War alles umsonst?

Ich fürchte um euch, ob ich nicht etwa vergeblich an euch gearbeitet habe. Galater 4, 11

Das Gefühl, dass alles vergeblich gewesen sei, kannte nicht nur der Apostel Paulus. Viele, die im Reich Gottes arbeiten, kennen es ebenso. Obwohl sie alles gegeben haben und sich dabei auf Gottes Verheißungen stützten und viel gefastet und gebetet haben, bleibt die Frucht ihrer Arbeit aus.

Der Prophet Elia leitete eine Reformation unter dem Volk Israel ein. Eben noch war er der Mann, der Feuer vom Himmel fallen ließ und für Regen betete, wenig später finden wir ihn wieder in der Wüste, wo er sich wünschte zu sterben. Es ist genug, Herr, so nimm nun meine Seele; ich bin nicht besser als meine Väter, betete er. Alles, was er bisher getan hatte, schien vergeblich gewesen zu sein. „War alles umsonst?“ weiterlesen

Vollmächtiger Gottesdienst

So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen zuerst tue Bitten, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen.
1. Timotheus 2, 1

Man hatte einen Gastsprecher eingeladen und jeder war gespannt, wie der Gottesdienst verlaufen würde. Er sprach zuvor mit dem Pastor, dass Gott ihm einige Personen aufs Herz gelegt habe, für die er besonders predigen wolle. So nannte er einige Anliegen und fügte hinzu, dass er nur für diese Personen predigen würde. Das war neu und jeder hörte aufmerksam zu, ob man selbst diese Person sei. Nach der Predigt machte er einen Aufruf und war nicht wenig erstaunt, wie viele nach vorne kamen, um für sich beten zu lassen. So wurde für jeden mit der ganzen Gemeinde gebetet und Gott gab fast allen geistliche Zusprüche und Weissagungen und der Heilige Geist konnte mächtig wirken. „Vollmächtiger Gottesdienst“ weiterlesen

Eine offene Tür

Ich werde aber bis Pfingsten in Ephesus bleiben; denn eine Tür hat sich mir aufgetan, weit und vielversprechend; und es gibt viele Widersacher. 1. Korinther 16, 8-9

Zu keiner Zeit wurde in Europa und weltweit so eifrig für offene Türen zur Verbreitung des Evangeliums gebetet wie in unseren Tagen. Haben wir aber auch bedacht, dass offene Türen auch Kampf und Verfolgung bedeuten können und wir anschließend mehr Herausforderungen haben als je zuvor? „Eine offene Tür“ weiterlesen

Der Heilige Geist wird über dich kommen

Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Lukas 1, 35

Sie war jung, kam aus bescheidenen Verhältnissen und – was noch mehr verwundern lässt – sie war unverheiratet. Hatte sie denn richtig gehört? Sie soll von Gott auserwählt sein, die Mutter des sehnlichst erwarteten Messias zu werden? In ihrem Herzen tobte ein Kampf: Furcht, Zweifel und Bestürzung wollten sich ihrer bemächtigen. Mit einer ganz einfachen, praktischen Frage wandte sich Maria an den Engel:  Wie soll das zugehen?  Gabriels Antwort war genau so einfach: Der Heilige Geist wird über dich kommen. Wie? Das ist die Frage, welche die Gläubigen zu allen Zeiten gestellt haben – manchmal vielleicht ganz still im Herzen. Auf jedes „Wie?“ gibt Gott uns die gleiche Antwort, die auch Gabriel der Maria gab: „Durch den Heiligen Geist.“ „Der Heilige Geist wird über dich kommen“ weiterlesen

Zeit richtig nutzen

Kaufet die Zeit aus; denn es ist böse Zeit. Epheser 5, 16

Eine der kostbarsten Gaben, die Gott uns täglich zur Verfügung stellt, ist die Zeit.  Gott hat jedem ein gewisses Maß an Zeit geschenkt. Jeder Tag hat 24 Stunden und jeden Tag gibt es nur einmal. Zeit, die wir ungenutzt lassen, haben wir achtlos zum Fenster hinausgeworfen. Sie kommt niemals mehr zurück. Wer nicht weiß, warum er auf dieser Welt ist, woher er gekommen ist und wohin die Reise geht, der wird mit Sicherheit mit seiner kostbaren Zeit anders umgehen als einer, der sein Ziel darin sieht, die Ewigkeit in Gemeinschaft mit Gott zu verbringen. „Zeit richtig nutzen“ weiterlesen

Diospi Suyana (10)

Der siebte Newsletter von Sonja Müller aus Peru kam zum Jahresbeginn 2025. Das Anschreiben ist wieder nur ganz kurz, aber dafür macht der erste Satz Hoffnung Sonja bald mal wieder zu sehen. Weil der Inhalt des Rundbriefs wieder sehr umfangreich wurde, gleich nach dem Anschreiben der Text.


Hallo ihr Lieben,

Taddaa, es gibt Ankündigungen zu machen, ich komme nämlich nach Deutschland! Auch noch ein paar weitere Einblicke könnt ihr nun, hoffentlich alle, im aktuellen Rundbrief lesen. Und wer weiß, vielleicht hören wir uns ja schon ganz bald mal per WhatsApp oder Mail und ich komme euch dann in Deutschland besuchen.

Liebe Grüße und eine gesegnete Woche,

Sonja


Hallo ihr Lieben,
Wahnsinn, ich bin einfach schon 3 volle Jahre hier in Curahuasi und somit wirft mein diesjähriger HEIMATDIENST seine Schatten voraus!
Aber zuallererst wünsche ich euch von Herzen ein Fröhliches, gesundes und vor Allem reich gesegnetes Jahr 2025!!!

Wie eben schon angedeutet habe ich eine Ankündigung zu machen.
Nämlich, dass ich von Ende Februar bis voraussichtlich Mitte Mai 25 nach Deutschland komme!
Ich freue mich schon sehr euch mal wieder zu sehen und komme euch super gerne auch besuchen.
Wenn ihr also eine Gemeinde oder einfach eine Gruppe von Menschen habt, die sich für mich und meine Arbeit hier interessiert, kontaktiert mich gerne in den nächsten Wochen und wir machen einen Termin aus wann ich zu euch kommen kann, um euch davon zu berichten.
Gerne per WhatsApp an die +51982587113 oder per Mail an smueller@vdm.org. Ich freue mich sehr von euch zu hören.
Das letzte gute halbe Jahr war ehrlichgesagt emotional und allgemein irgendwie recht anstrengend. Ich war doch nochmal recht herausgefordert und habe viel nachgedacht darüber, wie es für mich weitergehen kann/soll, und bin dann auch nochmal umgezogen. Der Reihe nach.
Auch wenn ich mir vorgenommen hatte, dass mir das so nie passiert, war es doch eine erstaunliche Erfahrung zu erleben, was so eine zeitliche Festlegung bezüglich meiner Entsendung für drei Jahre dann doch mit mir gemacht hat. Es kamen einige, ganz unterschiedliche Fragen auf, aber am Ende, nach viel Gebet und nachdenken war ganz klar – ich bleibe hier!

Ich bleibe hier in Curahuasi so lange, bis Gott mir ganz klar sagt, wo und wann ich anderes hingehen soll.
Damit fiel mir dann auch die Entscheidung nochmal umzuziehen recht leicht, als eine befreundete Familie (Familie Rosenkranz, arbeiten beide in der Schule/Kindergarten u. haben zwei Kinder) entschied aus ihrem Haus in San Cristóbal auszuziehen, da es ihnen jetzt nach fast sieben Jahren zu klein wurde.
Ich wollte ja immer nach San Cristóbal, da wir dort den Kinderclub zusammen machen, ich schon gute Kontakte zu den Kindern habe und auch Familie Rosenkranz schon eine super wertvolle Nachbarschaftsarbeit und Vertrauen über die Jahre aufgebaut hat. Somit wäre es
mindestens doppelt schade gewesen, diese Gelegenheit nicht zu ergreifen.
Also, wieder alles zusammenpacken, alles ordentlich machen, streichen, blablabla, ihr kennt es.

Es war alles viel Arbeit und auch nochmal mit einigen Kosten verbunden, aber nun wohne ich schon gut 3 Monate hier und fühle mich seit dem ersten Moment, zum ersten Mal nach 3 Jahren so richtig wohl und am richtigen Platz hier, auch wenn immer noch nicht alles fertig ist.
Auch die Kinder freuts, dass ich hier bin. Das bringt natürlich auch neue, bisher unbekannte Herausforderungen mit sich. Es wird eigentlich jeden Tag an meine Tür geklopft (da das Haus direkt an der Straße steht, ohne Tor). Sei es von Nachbarn, die um Wasser zum Kochen oder Waschen bitten, da sie wissen, dass ich einen Tank habe und von der Stadt gerade vielleicht
keines kommt, oder eben hauptsächlich die Kinder. Meistens bitten sie um etwas Wasser zum Trinken, ganz besonders zwei der Jungs aus unserem Club sind allerdings sehr bedürftig an Aufmerksamkeit und genießen es sehr mit mir zu spielen, einkaufen zu gehen und einfach gemeinsam Zeit zu verbringen. Das ist manchmal neben einer Vollzeittätigkeit am Krankenhaus echt heraufordernd. Schön, aber auch echt schön anstrengend.

Wow Leute, es gibt sooo viel zu erzählen von den letzten Monaten… wir waren ja wie angekündigt in La Rinconada (der höchstgelegenen Minenstadt der Welt), haben einen Verein für Kindeswohl gegründet, haben das erste Diospi-Kindermusical mit über 200 beteiligten Kindern der unterschiedlichen Kinderclubs innerhalb weniger Wochen mit gut 1000 Zuschauern auf die Beine gestellt und auf die Bühne gebracht, … es war echt wieder mal
einiges los.Ich freue mich echt sehr euch von all dem live und in Farbe in Deutschland zu berichten!!!

Hier möchte ich euch aber wirklich gerne noch die zwei Jungs ein bisschen vorstellen, mit denen ich die letzten Wochen echt viel Zeit verbracht und sogar auch Heilig Abend gefeiert habe. Eduardo (12Jahre) und Elisander (11Jahre).
Sie kommen beide hier aus dem Viertel San Cristóbal, aus sehr sehr einfachen Verhältnissen.
Eduardo ist der Jüngste und hat eine Schwester (die nun auch schon einen 8-jährigen Sohn hat) und 4 Brüder. Er ist für sein Alter recht klein und eher schmächtig, aber ganz gewitzt und pfiffig.
Elisander ist der erste Sohn seiner Familie und hat eine knapp 2-jährige Schwester, auf die er sehr oft aufpassen muss, was hier allerdings ganz normal ist. Er ist schulisch/intellektuell momentan leider noch komplett abgehängt, da er immer noch nicht lesen, schreiben und auch nicht wirklich rechnen kann. Da ich das leider nicht noch leisten kann mich diesbezüglich selbst zu investieren, konnte ich ihm aber immerhin eine Nachhilfelehrerin organisieren, die ich bezahle, die aber leider auch nicht so viel Zeit hat, wie es nötig wäre. Er konnte aber die letzten Wochen dort hingehen und wöchentlich 2,5 Stunden auf zwei Tage verteilt Förderung bekommen – immerhin schonmal ein Anfang. Aber alles andere als einfach, auch für die Lehrerin.
Leider ist vor Weihnachten ihr Vater in Lima verstorben und so musste sie dorthin reisen und auch ihr persönlicher und beruflicher Werdegang ist wohl noch recht offen. Ich hoffe und wünsche es Elisander sehr, dass er bald wieder zu ihr gehen kann und sie ihn weiter unterrichtet. Da könnt ihr gerne für beten.
Mittlerweile hat es sich über die letzten Wochen irgendwie so eingebürgert, dass die beiden sonntags um 08.00 Uhr zu mir kommen, wir zusammen auf den Wochenmarkt gehen, u.A. viel Obst kaufen, das sie lieben, danach bei mir frühstücken (meistens backe ich morgens bevor sie kommen noch ein frisches Brot), mit dem Hund spazieren gehen und spielen.
Ich habe von einer Freundin zu meinem Geburtstag Anfang November ein Monopoly Spiel geschenkt bekommen und seitdem glaube ich in meinem gesamten Leben noch nie so oft Monopoly gespielt wie in den letzten Wochen mit den Jungs. So geht dann der Tag ins Land.
Oft bereiten wir noch eine weitere Mahlzeit oder einen Kuchen zu und so gehen sie dann (je nachdem wieviel Zeit ich mir nehme) am Nachmittag oder Abend wieder nach Hause oder halt eben raus.
Ich bin Gott sehr dankbar für diese Beziehungen und auch, dass er mich so wachsen lässt und mich ausstattet, jeden Tag neu, mit dem was ich brauche. Meistens ist es Liebe, Kraft und Geduld. Gott ist gut und treu!
Ihr Lieben, hier mache ich jetzt aber mal einen Punkt und möchte euch nochmal herzlich einladen euch sehr gerne bei mir zu melden, wenn ihr Interesse daran habt, persönlich von mir mehr über mein und das Leben hier in Peru zu erfahren.

Ich freue mich auf euch!
Gottes Segen und bis ganz bald.
Herzlich, eure Sonja


Ich wünsche allen Lesern meines Blog einen guten Jahresanfang und vielleicht sehen wir den einen oder anderen Bekannten in der ICF Bretten.

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Der Weg ist lang und dornig

Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt, dessen Name heilig ist: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei denen, die zerschlagenen und demütigen Geistes sind, auf dass ich erquicke den Geist der Gedemütigten und das Herz der Zerschlagenen. Jesaja 57, 15

Ich werde an den Kampf um Stalingrad erinnert. Die sechste deutsche Armee mit 230.000 Soldaten war von russischen Truppen umzingelt und der Winter war mit aller Härte über die Soldaten hereingebrochen. Die Hoffnung auf Befreiung war geschwunden, ebenso ihr Vertrauen auf den großen Führer, der ihnen ein Tausendjähriges Reich versprochen hatte. Tausende waren bereits erfroren und andere waren halb verhungert, als die Bitte an das Hauptquartier erging, man möge ihnen Bibeln schicken. Die wenigen, die kamen, mussten reichen, damit jeder, der wollte, wenigstens eine Seite zum Lesen bekam. Dann hockten sie in ihren Gräben und lasen, was Gott zu sagen hatte. Viele lasen es immer wieder und jedes Wort erschien ihnen wie ein Gruß aus einer anderen Welt. Als dann der Heilige Abend kam und das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ durch die Lautsprecher ertönte, blieb kein Auge trocken. Harte Männer mit versteinerten Herzen begannen zum ersten Mal in ihrem Leben zu weinen. Es war, als lege sich eine heilige Atmosphäre über die Todgeweihten. Ich lernte den Piloten eines der letzten Flugzeuge kennen, der Verwundete auszufliegen hatte. Er bestätigte mir die dramatischen Umstände und fügte hinzu: „Der Weg zu den Herzen meiner Kameraden war sehr lang und dornig, aber Gott hatte es geschafft, zu ihnen zu kommen.“

Der Mensch hat von Natur aus ein feindliches Verhältnis zu seinem Schöpfer. Der berühmte Physiker und Begründer der Relativitätstheorie und Träger des Nobelpreises 1921 Albert Einstein (1879-1955) beschrieb das so: „Das einzig wahre Problem aller Zeiten liegt im Herzen und in den Gedanken des Menschen. Es geht dabei nicht um ein physikalisches, sondern um ein moralisches Problem. Es ist leichter, die Zusammensetzung des Plutoniums zu ändern, als den schlechten Geist eines Menschen. Es ist nicht die Sprengkraft einer Atombombe, die uns erschreckt, sondern die boshafte Kraft des menschlichen Herzens.“

Bei einer Weihnachtsfeier im Kindergarten wurden die Kleinen gefragt, warum Gott seinen Sohn nicht irgendwo in einem Königshaus zur Welt kommen ließ, sondern ausgerechnet in Bethlehem, im letzten Winkel der Welt und dazu auch noch in einem Stall. Einen Augenblick herrschte nachdenkliche Stille. Dann meldet sich ein Kind zu Wort: „Ist doch klar“, sagte es, „sonst hätten ja die Hirten mit ihren schmutzigen Stiefeln nicht zum Jesuskind kommen können!“ Die Antwort trifft ins Schwarze. Gott ist deshalb ganz unten in der Gesellschaft eingezogen, damit die mit den schmutzigen Stiefeln zu ihm kommen können, um Frieden zu finden.

Dieser verheißene Friede ist nicht ein momentaner Waffenstillstand, der jederzeit wieder zusammenbrechen kann – so wie wir es im Nahen Osten dauernd erleben. Es ist viel mehr der Zustand einer Geborgenheit, wie sie schöner und tiefer nicht sein kann. Deshalb heißt es auch: Friede bei den Menschen, auf denen Gottes Wohlgefallen ruht. Egal, wie deine Situation auch sein mag, Gott sucht einen Weg, dir zu helfen. Aber er kann nur zu denen kommen, die sich vor ihm demütigen und von sich selbst restlos enttäuscht sind. Gehörst du dazu?

Heilsame Unwissenheit

Jesus antwortete und sprach zu Petrus: Was ich tue, das weißt du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren. Johannes 13, 7

Bevor Jesus seinen Weg zum Kreuz ging, feierte er mit seinen Jüngern noch das Passamahl. Anschließend wusch er ihnen die Füße. Petrus war das peinlich: „Herr solltest du meine Füße waschen?“ sagte er entrüstet. Die Erklärung Jesu klingt geheimnisvoll: Was ich tue, das weißt du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren. Wir erfahren an keiner Stelle den tieferen Sinn dieser Handlung. Das Einzige, was wir wissen, ist, dass Jesus seinen Jüngern empfiehlt, sich gegenseitig ebenfalls die Füße zu waschen. Sicher keine heilsnotwendige Tat aber eine gute Demutsübung. Mir drängt sich die Frage auf, ob es immer gut ist, alles verstehen zu können, was Gott tut.

Was würden wir zum Beispiel tun, wenn wir alle Ereignisse, die uns begegnen werden und niederdrücken wollen, im Voraus wüssten? Würden wir diesen nicht behutsam aus dem Weg gehen, damit wir es leichter haben? Zwar hört man immer wieder den Slogan: Lass deine Seele baumeln. Ob das auf die Dauer aber gut ist? Wären die Folgen nicht ein Leben ohne nennenswerte Höhepunkte. Es wäre ein farbloses und langweiliges Dasein. Bei jeder Herausforderung würde man einbrechen und resignieren und Gott die Schuld an seinem bedauernswerten Zustand geben.

Ich möchte kein langweiliges Leben. Ich möchte Gott erleben. Ich liebe das Abenteuer, die Herausforderung. Ich möchte Spuren hinterlassen, an denen andere sich orientieren können. Das alles ist ohne Gottvertrauen nicht möglich. Wie aber kann ich Gott vertrauen und mich von ihm abhängig machen, wenn ich alles schon im voraus weiß? Was könnte mich dann noch ins Gebet treiben, um Gott um Rat und Hilfe zu bitten? Wie könnte mein Herz eine Last empfinden oder den Schmerz für Menschen, die ewig verloren gehen? Wenn ich das alles möchte, muss ich in Kauf nehmen, dass Jesus auch zu mir sagt: Was ich jetzt tue, das weißt du nicht; du wirst es aber hernach erfahren. Das tröstet mich, denn der Tag wird kommen, wo mein ganzes Leben wie ein ausgebreiteter Teppich vor mir liegen wird und ich die dunklen und hellen Fäden sehen werde, die seine Hand kunstvoll zu einem großartigen Muster zusammengewirkt hat, und das alles für meine zukünftige Herrlichkeit. Dann spätestens werde ich keine Fragen mehr haben. Dafür wird aber der König sein großes Taschentuch nehmen, um mir die letzten Tränen zu trocknen.

Was würden wir tun, wenn wir den Tag seiner Wiederkunft wüssten?

Gäbe es dann noch etwas, das uns zur Wachsamkeit antreiben könnte? So danke ich Gott dafür, dass ich diesen Tag nicht kenne. Die Unwissenheit hält mich wach. Sie sorgt dafür, dass ich immer genügend Öl in meiner Lampe habe, damit ich dem Bräutigam, wenn er dann kommt, mit einem brennenden Herzen entgegengehen kann. Bist du dann mit dabei?

Das sichere Camp heißt Jesus

Bleibt besonnen und wachsam! Denn der Teufel, euer Todfeind, läuft wie ein brüllender Löwe um euch herum. Er wartet nur auf ein Opfer, das er verschlingen kann. 1. Petrus 5, 8

Als wir den Krügerpark in Südafrika besuchten, fanden wir viele Hinweise, dass der Besucher spätestens um 18 Uhr das Camp erreichen müsse, weil es dann wegen der umherstreifenden Löwen geschlossen wird. So hatten wir uns beeilt, rechtzeitig ins Camp zu gelangen. Dort fanden wir Dokumentationen von Menschen, die den Hinweis nicht Ernst genommen hatten. Sie waren in die Zähne von Löwen geraten und sahen schändlich zugerichtet aus. Andere wurden buchstäblich gefressen, so dass nur einige Überreste zu sehen waren.

Der Böse umschleicht die Christen nicht umsonst. Er konnte nicht verhindern, dass sie ihr Leben Gott anvertrauten. Er musste zusehen, wie Gott sie mit seinem Geist erfüllte und neue Menschen aus ihnen machte. Mit Schrecken sieht er den Tag kommen, wo sie mit Christus herrschen und ihm das Urteil sprechen werden. Damit wird seine Zukunft die ewige Verdammnis sein. Während der Böse besonders in der islamischen Welt die Christen durch Verfolgung zu vernichten versucht, kommt er in der westlichen Welt auf die sanfte Art.

Eine christliche Zeitung befasst sich mit den Kirchenbesuchern der letzten Jahre. Danach sind im Zeitraum von 3 Jahren 1,4 Millionen Menschen aus der Kirche ausgetreten, so dass etwa 3,8 Prozent noch einen Gottesdienst besuchen. Wo sind die 96,2 Prozent geblieben – und was werden sie tun? Die Kirche in der westlichen Welt durchlebt gegenwärtig ihre größte Krise. Viele Geistliche sind sich darin einig, dass, wenn nicht in absehbarer Zeit ein Wunder geschieht, die Kirche vor dem Ausverkauf steht. Ein nachchristliches Zeitalter hat bereits begonnen. Dem Feind ist es gelungen, auf listige Art die geistlichen Fundamente zu unterhöhlen, um das Haus zum Einsturz zu bringen. Während wir immer noch von christlichen Werten sprechen, weiß heute niemand mehr, was damit gemeint ist. Eine bekannte Tageszeitung titelt: Nicht Krieg, sondern Verlust der Werte bedroht unsere westliche Welt. In dieser Gesellschaft ist es kalt geworden. Ein gnadenloser Verteilkampf macht sich breit, bei dem hauptsächlich junge Menschen auf der Strecke bleiben. Für diesen Verlust zahlen wir einen hohen Preis. Steigende Kriminalität, zunehmende Gewalt, Zerfall der Familien, Unfähigkeit zu Bindungen und Freundschaft. Der Glaube an sich selbst und an die Machbarkeit aller Dinge hat eine gnadenlose Philosophie ins Leben gerufen. Sie ist die Weiterführung der Evolutionstheorie von Darwin. Das Stärkere besiegt das Schwache, damit wird diese Welt zu einem alles fressenden Fleischwolf.

Petrus hat diese Entwicklung vorausgesehen, als er schrieb: Bleibt besonnen und wachsam! Denn der Teufel, euer Todfeind, läuft wie ein brüllender Löwe um euch herum. Er wartet nur auf ein Opfer, das er verschlingen kann. Wir sind dann wachsam, wenn wir mit wachen Augen leben. Niemand kann die Entwicklung unserer Gesellschaft stoppen. Alles folgt dem Gesetz von Saat und Ernte. Was wir aber tun können ist, uns in das sichere Camp begeben, wo der brüllende Löwe keinen Zugang hat. Jesus sagt: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer und sie müssen brennen. Joh. 15, 5-6.

Dankbar sein in allen Dingen

Seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus.  1. Thessalonicher 5, 18

Wer den Willen Gottes für sein Leben wissen möchte, bekommt hier einen konkreten Hinweis: Gott möchte, dass wir für alles dankbar sind. – Wenn es uns gut geht, werden wir damit wenig Probleme haben. Aber was tun wir, wenn alles anders kommt, als gedacht? Wenn das Schicksal zuschlägt, Krankheit, Schmerz oder der Verlust eines lieben Menschen uns heimsuchen? Verlangt Gott dann nicht zuviel, wenn er sagt, wir sollen für alles dankbar sein? Es wird sicher keinen Menschen geben, der das nicht als eine Überforderung empfindet.

Während einer Vortragsreihe hatte ich für den nächsten Abend das Thema angekündigt: „Warum lässt Gott das zu?“ Während meiner Vorbereitung am folgenden Tag klopfte es an der Tür. Der Pastor teilte mir mit, dass soeben ein Jugendlicher der Gemeinde tödlich verunglückt sei. – Da saß ich nun über meine Bibel gebeugt mit der Frage, was ich in dieser Situation sagen soll. Der Abend war gekommen und der Saal hatte sich bis auf den letzten Platz gefüllt. Vorne saß die Jugend. Ihre Gesichter waren von Schmerz gezeichnet und viele wischten sich die Tränen aus den Augen, und ich hatte die Aufgabe, ihnen zu erklären, warum Gott das zugelassen habe.

Ich gebe zu, dass ich mich überfordert fühlte, bis ich den obigen Text entdeckte: Seid dankbar in allen Dingen. – Gott will nicht das Leid. Er hat Mitleid und möchte uns helfen, Leid, Verlust und Schmerz zu überwinden. Er weidet sich nicht an den Tränen verzweifelter Menschen. Keineswegs! Gott ist ein barmherziger Vater und kann mitfühlen. Und dennoch! Wenn Gott uns sagen lässt, für alles dankbar zu sein, muss es einen tieferen Grund dafür geben. Erst wenn wir den erkannt haben, wird es uns leichter fallen, für alles zu danken.

Wer für alles zu danken beginnt, übergibt seinen Schmerz Gott. Jetzt hat er es nicht mehr mit dem Feind zu tun, von dem alles Leid kommt, sondern mit seinem himmlischen Vater. Das verändert die Situation. Der Leidgeprüfte gibt Gott die Möglichkeit, sich der Sache anzunehmen. Das bestätigte mir am nächsten Tag die Mutter des Verunglückten. „Ich hatte meinen Sohn als ein Geschenk vom himmlischen Vater angenommen und jetzt gebe ich ihn als ein solches wieder an ihn zurück. In der Familie haben wir oft über unsere zukünftige Heimat, den Himmel, gesprochen. Dass er aber so schnell das Ziel erreichen würde, hatten wir nicht gedacht. So trösten wir uns damit, dass er uns nur vorausgegangen ist und wir uns alle wiedersehen werden. Dafür will ich Gott danken.“

Wer nicht für alles danken kann, muss damit rechnen, dass ihn der Schmerz zu begraben droht, er in Verzweiflung gerät und schließlich Gott an allem die Schuld gibt. So leben viele mit Groll und Bitterkeit und zerstören sich ihre Zukunft. Wer den himmlischen Vater seinen Herrn nennt, gibt ihm auch das Recht, Dinge und Ereignisse zuzulassen, die ihm nicht gefallen werden. Er vertraut ihm aber, dass Gott es immer gut mit ihm meint und die Stunde kommen wird, wo er das zu verstehen beginnt.

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