Europa, quo vadis?

So entbrannte denn der Zorn des Herrn über Israel, und er gab sie in die Hände von Räubern, die sie ausraubten, und verkaufte sie in die Hände ihrer Feinde ringsumher. Und sie konnten nicht mehr ihren Feinden widerstehen. Richter 2, 14

Für das Volk Israel war eine schreckliche Zeit angebrochen. Sie waren zwar am Ziel ihrer langen Wüstenwanderung angekommen und jeder hatte sein Erbteil in Besitz genommen, das er nun verwalten durfte. Die Geißelhiebe und drückende Last ihrer harten Arbeit war vorüber, ihre armseligen Zelte, in denen sie vierzig Jahre wohnten, hatten sie gegen schöne Häuser eingetauscht. Statt Wasser aus dem Felsen, gab es hier eigene Brunnen. Statt Wüstenstaub, hatten sie hier frische Luft aus ihren blühenden Gärten und grünenden Wäldern. Der Wohlstand war eingekehrt.

Nun aber das Unfassbare: Gott war nicht mehr erwünscht. Warum noch beten, wenn es einem gut geht? Warum noch Gott um Kraft und Weisheit bitten, wenn es einem doch gelungen war, das Land aufzubauen? Sie vergaßen, dass es Gott war, der ihnen das alles geschenkt hatte.

Was geschieht, wenn Gott nicht mehr erwünscht ist? Dann weicht der Schutz Gottes und ein Volk wird schutzlos seinen Feinden gegenüber. Jetzt waren sie so geschwächt, dass sie tatenlos zusehen mussten, wie Räuber sie ausraubten und sie in die Hände fremder Herrscher kamen. Mit solchen Geschichten möchte Gott uns warnen, zu glauben, dass Wohlstand und Reichtum allein der menschlichen Kraft zu verdanken sind. Ein Volk ist immer nur so stark, wie seine moralische Substanz ihm die Kraft zum gesunden Handeln gibt. Verliert es seine Werte, verliert es sein moralisches Rückgrat und ist seinen Feinden schutzlos preisgegeben. Diese Feinde haben viele Gesichter: Korruption, Kriminalität, Sucht, Verarmung, Zerfall der Ehen und Familien oder lebensfeindliche Ideologien, sind nur einige von ihnen.

Europa, quo vadis? Diese Frage wird immer heißer diskutiert. Auf der einen Seite sind es die Millionen aus Nachbarländern, die versuchen, hier Fuß zu fassen, auf der anderen Seite die immer höher werdende Staatsverschuldung der einzelnen Länder oder die zunehmende Arbeitslosigkeit. In diesen Tagen kommt noch das Erwachen der islamischen Völker gegen seine Unterdrücker hinzu. Lassen wir uns nicht täuschen, unser Wohlstand ist aus Ruinen erwachsen. Diese Zeit liegt weit hinter uns, aber wir haben vergessen, dass es Gott war, der sich unser erbarmt hatte. Unser Wohlstand ist ein Geschenk Gottes und kein eigener Verdienst. Dieses Geschenk wird uns nur solange erhalten bleiben, wie unser Volk seine christlichen Werte bewahrt. Systematisch wird unser Volk vom Gedanken an einen Schöpfer ferngehalten. Nur an die Folgen hat man nicht gedacht. Ohne Glauben an einen Schöpfer wird der Mensch selbst zum Schöpfer und macht sich zum Maß aller Dinge. Die Reichen werden immer reicher und die Armen bleiben auf der Strecke. Wann werden sie aufstehen und protestieren, wie bereits in anderen Ländern?

Habe trotzdem keine Angst, denn der im Himmel sitzt lacht über das Gespött der Gottlosen, aber mit peinlicher Sorgfalt wacht er über seine Kinder. Sie sind der Mittelpunkt seiner Interessen. Alles, was weltweit geschieht, sind die Geburtswehen für den Tag, an dem die Erlösten die Erde verlassen um für immer beim Herrn zu sein. Bist du dann mit dabei? Dann wird es heißen: Europa, quo vadis?

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