Erziehung muss sein

Siehe, mein Sohn, der von meinem Leibe gekommen ist, trachtet mir nach dem Leben. 2. Samuel 16, 11

Die Bibel berichtet ungeschminkt auch über menschliches Versagen. Solche Vorkommnisse werden in Heldengeschichten gerne verschwiegen. Obiger Text gibt uns Anteil an einem Familiendrama am königlichen Hof. Einer der Söhne Davids, Absalom, hatte die Gunst seines Vaters für seine eigenen Zwecke missbraucht. Er hatte das Volk hinter sich gebracht, eine Palastrevolution angezettelt und seinen Vater vom Thron gejagt. Mit der aufgeputschten Armee verfolgte er nun seinen Vater, um ihn für immer aus dem Weg zu schaffen. Der Putschversuch misslang und endete mit dem Tod Absaloms.

Was waren die Gründe zu dieser Tragödie? Absalom war intelligent, er hatte ein gutes Aussehen und war beim Volk beliebt. Es stand ihm alles zur Verfügung, so dass er ein Leben im Luxus leben konnte. Offenbar reichte dies alles nicht aus, um einen Sohn vor der schiefen Bahn zu bewahren.

Auch heute stehen viele Eltern ratlos neben ihren Kindern, weil sie Wege eingeschlagen haben, die mit Sicherheit ins Verderben führen.

Wer die ganze Geschichte liest, findet heraus, dass dem König die Regierungsgeschäfte über den Kopf gewachsen waren. Es fehlte ihm einfach an Zeit. Absalom konnte über Jahre ungehindert sein Unwesen treiben, bis es zu spät war. Ich glaube, dass bis heute Zeitmangel bei der Erziehung unserer Kinder eines der größten Probleme ist. Gott gab dem Menschen die längste Kindheit, damit Eltern oder Vorgesetzte so viel als möglich in das Kind hinein investieren können. Seit Beginn der antiautoritären Erziehung hat sich in der Pädagogik viel geändert. Weil Züchtigung verboten ist und gutes Zureden allein nichts nützt, wissen Eltern oft nicht, wie sie sich verhalten sollen.

Mein Rat wäre: Nehmt euch genügend Zeit für eure Kinder und hört ihnen zu, wenn sie euch etwas sagen möchten. Nehmt ihre Probleme ernst und geht ihnen nach. Seid ihnen in allem ein gutes Vorbild. Ein Kind ahmt alles nach, was es sieht und hört. Bereits in den ersten drei Jahren sind die Gleise für sein Leben gelegt, auf denen der Zug dann fahren wird. Kindergärten oder Kindertagesstätten können Mutter oder Vater nicht ersetzen. Nutzt eure Stellung als Erziehende nicht aus. Behandelt deshalb eure Kinder nicht ungerecht und bevorzugt niemanden. Kinder haben ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden und fühlen sie sich benachteiligt, rächt sich das im späteren Leben. Erfüllt ihnen auch nicht jeden Wunsch. Ein Kind muss verzichten lernen und warten können. Ein Kind muss Gehorsam lernen. Wenn ein Nein gesagt wird, dann muss es bei einem Nein bleiben, sonst machen wir uns unglaubwürdig und das Kind lernt nie zu gehorchen.

Macht Kinder vertraut mit Gottes Wort und lehrt sie das Beten. So bekommen sie moralische Leitplanken, wenn sie versucht werden. Dazu bekommt der Heilige Geist die Möglichkeit, sie zu schützen und zu führen.

Während das Tier seinem Trieb gehorcht, wird der Mensch beeinflusst und von seinen Phantasien und Wünschen gesteuert. Jesus sagt: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Dann fügt er hinzu, dass ein Rebstock beschnitten werden muss, wenn er gute Früchte hervorbringen soll. Diesen Vergleich nimmt Jesus, weil der Mensch das einzige Wesen ist, das erzogen werden muss, wenn er nicht verwildern soll. Darum: Erziehung muss sein!