicht etwa sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren, und ich ihnen hülfe. Matthäus 13, 15

Wir leben im Zeitalter einer Informationsflut. Was an einem Ende der Welt passiert, erfährt der Rest in wenigen Augenblicken. So gehen täglich Millionen von Informationen um die Welt und oft genügt schon ein Handy, um sie empfangen zu können. Kaum hat uns eine Nachricht erreicht, folgt schon die nächste.

Heute räumte ich mein Büro auf. Es hatten sich Berge von Informationen angehäuft und diese wollte ich ausräumen. Alles gelesen? Bei der Fülle verbleibt kaum noch Zeit, um sie zu lesen. Und jetzt? – ab in den Container.

Ich bin sicher, dass es mir nicht allein so ergeht. Unser Zeitalter könnte ohne weiteres das Zeitalter der „Inflation der Informationen“ genannt werden.

In unserem Text macht Jesus darauf aufmerksam, dass das Volk für die Botschaft des Evangeliums unempfänglich geworden war. Ihre Herzen waren hart geworden und die Ohren taub.

Was war geschehen? Dem Volk muss es so ähnlich ergangen sein, wie wir es täglich erleben. An ihre Häuser hatten sie Bibelverse geschrieben und so oft sie das Haus betraten, konnten sie diese lesen, – offenbar bis zum Verdruss. Dazu hatten sie sich mit mehr denn 600 religiösen Vorschriften umgeben und wehe, wenn diese übertreten wurden. Überall lauerten Religionswächter und Steine gab es genug, um an Ort und Stelle Übertreter zu steinigen. So war die Botschaft allgegenwärtig und es gab kaum noch jemand, der sich damit ernsthaft auseinander gesetzt hätte.

Als dann die Nachricht zu ihnen kam, dass der Messias jetzt unter ihnen sei, gab es keinen Raum, dieser Botschaft Gehör zu schenken. – Die Inflation der Information war vorprogrammiert.

Ich fürchte, wir haben uns daran gewöhnt, nicht mehr richtig hinhören zu wollen, wenn Gott zu uns reden will. Salomo sagt: Ein hörendes Ohr und ein sehendes Auge, die macht beide der Herr. Spr. 20, 12. Damit will Gott uns sagen, dass er uns helfen will. Er öffnet das Ohr und schärft den Blick für sein Wort, aber auch für die Zeit, in der wir leben. Ich wünsche uns allen hörende Ohren und sehende Augen, dann werden unsere Prioritäten richtig gesetzt.

Dann kommt es nicht mehr darauf an, glücklich zu sein, sondern andere glücklich zu machen, auch geht es nicht darum, geliebt zu werden, sondern zu lieben und anderen zum Segen zu sein. Niemand möchte sich selbst durchsetzen, sondern anderen rücksichtsvoll begegnen. Ebenfalls geht es nicht darum, lange zu leben, sondern dass unser Leben den rechten Inhalt hat. Was die Menschen von uns denken und sagen, ist dann egal, wichtig ist, was wir vor Gott sind. Dann kommt es nicht darauf an, ob wir viel Erkenntnis haben, sondern ob wir das Erkannte in die Tat umsetzen.