Menschenkult

Der eine von euch sagt: Ich stehe zu Paulus, ein anderer: Ich zu Apollos, der dritte: Ich zu Petrus. Ich kann euch nur sagen: Ich stehe zu Christus. 1.Korinther 1,12

Paulus beschreibt eine sehr menschliche Seite der Gläubigen in der Gemeinde Korinth. Alle waren noch jung im Glauben und die Begeisterung über ihre Erfahrung mit Jesus war riesengroß. Fast täglich kamen Neue hinzu und die Gemeinde wuchs ständig. Weil noch keine geistlichen Väter vorhanden waren, suchte jeder eine väterliche Person, mit der er sich identifizieren konnte. Paulus, Apollos und Petrus waren solche und jeder freute sich, wenn der eine oder der andere ihnen einen geistlichen Dienst tat.

Mit der Zeit bildeten sich richtige Fanclubs. Die einen scharten sich um Apollos, die andern um Petrus und wieder andere um Paulus. Die Verehrer des Apollos schätzten seine griechische Abstammung, seine Denkweise und die Art, wie er Gottes Wort verkündigte. Bei Petrus gab es andere lobenswerte Seiten. Er war Augenzeuge und ein Jünger Jesu. Alles was er sagte, hatte er an der Seite seines Meisters erlebt. Dazu war er der Mann, der die Sprache des Volkes sprach. „Menschenkult“ weiterlesen

Weisheit finden

Der Weisheit Anfang ist: Erwirb Weisheit, und erwirb Einsicht mit allem, was du hast. Sprüche 4, 7

Wenn ich mich im Reich Gottes umschaue, entdecke ich neben vielem Guten auch Dinge, die mein Herz traurig machen. Wie viele Fehlentscheidungen wurden getroffen und haben gesegnete Werke ins Unglück gestürzt. Wie vielen Menschen wurde Schaden zugefügt, nur weil man unweise gehandelt hat. Wie oft wurde der Heilige Geist betrübt und der Gottesdienst wurde zur Qual, nur weil es an Weisheit fehlte. Wie oft wurde den Feinden des Evangeliums die Munition geliefert, mit der sie Gottes Reich zu zerstören versuchen, nur weil Unweisheit im Spiel war. Wie viele Gelegenheiten wurden verpasst, nur deshalb, weil Gott uns nicht raten konnte.

Gott ist ein Gott der Weisheit. Alles, was er schuf, schuf Er aus Weisheit. Mit Weisheit regiert Er die Völker. Er sandte uns Jesus, damit auch wir in der Weisheit Gottes zu leben und zu handeln vermögen. „Weisheit finden“ weiterlesen

Segen der Gottesfurcht

Die leibliche Übung ist wenig nütze, aber die Gottesfurcht ist zu allen Dingen nütze und hat die Verheißung dieses und des zukünftigen Lebens. 1. Timotheus 4, 8

Religionen fürchten ihre Götter. Stets drohen diese mit Strafe und immer wieder müssen sie mit Opfern und Gebeten wohlgestimmt werden. So ist Religion auch das Geschäft mit der Angst. Gottesfurcht ist keine Furcht vor Gott, sondern eine Haltung dem Schöpfer gegenüber.

Wir können erkennen, ob wir gottesfürchtige Menschen sind.
Ich betrachte mich als ein Geschenk von Gott und habe mich bejaht und danke Ihm für mein Leben. Das ist nicht bei jedem so. Viele befinden sich ständig im Krieg gegen sich selbst. Sie lehnen sich ab und beginnen an sich herumzuflicken, anstatt zu sagen: Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin. Ps. 139, 14. Das ist Gottesfurcht. „Segen der Gottesfurcht“ weiterlesen

Drei Beine wackeln nicht

Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. 1. Korinther 13, 13.

Beim Fotografieren kommt es vor, dass ich ein Stativ mit drei Beinen benutze. Der Vorteil ist: ich kann es auch da aufstellen, wo der Boden uneben ist oder sich in einer Schräglage befindet. Immer steht es fest. Ein Stativ wackelt nie. Bei Gott ist es nicht anders. Er möchte unser „Stativ“ sein. Wer auf Ihn gegründet ist, hat immer festen Boden unter seinen Füßen. Wenn ich obigen Text von diesem Gedanken her betrachte, dann sind Glaube, Hoffnung und Liebe diese drei „Beine“, die uns im Leben einen festen Halt geben wollen, egal wie es verlaufen mag. Heute wollen wir uns mit diesen drei „Beinen“ beschäftigen und sehen, wie gut unser Gott zu uns ist. „Drei Beine wackeln nicht“ weiterlesen

Hände zum Segnen

Mose tat, wie ihm der Herr geboten hatte, und nahm Josua und ließ ihn treten vor den Priester Eleasar und vor die ganze Gemeinde und legte seine Hände auf ihn, wie der Herr durch Mose geredet hatte. 4. Mose 27, 22-23

Es gibt viele Situationen in der Schrift, wo Hände eine ganz wichtige Rolle spielten. Mose streckte sein Hände aus über das Meer und es zerteilte sich, so dass Israel hindurchziehen konnte. 2. Mos. 14, 16.
Als Amalek gegen Israel kämpfte, streckte Mose seine Hände Gott entgegen. Solange er das tat, war der Sieg auf Israels Seite. 2. Mos. 17, 9-12.
Viele Psalmdichter bezogen die Hände mit in ihre Texte ein: Er lehrt meine Hände streiten. Ps. 18, 35.
Jesus benutzte seine Hände. Er legte sie zum Beispiel auf Kinder und segnete sie. Mark. 10, 16.
Als Jesus den Missionsbefehl erteilte, schloss er den Dienst der Hände mit ein. Auf die Kranken werdet ihr eure Hände legen und sie werden wieder gesund. Mark. 16, 18. „Hände zum Segnen“ weiterlesen

Dranbleiben

Darum richtet wieder auf die lässigen Hände und die müden Knie und tut gewisse Tritte mit euren Füßen, dass nicht jemand strauchle wie ein Lahmer, sondern vielmehr gesund werde. Hebräer 12, 12-13

Der Schreiber richtet seine Botschaft an Menschen, die in der Nachfolge müde geworden sind. Offenbar war es hier eine Gebetsmüdigkeit. Mit ermutigenden Worten möchte er sie zum Altar zurückrufen, damit sie wieder stark werden und Schritte des Glaubens gehen.

Als ich den Goldwäschern am Madre de Dios in Peru zuschaute, war ich nicht wenig erstaunt, mit welcher Mühe und Geduld das begehrte Gold gefunden wurde. Den ganzen Tag standen sie gebückt in der heißen Sonne im Wasser und gruben sich tief in die Böschung hinein. Vor vielen Jahren verlief hier der Strom, der das begehrte Gold hoch aus den Anden bis hierher geschwemmt hatte. 30-40 Kubikmeter Geröll mussten bewegt werden, um drei Gramm Gold zu finden. Ich fragte einen der Goldwäscher, ob sich die Arbeit lohnen würde. „Es lohnt sich immer, aber Geduld und Ausdauer sind unverzichtbar. Was ich heute nicht finde, kann mir schon morgen reichlich beschert werden“, dabei wischte er sich den Schweiß von der Stirn und grub weiter. –  „Was ich heute nicht finde, kann mir schon morgen reichlich beschert werden“ – diese Worte klangen mir noch lange in den Ohren. „Dranbleiben“ weiterlesen

Die Zeichen der Zeit verstehen

Über des Himmels Aussehen könnt ihr urteilen; könnt ihr dann nicht auch über die Zeichen der Zeit urteilen?  Matthäus 16, 3

Jesus tadelt die Geistlichen, dass sie nicht in der Lage waren, die Zeichen, die Gott für sie gesetzt hatte, deuten zu können. Im Gegenteil: Sie sagten, Jesus treibe die Dämonen durch den Obersten der Teufel aus und stuften ihn als Gesandter des Bösen ein. – In der Summe waren es die vielen verpassten Gelegenheiten, die das Schicksal dieser Nation für Jahrtausende zu bestimmen begannen. Was ist das Zeichen deiner Wiederkunft?, fragten die Jünger. Jesus hatte ihnen versprochen, dass er gehen würde, um ihnen eine Stätte zu bereiten und dann wiederzukommen. Die Apostel nehmen in ihren Briefen immer wieder Bezug auf dieses Versprechen und trösten die Gläubigen. „Die Zeichen der Zeit verstehen“ weiterlesen

Segen guter Gemeinschaft

Die Menge aber der Gläubigen war ein Herz und eine Seele; auch niemand sprach von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam. Apostelgeschichte 4, 32

Gute Beziehungen sind das halbe Leben. Der Herr sprach zu Adam: Es ist nicht gut, dass du allein bist, ich will dir eine Gehilfin schaffen. Ohne fremde Hilfe ist der neugeborene Mensch nicht lebensfähig. Von Natur aus kann er reinweg nichts, als nur weinen und Tränen vergießen. Alles, was er zum Leben braucht, muss er sich in mühevoller Weise aneignen und dazu braucht er Hilfe von außen. So können wir sagen, dass unser Wissen geliehenes Wissen ist: Man hat es uns beigebracht. So gibt es kein Grund, auf sein Wissen stolz zu sein.

Es ist eine Tragödie, dass der Mensch, obwohl er immer näher zusammenrücken muss, immer einsamer wird. Fast die Hälfte aller Haushalte sind Singlehaushalte. Der moderne Mensch lebt zwar mitten im Gewühl, wird aber trotzdem immer einsamer. „Segen guter Gemeinschaft“ weiterlesen

Diospi Suyana (10)

Der siebte Newsletter von Sonja Müller aus Peru kam zum Jahresbeginn 2025. Das Anschreiben ist wieder nur ganz kurz, aber dafür macht der erste Satz Hoffnung Sonja bald mal wieder zu sehen. Weil der Inhalt des Rundbriefs wieder sehr umfangreich wurde, gleich nach dem Anschreiben der Text.


Hallo ihr Lieben,

Taddaa, es gibt Ankündigungen zu machen, ich komme nämlich nach Deutschland! Auch noch ein paar weitere Einblicke könnt ihr nun, hoffentlich alle, im aktuellen Rundbrief lesen. Und wer weiß, vielleicht hören wir uns ja schon ganz bald mal per WhatsApp oder Mail und ich komme euch dann in Deutschland besuchen.

Liebe Grüße und eine gesegnete Woche,

Sonja


Hallo ihr Lieben,
Wahnsinn, ich bin einfach schon 3 volle Jahre hier in Curahuasi und somit wirft mein diesjähriger HEIMATDIENST seine Schatten voraus!
Aber zuallererst wünsche ich euch von Herzen ein Fröhliches, gesundes und vor Allem reich gesegnetes Jahr 2025!!!

Wie eben schon angedeutet habe ich eine Ankündigung zu machen.
Nämlich, dass ich von Ende Februar bis voraussichtlich Mitte Mai 25 nach Deutschland komme!
Ich freue mich schon sehr euch mal wieder zu sehen und komme euch super gerne auch besuchen.
Wenn ihr also eine Gemeinde oder einfach eine Gruppe von Menschen habt, die sich für mich und meine Arbeit hier interessiert, kontaktiert mich gerne in den nächsten Wochen und wir machen einen Termin aus wann ich zu euch kommen kann, um euch davon zu berichten.
Gerne per WhatsApp an die +51982587113 oder per Mail an smueller@vdm.org. Ich freue mich sehr von euch zu hören.
Das letzte gute halbe Jahr war ehrlichgesagt emotional und allgemein irgendwie recht anstrengend. Ich war doch nochmal recht herausgefordert und habe viel nachgedacht darüber, wie es für mich weitergehen kann/soll, und bin dann auch nochmal umgezogen. Der Reihe nach.
Auch wenn ich mir vorgenommen hatte, dass mir das so nie passiert, war es doch eine erstaunliche Erfahrung zu erleben, was so eine zeitliche Festlegung bezüglich meiner Entsendung für drei Jahre dann doch mit mir gemacht hat. Es kamen einige, ganz unterschiedliche Fragen auf, aber am Ende, nach viel Gebet und nachdenken war ganz klar – ich bleibe hier!

Ich bleibe hier in Curahuasi so lange, bis Gott mir ganz klar sagt, wo und wann ich anderes hingehen soll.
Damit fiel mir dann auch die Entscheidung nochmal umzuziehen recht leicht, als eine befreundete Familie (Familie Rosenkranz, arbeiten beide in der Schule/Kindergarten u. haben zwei Kinder) entschied aus ihrem Haus in San Cristóbal auszuziehen, da es ihnen jetzt nach fast sieben Jahren zu klein wurde.
Ich wollte ja immer nach San Cristóbal, da wir dort den Kinderclub zusammen machen, ich schon gute Kontakte zu den Kindern habe und auch Familie Rosenkranz schon eine super wertvolle Nachbarschaftsarbeit und Vertrauen über die Jahre aufgebaut hat. Somit wäre es
mindestens doppelt schade gewesen, diese Gelegenheit nicht zu ergreifen.
Also, wieder alles zusammenpacken, alles ordentlich machen, streichen, blablabla, ihr kennt es.

Es war alles viel Arbeit und auch nochmal mit einigen Kosten verbunden, aber nun wohne ich schon gut 3 Monate hier und fühle mich seit dem ersten Moment, zum ersten Mal nach 3 Jahren so richtig wohl und am richtigen Platz hier, auch wenn immer noch nicht alles fertig ist.
Auch die Kinder freuts, dass ich hier bin. Das bringt natürlich auch neue, bisher unbekannte Herausforderungen mit sich. Es wird eigentlich jeden Tag an meine Tür geklopft (da das Haus direkt an der Straße steht, ohne Tor). Sei es von Nachbarn, die um Wasser zum Kochen oder Waschen bitten, da sie wissen, dass ich einen Tank habe und von der Stadt gerade vielleicht
keines kommt, oder eben hauptsächlich die Kinder. Meistens bitten sie um etwas Wasser zum Trinken, ganz besonders zwei der Jungs aus unserem Club sind allerdings sehr bedürftig an Aufmerksamkeit und genießen es sehr mit mir zu spielen, einkaufen zu gehen und einfach gemeinsam Zeit zu verbringen. Das ist manchmal neben einer Vollzeittätigkeit am Krankenhaus echt heraufordernd. Schön, aber auch echt schön anstrengend.

Wow Leute, es gibt sooo viel zu erzählen von den letzten Monaten… wir waren ja wie angekündigt in La Rinconada (der höchstgelegenen Minenstadt der Welt), haben einen Verein für Kindeswohl gegründet, haben das erste Diospi-Kindermusical mit über 200 beteiligten Kindern der unterschiedlichen Kinderclubs innerhalb weniger Wochen mit gut 1000 Zuschauern auf die Beine gestellt und auf die Bühne gebracht, … es war echt wieder mal
einiges los.Ich freue mich echt sehr euch von all dem live und in Farbe in Deutschland zu berichten!!!

Hier möchte ich euch aber wirklich gerne noch die zwei Jungs ein bisschen vorstellen, mit denen ich die letzten Wochen echt viel Zeit verbracht und sogar auch Heilig Abend gefeiert habe. Eduardo (12Jahre) und Elisander (11Jahre).
Sie kommen beide hier aus dem Viertel San Cristóbal, aus sehr sehr einfachen Verhältnissen.
Eduardo ist der Jüngste und hat eine Schwester (die nun auch schon einen 8-jährigen Sohn hat) und 4 Brüder. Er ist für sein Alter recht klein und eher schmächtig, aber ganz gewitzt und pfiffig.
Elisander ist der erste Sohn seiner Familie und hat eine knapp 2-jährige Schwester, auf die er sehr oft aufpassen muss, was hier allerdings ganz normal ist. Er ist schulisch/intellektuell momentan leider noch komplett abgehängt, da er immer noch nicht lesen, schreiben und auch nicht wirklich rechnen kann. Da ich das leider nicht noch leisten kann mich diesbezüglich selbst zu investieren, konnte ich ihm aber immerhin eine Nachhilfelehrerin organisieren, die ich bezahle, die aber leider auch nicht so viel Zeit hat, wie es nötig wäre. Er konnte aber die letzten Wochen dort hingehen und wöchentlich 2,5 Stunden auf zwei Tage verteilt Förderung bekommen – immerhin schonmal ein Anfang. Aber alles andere als einfach, auch für die Lehrerin.
Leider ist vor Weihnachten ihr Vater in Lima verstorben und so musste sie dorthin reisen und auch ihr persönlicher und beruflicher Werdegang ist wohl noch recht offen. Ich hoffe und wünsche es Elisander sehr, dass er bald wieder zu ihr gehen kann und sie ihn weiter unterrichtet. Da könnt ihr gerne für beten.
Mittlerweile hat es sich über die letzten Wochen irgendwie so eingebürgert, dass die beiden sonntags um 08.00 Uhr zu mir kommen, wir zusammen auf den Wochenmarkt gehen, u.A. viel Obst kaufen, das sie lieben, danach bei mir frühstücken (meistens backe ich morgens bevor sie kommen noch ein frisches Brot), mit dem Hund spazieren gehen und spielen.
Ich habe von einer Freundin zu meinem Geburtstag Anfang November ein Monopoly Spiel geschenkt bekommen und seitdem glaube ich in meinem gesamten Leben noch nie so oft Monopoly gespielt wie in den letzten Wochen mit den Jungs. So geht dann der Tag ins Land.
Oft bereiten wir noch eine weitere Mahlzeit oder einen Kuchen zu und so gehen sie dann (je nachdem wieviel Zeit ich mir nehme) am Nachmittag oder Abend wieder nach Hause oder halt eben raus.
Ich bin Gott sehr dankbar für diese Beziehungen und auch, dass er mich so wachsen lässt und mich ausstattet, jeden Tag neu, mit dem was ich brauche. Meistens ist es Liebe, Kraft und Geduld. Gott ist gut und treu!
Ihr Lieben, hier mache ich jetzt aber mal einen Punkt und möchte euch nochmal herzlich einladen euch sehr gerne bei mir zu melden, wenn ihr Interesse daran habt, persönlich von mir mehr über mein und das Leben hier in Peru zu erfahren.

Ich freue mich auf euch!
Gottes Segen und bis ganz bald.
Herzlich, eure Sonja


Ich wünsche allen Lesern meines Blog einen guten Jahresanfang und vielleicht sehen wir den einen oder anderen Bekannten in der ICF Bretten.

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Der Weg ist lang und dornig

Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt, dessen Name heilig ist: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei denen, die zerschlagenen und demütigen Geistes sind, auf dass ich erquicke den Geist der Gedemütigten und das Herz der Zerschlagenen. Jesaja 57, 15

Ich werde an den Kampf um Stalingrad erinnert. Die sechste deutsche Armee mit 230.000 Soldaten war von russischen Truppen umzingelt und der Winter war mit aller Härte über die Soldaten hereingebrochen. Die Hoffnung auf Befreiung war geschwunden, ebenso ihr Vertrauen auf den großen Führer, der ihnen ein Tausendjähriges Reich versprochen hatte. Tausende waren bereits erfroren und andere waren halb verhungert, als die Bitte an das Hauptquartier erging, man möge ihnen Bibeln schicken. Die wenigen, die kamen, mussten reichen, damit jeder, der wollte, wenigstens eine Seite zum Lesen bekam. Dann hockten sie in ihren Gräben und lasen, was Gott zu sagen hatte. Viele lasen es immer wieder und jedes Wort erschien ihnen wie ein Gruß aus einer anderen Welt. Als dann der Heilige Abend kam und das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ durch die Lautsprecher ertönte, blieb kein Auge trocken. Harte Männer mit versteinerten Herzen begannen zum ersten Mal in ihrem Leben zu weinen. Es war, als lege sich eine heilige Atmosphäre über die Todgeweihten. Ich lernte den Piloten eines der letzten Flugzeuge kennen, der Verwundete auszufliegen hatte. Er bestätigte mir die dramatischen Umstände und fügte hinzu: „Der Weg zu den Herzen meiner Kameraden war sehr lang und dornig, aber Gott hatte es geschafft, zu ihnen zu kommen.“

Der Mensch hat von Natur aus ein feindliches Verhältnis zu seinem Schöpfer. Der berühmte Physiker und Begründer der Relativitätstheorie und Träger des Nobelpreises 1921 Albert Einstein (1879-1955) beschrieb das so: „Das einzig wahre Problem aller Zeiten liegt im Herzen und in den Gedanken des Menschen. Es geht dabei nicht um ein physikalisches, sondern um ein moralisches Problem. Es ist leichter, die Zusammensetzung des Plutoniums zu ändern, als den schlechten Geist eines Menschen. Es ist nicht die Sprengkraft einer Atombombe, die uns erschreckt, sondern die boshafte Kraft des menschlichen Herzens.“

Bei einer Weihnachtsfeier im Kindergarten wurden die Kleinen gefragt, warum Gott seinen Sohn nicht irgendwo in einem Königshaus zur Welt kommen ließ, sondern ausgerechnet in Bethlehem, im letzten Winkel der Welt und dazu auch noch in einem Stall. Einen Augenblick herrschte nachdenkliche Stille. Dann meldet sich ein Kind zu Wort: „Ist doch klar“, sagte es, „sonst hätten ja die Hirten mit ihren schmutzigen Stiefeln nicht zum Jesuskind kommen können!“ Die Antwort trifft ins Schwarze. Gott ist deshalb ganz unten in der Gesellschaft eingezogen, damit die mit den schmutzigen Stiefeln zu ihm kommen können, um Frieden zu finden.

Dieser verheißene Friede ist nicht ein momentaner Waffenstillstand, der jederzeit wieder zusammenbrechen kann – so wie wir es im Nahen Osten dauernd erleben. Es ist viel mehr der Zustand einer Geborgenheit, wie sie schöner und tiefer nicht sein kann. Deshalb heißt es auch: Friede bei den Menschen, auf denen Gottes Wohlgefallen ruht. Egal, wie deine Situation auch sein mag, Gott sucht einen Weg, dir zu helfen. Aber er kann nur zu denen kommen, die sich vor ihm demütigen und von sich selbst restlos enttäuscht sind. Gehörst du dazu?

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