Die Macht der Worte

Die Zunge ist nur ein kleines Glied und richtet große Dinge an. Siehe, ein kleines Feuer, welch einen Wald kann es entzünden. So ist auch die Zunge ein Feuer, eine Welt voll Ungerechtigkeit. Sie ist nur ein kleines Glied aber befleckt den ganzen Leib; sie ist in der Lage, die ganze Welt anzuzünden, wenn sie von der Hölle entzündet ist. Jakobus 3, 5-6.

Es gibt kein Wesen, das mit Feuer hantiert, als allein der Mensch. Feuer ist faszinierend und zieht in seinen Bann. Ich werde an einen Zeitungsbericht erinnert: Feuerwehrmann als Brandstifter entlarvt. Als Begründung hieß es: „Ich wollte es mal richtig brennen sehen, darum habe ich das Feuer gelegt.“ Ein anderer Bericht: Kinder spielten in der Scheune mit Feuer, als es plötzlich außer Kontrolle geriet. Das ganze Gehöft wurde eingeäschert, es entstand ein hoher Sachschaden.

Alles Leid auf dieser Welt verdankt der Mensch dem Menschen. Oft genügt schon ein unbedachtes Wort, um einen Flächenbrand auszulösen. Das Grundübel ist die Zunge. Mit Worten werden Freundschaften geschlossen, aber auch zerstört. Mit Worten werden Menschen geführt, aber auch verführt. Durch Worte sind Revolutionen entstanden und Kriege mit Millionen von Toten geführt worden. Mit Worten wird Gottes Reich gebaut, aber auch zerstört.

Unsere Demokratie gestattet Redefreiheit. Jeder darf sagen, was er will, solange er nicht die Ehre eines Menschen antastet. Trotzdem versucht man es. Die List ist immer die gleiche: Man nehme ein unbedachtes Wort von Personen aus dem öffentlichen Leben, moralisiere es und lasse dieses von den Medien solange wiederholen, bis die Öffentlichkeit es glaubt und die Person als untragbar erscheint und aus dem Amt scheiden muss.

In unseren Tagen finden sich immer mehr, die versuchen mit Worten das Volk gegen die Regierung aufzuhetzen. Sobald etwas beschlossen wird, läuft man mit fragwürdigen Argumenten Sturm, um es wieder rückgängig zu machen. Gelingt das, wird es unverzüglich Nachahmer geben und ein Staat wird unregierbar. Das würde Anarchie und Chaos bedeuten. Worüber fast täglich die Medien berichten, deckt sich mit der prophetischen Schau des Apostel Paulus: Das sollst du aber wissen, dass in den letzten Tagen schlimme Zeiten kommen werden. Denn die Menschen werden viel von sich halten, geldgierig sein, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, gottlos, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, zuchtlos, wild, dem Guten Feind, Verräter, unbedacht, aufgeblasen. Sie lieben die Wollust mehr als Gott; sie haben den Schein der Frömmigkeit, aber deren Kraft verleugnen sie; solche Menschen meide! 2. Tim. 3, 1-5.

Allein dem Menschen ist es gegeben, zu reden. Das hat einen Grund. Der Mensch wurde nach dem Ebenbild Gottes erschaffen, denn Gott kann reden. Er sprach und es wurde Licht, heißt es im Schöpfungsbericht. Johannes schreibt: Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. Joh. 1, 1-3.

Wenn negative Worte verheerende Kräfte sind, was wird erst geschehen, wenn es Worte sind, die von Gott kommen. Haben wir Christus zu unserem Herrn gemacht, beginnt Christus in uns zu wohnen. Damit ist das Wort Gottes zu uns gekommen. Sei mutig und sprich über deinen Glauben, das Feuer will brennen.