Die Macht der Manipulation

Etliche schrien so, etliche anders, und die Versammlung war in Verwirrung, und die meisten wussten nicht, warum sie zusammengekommen waren. Apostelgeschichte 19, 32

Ein Kunstschmied in Ephesus lebte davon, dass er Nachbildungen der Göttin Diana anfertigte und gut davon lebte. Viele seiner Kunden hatten ihn nun verlassen, sie waren Christen geworden. Daraufhin ersann er sich eine List. Er trat an die Öffentlichkeit und verbreitete Angst um die Zukunft der großen Diana mit dem Ziel, sein Geschäft wieder zu beleben. Der Trick zeigte Wirkung. Die Bürger gerieten in Aufregung und schrien etwa zwei Stunden: „Groß ist die Diana der Epheser“.

Manipulation ist zu einem Gewerbe geworden. Den Kunstschmied von damals haben die Journalisten von heute verdrängt. Tausende von ihnen leben davon, eine interessante Geschichte aufzuspüren oder eine zu erfinden, mit der sich viel Geld verdienen lässt. Diese wird dann zu einer dramatischen Story aufbereitet und dem Volk verkauft. Dabei wird darauf geachtet, dass die Gefühle der Leser oder der Zuschauer getroffen werden. Damit wird der Mensch willig gemacht, so zu denken oder zu handeln, wie es ihm dargeboten wird. Dabei soll er das Gefühl haben, dass seine Meinung oder seine Entscheidungen aus eigenem Antrieb kommen. „Die Macht der Manipulation“ weiterlesen

Die Macht der Gewohnheiten

Gewöhne einen Knaben an seinen Weg, so lässt er auch nicht davon, wenn er alt ist. Sprüche 22,6

Ein Missionar erzählte von einem Farmer, der sich auf seinem Hof einen Geier als Wächter hielt. Damit er ihm nicht davonflog, hatte er ihn an eine Leine gebunden, wie einen Hund. So lief der Vogel den ganzen Tag im Kreis herum. Eines Tages kam ein Tierschützer vorbei und bemängelte dies. „Lass ihn los,“ sagte er. „Der hat sich an sein Umfeld gewöhnt und wird dir nicht mehr davonlaufen.“ Gesagt, getan. Der Vogel bekam seine Freiheit. Zu seinem Erstaunen lief der Geier weiterhin seine Runde, wie zuvor. Die Gewohnheit hatte ihn fest im Griff. „Die Macht der Gewohnheiten“ weiterlesen

Das Feuer erhalten

Das Feuer auf dem Altar soll brennen und nie verlöschen. 3. Mose 6, 5

Als das Offenbarungszelt fertig war mit allen dazugehörenden Geräten, war der Tag der Einweihung gekommen. Vor dem Eingang hatte der Brandopferaltar seinen Platz bekommen. Er sollte bei allen Gottesdiensten eine zentrale Rolle spielen. Auf ihm sollten die Opfergaben verbrannt werden, die das Volk von ihren Sünden reinigen und die Gemeinschaft mit Gott erneuern sollten. Als alles gerichtet war, fiel göttliches Feuer vom Himmel und verzehrte das Opfer. 3. Mos. 9, 24.

Von diesem Augenblick an war die Herrlichkeit Gottes zu den Menschen herabgekommen. Jetzt sprach Gott zu Mose: „Dieses Feuer soll brennen und nie verlöschen.“ Der Grund war, dass es für dieses Feuer keinen Ersatz gab. So war es der Auftrag der Leviten, Wache am Altar zu halten. Täglich mussten sie die Asche entfernen und ständig neues Brennholz nachlegen. „Das Feuer erhalten“ weiterlesen

Heiler Mensch

Da sprachen sie untereinander: Lasset uns den nicht zerteilen, sondern darum losen, wes er sein soll, – auf dass erfüllt würde die Schrift: „Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über meinen Rock das Los geworfen.“ Solches taten die Kriegsknechte. Johannes 19, 24

Letzten Sonntag sprach ich über diesen Text. Als Illustration benutzte ich ein Tuch, wie es in Indien viele Männer tragen. So sehen sie so aus, wie Jesus gekleidet war. Dabei wird ein einfaches Tuch um die Lenden gewickelt und schon kann man die Straße betreten.

In der Berichterstattung über die Kreuzigung Jesu erscheint der obige Vermerk nur wie eine Randbemerkung. Es ging um die Kleidungsstücke des Verurteilten. Offenbar war es Brauch, dass die Soldaten einen Anteil bekamen – quasi als Belohnung. Dann aber heißt es,  auf dass die Schrift erfüllt würde. „Heiler Mensch“ weiterlesen

Menschen nach dem Herzen Gottes

Der Herr hat sich einen Mann gesucht nach seinem Herzen.
1. Samuel 13, 14

Gott sucht Menschen nach seinem Herzen und findet David, den Hirtenjungen, einen, mit dem niemand rechnete. Gott befahl Samuel, diesen mit heiligem Öl zu salben, wie man Propheten und Könige salbte. Menschen nach dem Herzen Gottes sind keine herausragenden Persönlichkeiten, überdurchschnittlich begabt, politisch erfolgreich oder aus gutem Hause. Sie können sogar einfache Hirtenjungen sein, denen man nichts zutraut oder auf die andere verächtlich herabschauen, wie Eliab, der Bruder Davids. 1. Sam. 17, 28.

Gott trifft seine Wahl nach anderen Kriterien. Als Goliath, der Feind der Juden, einen Gegner suchte, um mit ihm zu kämpfen, versteckten sich die Juden vor Furcht. Allein David nahm die Herausforderung an, stellte sich dem Kampf und siegte. – Menschen nach dem Herzen Gottes haben keine Menschenfurcht. Ganz anders verhalten sich in unseren Tagen viele Christen. Wie viele fürchten sich und sind bereit, sich auf Kosten der Wahrheit der öffentlichen Meinung zu beugen. Sie möchten nicht in die Ecke der Fundamentalisten abgedrängt werden. „Menschen nach dem Herzen Gottes“ weiterlesen

Taten sprechen lauter als Worte

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Matthäus 22, 39

Die vielen Verordnungen, die Gott seinem Volk im Alten Testament gab, hatten eine zentrale Botschaft: Alle Bereiche des Lebens sollten auf Nächstenliebe gegründet sein. Jesus geht noch weiter, wenn er von der Liebe zu den Feinden spricht. Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen. Matth. 5,44.

Sicher ist eine solche Botschaft eine Überforderung für den natürlichen Menschen. Sein Gerechtigkeitsempfinden sinnt auf Vergeltung und übt Rache. In der moslemischen Welt wird das in vielen Facetten in erschreckender Weise immer wieder sichtbar. So werden Nachbarn zu Feinden und werden umgebracht, nur weil man glaubt, die eigene Ehre sei geschändet worden. „Taten sprechen lauter als Worte“ weiterlesen

Leben im Spannungsfeld

Aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden. Jesaja 40, 31

Unser Flug ging nach Bombay. Ich hatte einen Fensterplatz und mein Blick ging hinaus. Die Städte, Flüsse, Wälder, die Küsten tief unter mir erschienen klein wie Spielzeuge. Das Auge konnte sich nicht satt sehen an dieser unendlichen Weite. Doch das sollte sich bald ändern. Einige Stunden später saßen wir zusammengedrängt in einem uralten klapperigen Taxi. Wir ließen uns ins Hotel bringen. Hier unten war alles anders. Ich schaute zu den grauen Fassaden hinauf, die uns zu ersticken drohten. Die Luft war erfüllt von Benzingestank und Auspuffgasen. Um uns tobte ein gnadenloser Verkehr. Fast jeder fuhr mit dröhnender Hupe und boxte sich durch das Gewühl. Von Schwerelosigkeit und einem Platz am Fenster mit herrlichem Blick in die Weite war hier keine Rede mehr. Hier herrschte offenbar das Gesetz des Stärkeren. „Leben im Spannungsfeld“ weiterlesen

Druck verändert

Passt euch nicht dieser Welt an, sondern ändert euch, indem ihr euch von Gott völlig neu ausrichten lasset. Nur dann könnt ihr beurteilen, was Gottes Wille ist, was gut und vollkommen ist und was ihm gefällt. Römer 12, 2

Unser Charakter ist die Summe von Veranlagungen, Umfeld, Vorbild und eingeübtem Verhalten. So bekommt der Mensch mit der Zeit seine Persönlichkeitsstruktur. Wenn er zu Jesus kommt, wird er angenommen wie er ist, wobei Mängel und Verprägungen keine Rolle spielen. Gott stellt keine Vorbedingungen. Jetzt aber beginnt in ihm ein Wunsch zu keimen: Ich möchte nicht bleiben wie ich bin, ich möchte mich verändern, weil Jesus mein Vorbild geworden ist. Dieser Wunsch wird durch den Heiligen Geist gewirkt und dafür nimmt der Urtext das Wort „Metamorphose“. „Druck verändert“ weiterlesen

Die Zeichen der Zeit verstehen

Über des Himmels Aussehen könnt ihr urteilen; könnt ihr dann nicht auch über die Zeichen der Zeit urteilen?  Matthäus 16, 3

Jesus tadelt die Geistlichen, dass sie nicht in der Lage waren, die Zeichen, die Gott für sie gesetzt hatte, deuten zu können. Im Gegenteil: Sie sagten, Jesus treibe die Dämonen durch den Obersten der Teufel aus und stuften ihn als Gesandter des Bösen ein. – In der Summe waren es die vielen verpassten Gelegenheiten, die das Schicksal dieser Nation für Jahrtausende zu bestimmen begannen. Was ist das Zeichen deiner Wiederkunft?, fragten die Jünger. Jesus hatte ihnen versprochen, dass er gehen würde, um ihnen eine Stätte zu bereiten und dann wiederzukommen. Die Apostel nehmen in ihren Briefen immer wieder Bezug auf dieses Versprechen und trösten die Gläubigen. „Die Zeichen der Zeit verstehen“ weiterlesen

Segen guter Gemeinschaft

Die Menge aber der Gläubigen war ein Herz und eine Seele; auch niemand sprach von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam. Apostelgeschichte 4, 32

Gute Beziehungen sind das halbe Leben. Der Herr sprach zu Adam: Es ist nicht gut, dass du allein bist, ich will dir eine Gehilfin schaffen. Ohne fremde Hilfe ist der neugeborene Mensch nicht lebensfähig. Von Natur aus kann er reinweg nichts, als nur weinen und Tränen vergießen. Alles, was er zum Leben braucht, muss er sich in mühevoller Weise aneignen und dazu braucht er Hilfe von außen. So können wir sagen, dass unser Wissen geliehenes Wissen ist: Man hat es uns beigebracht. So gibt es kein Grund, auf sein Wissen stolz zu sein.

Es ist eine Tragödie, dass der Mensch, obwohl er immer näher zusammenrücken muss, immer einsamer wird. Fast die Hälfte aller Haushalte sind Singlehaushalte. Der moderne Mensch lebt zwar mitten im Gewühl, wird aber trotzdem immer einsamer. „Segen guter Gemeinschaft“ weiterlesen

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