Jeder Mensch hat Träume

Denn wie ein Hungriger träumt, dass er esse, – wenn er aber aufwacht, so ist sein Verlangen nicht gestillt; und wie ein Durstiger träumt, dass er trinke, – wenn er aber aufwacht, ist er matt und durstig. Jesaja 29, 8

Hunger und Durst verlangen nach Sättigung; bleibt diese aus, muss der Mensch sterben. Das Verlangen nach Sättigung kann ihn rasend machen und ihn bis in den Schlaf verfolgen. Er beginnt von Sättigung zu träumen und wenn er erwacht, beginnt die Suche von vorne.

Ich selbst kam noch nie in eine solche Situation, aber Freunde erzählten mir von ihrer Safari durch die Wüste. Unterwegs hatten sie eine Autopanne und kamen nicht mehr von der Stelle. Ungeschützt waren sie der Hitze der Sonne ausgesetzt und mit der Zeit ging ihnen das Trinkwasser aus. Aus Verzweiflung öffneten sie den Kühler und begannen das Kühlwasser zu trinken, Der Durst hatte sie rasend gemacht, da war es ihnen egal, ob im Wasser Frostschutz sein könnte oder nicht. – Nur zu trinken war ihr heißes Verlangen.

Diese Art von Sättigung ist aber nur die eine Seite menschlichen Daseins, die andere befasst sich mit dem Verlangen des Herzens, und auf dieses geht obiger Text ein. Der von Gott getrennt lebende Mensch gleicht meinen Freunden in der Wüste. Das Verlangen nach innerer Sättigung treibt ihn bis zum Wahnsinn. Das ist der Grund dafür, dass es so viele Süchtige gibt. Ihr ungestilltes Verlangen hat ihnen Ketten an die Seele gelegt, um sie zu zerstören. Das hat die Filmindustrie erkannt. So produziert sie Illusionen und bietet diese als Nahrung an. Das Gefühl von Sättigung soll entstehen, und dennoch geht jeder leer aus. Warum? Eigentlich verlangt das Herz nach einer anderen Speise. Das ist der Grund, weshalb die Bibel sagt: Der Mensch lebt nicht von Brot allein, sondern von Worten, die von Gott kommen.

Träumen ist ein menschliches Bedürfnis, das hat auch die Werbeindustrie erkannt. Großflächig werden Produkte angeboten, die den Bedürfnissen entsprechen, und ist das nicht der Fall, werden viele Tricks angewendet, bis der Konsument willig ist und zugreift. Die Methoden, die dabei verwendet werden, sind denkbar einfach. Man verspreche ihnen Glück, Zufriedenheit, Reichtum, Abenteuer oder Sicherheit und Erfolg und schon wird Aufmerksamkeit geweckt und der Mensch beginnt zu träumen. Nicht selten kauft er nun Ware, die er eigentlich nicht braucht und bezahlt mit Geld, das er dafür nicht hat. Jeder Mensch kann träumen und hat er zu träumen aufgehört, ist er gestorben. Gott hat etwas in sein Herz hineingelegt, das in ihm Träume wecken soll. Ich vergleiche das mit einem Kompass.

Jeder Kompass hat die Eigenschaft, dass seine Nadel immer in die gleiche Richtung zeigt, egal wie man sich dreht, immer zeigt sie nach Norden. Nimmt man das ernst, fängt man an, seine Richtung zu ändern und wird zum Gottsucher. Jetzt träumt man von Liebe, von Frieden, Gerechtigkeit und Vergebung und von einer Hoffnung, die nicht stirbt. Die Botschaft des Evangeliums erfüllt diese Bedürfnisse, und wer sie annimmt, ist nach Hause gekommen und hört auf zu suchen.

2 Antworten auf „Jeder Mensch hat Träume“

  1. Beim Thema ‚Träumen‘ fällt mir immer ein Ausspruch von Rabindranath Tagore ein, den ich in meiner Jugend lernte und der für mein Leben richtungsweisend wurde:

    Ich schlief und träumte, das Leben wäre Freude,
    ich erwachte und sah, das Leben war Pflicht;
    ich handelte – und siehe: Die Pflicht war Freude.

    Gott segne mein Handeln!

  2. Eine sehr gehaltvolle Botschaft mit vielen kleinen Details zum Nachdenken. Besonders spricht mich der Teil der Illusionen und des Träumens an. Ja, es ist eine Illusion nach unseren Vorstellungen eine Welt zu errichten, die ohne die Liebe Gottes auskommt. Eine solche Welt kann sich auf Dauer nicht erhalten, weil die Kraft durch Ausbeutung begrenzt ist.

    Im Träumen während des Schlafes in der Nacht zeigen sich oft Dinge, die wir tagsüber nicht richtig verarbeitet haben. wenn es mir gelingt schreibe ich den Inhalt in der Nacht auf einen Zettel der ständig auf meinem Nachtkasten liegt und morgens frage ich in der Meditation nach dem Hintergrund…

    Danke für die Inspiration der Adlerbotschaft…
    herzlichst Uli

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