Menschen aus einem Stück

Da fing Jesus an und sagte zuerst zu seinen Jüngern: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, welches ist die Heuchelei. Lukas 12, 1

Mit nichts kann man besser täuschen als mit Religion; das war der Grund, weshalb Jesus die Pharisäer und Schriftgelehrten mit schärfsten Worten tadelte. Mit ihrer Heuchelei war es ihnen gelungen, sich als Herren über das Volk zu erheben und die Massen zu ihrem eigenen Vorteil auszunutzen. Sie hatten dem Volk das Himmelreich verschlossen und waren selbst nie hineingegangen. In unserer Nähe befindet sich ein Friedhof. Weil er wie ein Park angelegt ist, besuche ich ihn gerne. Unter den vielen Grabsteinen befindet sich einer, der ein Gesicht mit einer Maske zeigt, die gerade abgenommen wird. Die Botschaft ist eindeutig. „Menschen aus einem Stück“ weiterlesen

Jesus allein genügt

Und es wurde Jesus angesagt: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen dich sehen. Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Meine Mutter und meine Brüder sind diese, die Gottes Wort hören und tun. Lukas 8, 20-21

Maria mit ihren Söhnen war gekommen, um Jesus zu sehen. Sicher hatte sie einiges mit ihm zu besprechen. Es ist unglaublich, wie Jesus reagiert. Er sagt: Meine Mutter und meine Brüder sind diese, die Gottes Wort hören und tun. Etwas Ähnliches geschah schon einmal bei einer Hochzeitsfeier, bei der auch seine Mutter anwesend war. Als es an Wein fehlte, machte sie ihn darauf aufmerksam und sagte: Sie haben nicht mehr genügend Wein. Jesus wies sie ab mit den Worten: Weib, was geht’s dich an, was ich tue? Joh. 2, 4. Warum geht Jesus so mit seiner Mutter um? Was war der Grund? „Jesus allein genügt“ weiterlesen

Wegweiser statt Rastplätze

Da sprach Petrus zu Jesus: Meister, wie schön ist es, dass wir hier sind! Wir wollen drei Hütten bauen: Eine für dich, eine für Mose, eine für Elia. Lukas 9, 33

Jesus nahm Johannes, Jakobus und Petrus auf einen Berg, um zu beten, als sich plötzlich der Himmel öffnete und ein wunderbarer himmlischer Glanz über sie kam. Im gleichen Licht erschienen auch Mose und Elia. Petrus war überwältigt, damit hatte er nicht gerechnet. Sofort wollte er für jeden eine Hütte bauen. Seine Überlegung war, dass, wenn Jesus Mose und Elia hier bleiben würden, auch die Herrlichkeit Gottes hier bleiben würde. Ich kann Petrus verstehen. Wer so etwas erlebt, hat einen Blick hinter den Vorhang getan. Er hat gesehen, wie schön es in der zukünftigen Welt ist und möchte am liebsten dort bleiben. Lazarus wurde aus dieser Welt wieder zurückgerufen, als Jesus ihn von den Toten wieder erweckte. Ob er glücklich darüber war? „Wegweiser statt Rastplätze“ weiterlesen

Ruhe mitten im Sturm

Jesus aber sprach zu ihnen: Wo ist euer Glaube? Sie fürchteten sich aber und verwunderten sich und sprachen untereinander: Wer ist dieser? Selbst dem Wind und dem Wasser gebietet er, und sie sind ihm gehorsam. Lukas 8, 25

Jesus war mit seinen Jüngern in einem Boot unterwegs, um einen Mann aus der Gewalt Satans zu befreien, der auf der anderen Seite des Sees unbekleidet in Grabhöhlen wie ein wildes Tier hauste. Dieser war so aggressiv, dass es niemand wagte, in seine Nähe zu kommen. 6000 Dämonen hatten von ihm Besitz ergriffen und quälten ihn Tag und Nacht.

Mitten auf dem See waren sie in eine Naturkatastrophe geraten und es bestand akute Lebensgefahr. Matthäus berichtet von Wellen, die durch ein Erdbeben ausgelöst wurden, – offenbar von einem Tsunami. Eine dieser Riesenwellen hatte sich diesem kleinen Boot genähert, um es unter sich zu begraben. Dieses Unwetter kam nicht von ungefähr. Satan wusste, dass Jesus unterwegs war, sein Opfer zu befreien; so hatte er sich aufgemacht, um das mit allen Mitteln zu verhindern. Er wollte Jesus umbringen. Sollte dieses Heer von Dämonen den Mann verlassen, würde er seine Herrschaft über ganze Gebiete aufgeben müssen. Das Unglaubliche aber ist, dass Jesus mitten in diesem Inferno auf einem Kissen liegen konnte, um zu schlafen. Kann jemand das verstehen? Sollte Jesus mit seinen Jüngern nicht alles getan haben, um ein Unglück abzuwenden? „Ruhe mitten im Sturm“ weiterlesen

Teilen, das Gesetz der Vermehrung

Gebt, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überfließend Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messet, wird man euch wieder messen. Lukas 6, 38

Wir leben in einem Land mit dem höchsten Wohlstand. Allen geht es gut, niemand muss Hunger leiden. Dennoch können wir feststellen, dass es immer mehr Menschen gibt, denen das Lachen aus der Seele gewichen ist. Überall macht sich Unzufriedenheit breit und es wird geklagt, wie schlecht es einem geht.

Dazu machen Altersarmut oder Kinderarmut täglich Schlagzeilen. Ein ganz anderes Bild zeigt sich in Ländern, wo die Armut allgegenwärtig ist. Bei aller Armut sind die Menschen dort in der Regel psychisch stabiler und dankbarer als bei uns, auch wenn sie mit nur gelegentlicher Arbeit ihr Leben fristen müssen.

Wissenschaftler, Politologen oder Soziologen suchen die Ursache im Umfeld der Menschen. Sie sind der Meinung, wenn das Umfeld besser wäre, gäbe es glücklichere Menschen. Dabei übersehen sie, dass auch die Reichen keineswegs glücklicher sind. Die Gier nach immer mehr Geld füllt die Schlagzeilen über Managergehälter und Steuerhinterziehungen. „Teilen, das Gesetz der Vermehrung“ weiterlesen

Ein ungewöhnlicher Gottesdienst

Und sie stiegen auf das Dach und ließen den Gichtbrüchigen durch die Ziegel hernieder mit dem Bett mitten unter sie vor Jesus. Lukas 5, 19

Ich werde an einen Gottesdienst in Peru erinnert. In Cuzco, einer Stadt über 3000 Meter hoch in den Anden, befindet sich eine Kirche aus Lehm erbaut und mit Gras abgedeckt. Unter den vielen Besuchern sah ich einen gelähmten Mann, der offenbar nur seinen Kopf bewegen konnte. Da der Weg zur Kirche steil und rutschig war, fragte ich den Pastor, wie dieser Mann es geschafft habe, in den Gottesdienst zu kommen. Die Erklärung war verblüffend. „Dieser Mann wohnt weit außerhalb der Stadt in der Wildnis. Seine Angehörigen haben ein Pferd und wenn er den Gottesdienst besuchen will, legen sie ihn quer über den Pferderücken und das Pferd bringt ihn zur Bushaltestelle. Dort nimmt ihn der Busfahrer und trägt ihn in den Bus. Vor der Kirche warten andere auf ihn und tragen ihn hinauf in den Gottesdienst“. „Ein ungewöhnlicher Gottesdienst“ weiterlesen

Von oben gelenkt

Und der Teufel führte Jesus hinauf auf einen Berg und zeigte ihm alle Reiche der ganzen Welt in einem Augenblick und sprach zu ihm: Alle diese Macht will ich dir geben und ihre Herrlichkeit; denn sie ist mir übergeben, und ich gebe sie, welchem ich will. Wenn du mich willst anbeten, so soll es alles dein sein. Lukas 4, 5-7

Unglaubliche Zusammenhänge werden offenbar. Satan zeigte Jesus alle Reiche der Welt. Dann macht er ein großartiges Angebot: Bete mich an und ich übergebe dir alles. Jesus lehnte entschieden ab. Dem Herrscher des babylonischen Reiches offenbarte Gott durch den Propheten Daniel den Verlauf der Geschichte der Völker bis hin zu dem Augenblick, wo Gott sein Reich aufrichten wird. Dan. 2, 29-45.

Hier wird deutlich, warum Jesus das Angebot ablehnte. Jesus kam nicht in die Welt, um Weltreiche zu beherrschen, sondern um Menschen aus diesen Reichen aus der Gewalt des Bösen zu befreien und am Ende sein ewiges Reich aufzurichten. Sein Reich ist anders, als die Reiche weltlicher Herrscher. Diese kommen und gehen, das hat die Geschichte immer wieder bewiesen. „Von oben gelenkt“ weiterlesen

Herr, lehre uns beten

Und es begab sich, dass er war an einem Ort und betete. Und da er aufgehört hatte, sprach seiner Jünger einer zu ihm: „Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte.“ Lukas 11, 1

In Nepal hatte ich die Gelegenheit, in einem buddhistischen Kloster die Mönche zu beobachten. Sie saßen auf dem Boden, lasen ihre Schriften und sprachen gemeinsam ihre Gebete. Vor dem Gebäude waren Gebetsmühlen in die Mauer eingelassen, die von vorbeiziehenden Pilgern gedreht werden konnten. Im nahen Tempel befand sich eine Gebetsmühle von riesigem Ausmaß. Auch diese konnte gedreht werden. Fast alle Pilger hatten eine Gebetsmühle bei sich, die ständig gedreht wurde. Ich wurde an die Worte Jesu erinnert, dass wir nicht plappern sollen wie die Heiden. „Herr, lehre uns beten“ weiterlesen

Unversehens mitten drin

Und als sie ihn hinführten, ergriffen sie einen, Simon von Kyrene, der vom Felde kam, und legten das Kreuz auf ihn, dass er’s Jesus nachtrüge. Luk. 23, 26.

Ein spektakuläres Verhör war zu Ende und die ganze Stadt Jerusalem war mehr oder weniger daran beteiligt gewesen. Pilatus, ihr römischer Stadtherr, war der Richter dieses Prozesses gewesen – eigentlich wider Willen. Das Volk hatte ihn bedrängt und so war er unter Druck gekommen und gehorchte ihrem Willen. Als Zeichen seiner vermeintlichen Unschuld, wusch er sich vor allen daraufhin die Hände.

Simon von Kyrene hatte mit der ganzen Angelegenheit nichts zu tun. Sein Heimatort war Kyrene in Nordafrika; offenbar war er Gast im Lande und zählte zu den Fremdlingen. Nichts ahnend kam er von der schweren Feldarbeit. Sein Weg führte ihn geradewegs in das Getümmel, das sich vor den Toren Jerusalems auf offener Straße abspielte. Drei Menschen schlichen in gebückter Haltung an ihm vorbei zur Hinrichtungsstätte, dem Hügel Golgatha. Ihre Leiber waren schändlich zugerichtet von den Geißelhieben ihrer Peiniger. Einem war eine Dornenkrone auf den Kopf gepresst worden, so dass sein Blut das Gesicht verschmierte. „Unversehens mitten drin“ weiterlesen

Die Hand am Pflug

Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt zum Reich Gottes. Lukas 9, 62

Die Schrift wählt verschiedene Bilder für die Nachfolge Jesu. Paulus sieht sich als Wettläufer und möchte der Erste sein, der über die Ziellinie läuft. Jesus sieht seine Jünger als Händler, mit dem Auftrag, anvertrautes Geld zu vermehren oder als Arbeiter im Weinberg. Hier nun ist er Landwirt hinterm Pflug auf dem Acker.

Pflügen macht nur dann Sinn, wenn Furche an Furche gereiht wird, erst so wird der ganze Acker umgebrochen und es kann gesät werden. Damit das geschehen kann, muss der Pflüger sorgfältig sein. Er muss seine Zugtiere gut im Griff haben, um die Furchen geschlossen und gerade ziehen zu können. Die geringste Unaufmerksamkeit genügt, um den Pflug aus der Furche gleiten zu lassen. „Die Hand am Pflug“ weiterlesen