Teilen, das Gesetz der Vermehrung

Gebt, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überfließend Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messet, wird man euch wieder messen. Lukas 6, 38

Wir leben in einem Land mit dem höchsten Wohlstand. Allen geht es gut, niemand muss Hunger leiden. Dennoch können wir feststellen, dass es immer mehr Menschen gibt, denen das Lachen aus der Seele gewichen ist. Überall macht sich Unzufriedenheit breit und es wird geklagt, wie schlecht es einem geht.

Dazu machen Altersarmut oder Kinderarmut täglich Schlagzeilen. Ein ganz anderes Bild zeigt sich in Ländern, wo die Armut allgegenwärtig ist. Bei aller Armut sind die Menschen dort in der Regel psychisch stabiler und dankbarer als bei uns, auch wenn sie mit nur gelegentlicher Arbeit ihr Leben fristen müssen.

Wissenschaftler, Politologen oder Soziologen suchen die Ursache im Umfeld der Menschen. Sie sind der Meinung, wenn das Umfeld besser wäre, gäbe es glücklichere Menschen. Dabei übersehen sie, dass auch die Reichen keineswegs glücklicher sind. Die Gier nach immer mehr Geld füllt die Schlagzeilen über Managergehälter und Steuerhinterziehungen. „Teilen, das Gesetz der Vermehrung“ weiterlesen

Auf den Kern kommt es an

Aber so sind die Gottlosen nicht, sondern wie Spreu, die der Wind verstreut. Psalm. 1,4

Der norwegische Dichter Ibsen beschreibt in einem Drama einen alten Mann, Peer Gynt, der bis zum Ende seines Lebens einsam im Wald in einer Hütte lebte. Der Tag seines Todes war gekommen und er musste sich mit dem Sterben auseinandersetzen. Voller Verzweiflung hielt er eine Zwiebel in seinen Händen und trennte eine Schale von der anderen. Dabei wurde sie immer kleiner und die Schalen wollten kein Ende nehmen. Da rief er aus: „Hat sie denn nur Schalen? Wo ist der Kern? – Dann gleicht sie meinem Leben“. „Auf den Kern kommt es an“ weiterlesen

Ein gravierender Unterschied

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Psalm 23, 1

Es gab wohl keinen Menschen im Alten Testament, der so verleumdet und verfolgt wurde, wie David. Von seinem Schwiegervater zum Staatsfeind Nummer eins erklärt, obwohl er sich zum König stets loyal verhielt und politisch sogar viel erfolgreicher war, wurde er aus der Gesellschaft verstoßen. Ihm verblieben nur noch die Wüste und die zerklüfteten Berge des Landes. Hier hauste er mit wilden Tieren und campierte im Freien oder in kalten Höhlen, ständig in Gefahr, von Sauls Soldaten entdeckt und umgebracht zu werden. „Ein gravierender Unterschied“ weiterlesen

Rückendeckung von Gott

Da erhob sich der Engel Gottes, der vor dem Heer Israels herzog, und stellte sich hinter sie. Und die Wolkensäule vor ihnen erhob sich und trat hinter sie und kam zwischen das Heer Israels. Und dort war die Wolke finster, und hier erleuchtete sie die Nacht, und so konnten die Heere die ganze Nacht einander nicht nähern. Und die Kinder Israel gingen hinein mitten ins Meer auf dem Trockenen. 2. Mose 14, 19-22

Die Heere Pharaos waren fest entschlossen, die entflohenen Juden wieder in die Sklaverei nach Ägypten zurückzuholen. Die Wolkensäule verhinderte es, indem Gott ihnen den Rücken deckte und sie schützte.

Wir entdecken hier eine großartige Wahrheit, die auch heute noch Gültigkeit besitzt. Gott schützt seine Kinder vor Angriffen aus dem Hinterhalt, indem er ihnen den Rücken deckt. Das hat Paulus gemeint, wenn er schreibt: Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der da gerecht macht. Wer will verdammen? Christus ist hier, der
gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns.
Röm. 8, 31+33-34. Wenn Gott uns Rückendeckung gibt, erwartet er, dass auch wir dasselbe tun. „Rückendeckung von Gott“ weiterlesen

Gesunde Atmosphäre ist unverzichtbar

Der Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, dass ihr einträchtig gesinnt seid untereinander, Christus Jesus gemäß, damit ihr einmütig mit einem Munde Gott lobt, den Vater unseres Herrn Jesus Christus. Darum nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob. Römer 15, 5-7

Sie saßen um das Lagerfeuer und sprachen über geistliche Themen; eines befasste sich mit Gemeinschaft. „Was können wir dazu beitragen, dass Gemeinschaft unter Christen wieder Spaß macht“, fragte jemand. Viele Vorschläge wurden gemacht, aber keiner wollte so recht zünden, bis jemand sagte: „Ich denke, ich habe die Lösung“. Während das Feuer noch hell loderte und wohltuende Wärme abstrahlte, nahm er einen Stab und löste einige brennende Holzscheite aus der Glut. „Seht, was jetzt geschieht“, sagte er. Die Glut wich allmählich aus den brennenden Stücken und stinkender Qualm verpestete die Luft. „Das ist die Lösung zu einer Gemeinschaft, die Spaß macht,“ sagte er. „Wir nehmen uns gegenseitig ohne Vorbedingungen an, auch wenn uns jemand dabei unsympathisch sein mag. Wenn wir uns dann so um Christus scharen, wie hier die einzelnen Holzstücke, die noch verblieben sind, werden wir erleben, dass Gemeinschaft ein unverzichtbarer Segen ist. „Gesunde Atmosphäre ist unverzichtbar“ weiterlesen

Wer schreit, wird gehört

Und als Bartimäus hörte, dass es Jesus von Nazareth war, fing er an zu schreien und sagte: Jesus, du Sohn Davids, erbarme ich meiner! Und viele bedrohten ihn, er solle stillschweigen. Er aber schrie noch viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich mein! Und Jesus stand still und sprach: Rufet ihn her! Und sie riefen den Blinden und sprachen zu ihm: Sei getrost, stehe auf! Er ruft dich. Markus 10,47-49

Schon mal erlebt, wie die Reaktionen sind, wenn alle friedlich zusammen stehen und plötzlich jemand laut durch die Menge schreit, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken? Eigentlich wollten alle nur sehen wer da umgeben von Anhängern die Straße entlang kommt. Sie hatten viel von Jesus gehört und ihre Meinungen gingen weit auseinander. Volksverhetzer, sagten die einen, die anderen hielten ihn für einen Hochstapler, der behauptete Gottes Sohn zu sein. Niemand wusste so recht etwas mit ihm anzufangen und plötzlich schrie jemand aus ihren Reihen und bat diesen Jesus um Heilung. „Unerhört“, hieß es, „schweig gefälligst. Während wir kritisieren, willst du von ihm geheilt werden?“ Er ließ sich nicht einschüchtern und schrie noch lauter. Bartimäus wusste, wenn ich jetzt nicht alles tue, verpasse ich meine größte Chance. Ich bleibe blind und werde für den Rest meines Lebens betteln. Jesus stand still, wandte sich diesem Manne zu, heilte ihn und sagte, dass sein Glaube ihm geholfen habe. „Wer schreit, wird gehört“ weiterlesen

Gemeinsam sind wir stark

Ich freute mich über die, die mir sagten: Lasset uns ziehen zum Haus des Herrn! Psalm 122,1

Es gibt Gründe, warum ich gerne einen Gottesdienst besuche. Ich schreibe das für die, die der Meinung sind, dass man auch zu Hause Gottes Wort lesen kann.

Die Termiten gehören zu den schwächsten Insekten. Eigentlich sind sie nur einige Millimeter groß und viel zu schwach, um auch nur etwas zu bewegen. Sie leben aber in großen Kolonien. Gemeinsam schaffen sie sich einen Bau von vielen Metern Höhe, hart wie Beton, so dass Elefanten ihn nicht zerstören können. Ebenso sind wir Menschen schwache Wesen; gemeinsam aber können wir unbezwingbar sein, das beweist die Geschichte immer wieder.

Der Besuch eines Gottesdienstes kann zu einem gesellschaftlichen Ereignis werden. Weil man zu einer großen Familie gehört, treffen sich Menschen, die sich kennen und schätzen. Sie sprechen miteinander oder essen gemeinsam oder helfen sich gegenseitig. „Gemeinsam sind wir stark“ weiterlesen

Pfeil und Bogen

Er lehrt meine Hände streiten und meinen Arm einen ehernen Bogen spannen. Psalm 18, 35

Letzten Sonntag sprach ich über dieses Thema. Als Illustration fertigte ich einen Bogen an und präparierte einen Pfeil. Dabei ist mir aufgefallen, dass es nicht auf die Größe oder Stärke eines Stabes ankommt, sondern ob er ein Bogen sein will, damit die Sehne Spannkraft und der Pfeil Durchschlagskraft bekommt.

Dabei stellte ich mir die Frage, warum vielen Christen die Leidenschaft für Jesus fehlt. Wo bleibt die Durchschlagskraft ihrer Worte, wenn sie dann wirklich einmal ein Zeugnis für ihren Herrn geben und warum es so wenige Menschen gibt, die mit den Emmausjüngern sagen können, weil sie sich getroffen fühlten: Brannte nicht unser Herz, als er mit uns redete? Luk. 24, 32. „Pfeil und Bogen“ weiterlesen

Wenn Gott unbegreiflich wird

Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen? Hiob 2,10

Es gibt wenige, die den Verlust von Hab und Gut oder den eines lieben Menschen dankbar aus Gottes Händen nehmen können. Hiob war so einer. Eben noch ein gesunder, wohlhabender Mann und Vater von zehn Kindern, hatte über Nacht alles verloren. Selbst seine Frau distanzierte sich von ihm und riet, seinen Glauben zu verlassen: „Sag Gott ab und stirb.“

Jeder möchte von Gott gesegnet sein und verbindet damit Wohltaten und Zuwendungen, die uns gut tun. Wenige bedenken, dass es auch Segnungen gibt, die Schmerzen bereiten. Hiobs Geschichte gibt dafür ein Beispiel. Ohne sie wüssten wir nichts über die Hintergründe von Leid und Schmerz und wie Gott reichlich entschädigt. Er erstattete ihm nicht nur seinen materiellen Verlust, sondern auch den Verlust seiner Kinder. Hiob bekam weitere zehn Söhne und drei Töchter geschenkt. Auch wir sind nicht davor geschützt, dass uns ein materieller Verlust oder der Tod eines geliebten Menschen heimsucht und sich über Nacht alles verändern kann. Dann stellt sich die Frage, wie wir damit umgehen werden. In diesen Tagen erreichte mich der Brief eines lieben Freundes. Nicht lange verheiratet, erwarteten sie ihr erstes Kind. Die Freude wuchs von Tag zu Tag; nur noch wenige Wochen und es sollte geboren werden. Das neue Heim war fertig gebaut und das Kinderzimmer eingerichtet. – Es kam alles anders. „Wenn Gott unbegreiflich wird“ weiterlesen

Ein ungewöhnlicher Gottesdienst

Und sie stiegen auf das Dach und ließen den Gichtbrüchigen durch die Ziegel hernieder mit dem Bett mitten unter sie vor Jesus. Lukas 5, 19

Ich werde an einen Gottesdienst in Peru erinnert. In Cuzco, einer Stadt über 3000 Meter hoch in den Anden, befindet sich eine Kirche aus Lehm erbaut und mit Gras abgedeckt. Unter den vielen Besuchern sah ich einen gelähmten Mann, der offenbar nur seinen Kopf bewegen konnte. Da der Weg zur Kirche steil und rutschig war, fragte ich den Pastor, wie dieser Mann es geschafft habe, in den Gottesdienst zu kommen. Die Erklärung war verblüffend. „Dieser Mann wohnt weit außerhalb der Stadt in der Wildnis. Seine Angehörigen haben ein Pferd und wenn er den Gottesdienst besuchen will, legen sie ihn quer über den Pferderücken und das Pferd bringt ihn zur Bushaltestelle. Dort nimmt ihn der Busfahrer und trägt ihn in den Bus. Vor der Kirche warten andere auf ihn und tragen ihn hinauf in den Gottesdienst“. „Ein ungewöhnlicher Gottesdienst“ weiterlesen