Menschen mit Profil

Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben, denn es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade, nicht durch Speisegebote, von denen keinen Nutzen haben, die damit umgehen. Hebräer 13, 9

In diesen Tagen brauchte mein Auto einen Service. Kaum hatte ich den Wagen in die Firma gebracht, klingelte auch schon das Telefon: Ihre Reifen müssen unbedingt erneuert werden, das Profil ist abgefahren und es besteht die Gefahr, bei schlechtem Wetter die Spur zu verlieren und das kann Ihr Leben kosten. Aus dem kleinen Service wurde nichts, es gab eine hohe Rechnung. Jetzt habe ich Reifen mit Profil und darf mich im Verkehr um einiges sicherer fühlen.

Der Begriff „Profil“ wird in unserer Sprache vielfach verwendet, so auch für den Charakter eines Menschen. Wir sprechen dann von einem Persönlichkeitsprofil. Dann ist das Profil die Summe meiner Persönlichkeit.

Festigkeit ist gefragt. Menschen mit einem festen Herzen sind Menschen mit Profil. Es gibt Menschen mit starkem Profil, wenn es um den persönlichen Erfolg geht. Geht es aber um moralische Werte, dann fehlt es in den meisten Fällen daran. Damit Profil entstehen kann, bedarf es einer gesunden Lehre und der Hilfe Gottes. Es heißt: …welches geschieht durch Gnade.

Unserer Gesellschaft wird es immer schwerer gemacht, ein gesundes Profil zu entwickeln. Sind unsere Medien nicht schon längst die obligatorischen Vordenker geworden? Nicht wir entscheiden, sondern sie bestimmen, was zu konsumieren ist oder wie unsere moralischen Wertvorstellungen auszusehen haben. Profillose Eltern schaffen profillose Kinder. Weil sie kein Vorbild sind, müssen sie sich nicht wundern, wenn ihre Kinder keinen Respekt haben und tun, was sie wollen. Darum, weil sie selbst nicht wissen, was zu einem optimalen Leben gehört, fehlt ihnen die Autorität zur gesunden Erziehung. Ein sicherer Arbeitsplatz, Wohlstand, Gesundheit oder eine gesicherte Rente sind keine Werte mit denen man sein Leben krisenfest gestalten kann. Wenn ein Volk nicht im Sumpf von Unmoral und Kriminalität versinken soll, braucht es moralische Werte, Leitplanken, die aufzeigen, wo die Fahrbahn zu Ende ist. Dann heißt es: Bis hierher und nicht weiter! Menschen mit gesundem Profil sind gefestigte Persönlichkeiten. Sie folgen nicht jedem Trend, sondern denken nach und bilden sich eine eigene Meinung. Menschen ohne Profil dagegen können in der Versuchung die Spur nicht halten und geraten ins Rutschen oder kommen unter die Räder. Bin ich ein Mensch mit Profil, dann ist mein Wort ein „Ja“, was dann auch ein „Ja“ bedeutet; oder ein „Nein“, was dann auch bei einem „Nein“ bleibt. Solche Menschen prägen ihr Umfeld. Sie hinterlassen eine Spur, die Zeichen setzt und Orientierung gibt. Es sind Menschen mit einem festen Herzen.

Vielleicht hattest du nicht das Vorrecht, in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen zu sein. Vielleicht waren deine Eltern profillos und du bist ohne Leitplanken herangewachsen. Für neue Reifen sorgte meine Werkstatt, – ebenso möchte Gott uns helfen, ein gesundes Profil zu bekommen. Darum schenkt er uns den Heiligen Geist. Er ist eine Leben spendende und erneuernde Kraft. Dann kannst auch du sagen: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.
2. Kor. 5, 17

Schweigemarsch

Josua aber gebot dem Kriegsvolk und sprach: Ihr sollt kein Kriegsgeschrei erheben noch eure Stimmen hören lassen, noch soll ein Wort aus eurem Munde gehen bis auf den Tag, an dem ich zu euch sage: „Macht ein Kriegsgeschrei“! Dann sollt ihr das Kriegsgeschrei erheben. Josua 6, 10

Es scheint, als habe sich hier der Kreislauf geschlossen. Vierzig Jahre zuvor standen sie schon einmal vor den Toren ihrer Feinde, doch fiel der Bericht der Kundschafter so negativ aus, dass Gott ihnen das Land nicht geben konnte. Niemand erreichte das Ziel, außer Josua und Kaleb. Das Geheimnis war, dass sie eine Botschaft der Hoffnung hatten, während die anderen nur Probleme sahen. Josua sagte voller Zuversicht: Es ist der Schutz von ihnen gewichen, der Herr aber ist mit uns. Fürchtet euch nicht vor ihnen, aber das Volk wollte ihn steinigen. 4. Mos. 14, 9-10.

Ich kann also verstehen, warum Gott ihnen dieses Mal Redeverbot auferlegte. Hätten sie sagen können, was sie angesichts der dunklen und hohen Mauern Jerichos in ihren Herzen empfanden, wären keine guten Worte über ihre Lippen gekommen und dasselbe hätte sich wiederholt, – ganz wie damals.

Dieser Bericht steht nicht umsonst in der Bibel. Gott will uns sagen, dass wir auf unsere Worte achten sollen. Was wir sagen, hat Folgen, ob wir daran glauben oder nicht. Worte sind Kräfte unseres Geistes. Worte können den Himmel öffnen, aber auch die Hölle. Mit Worten können wir ein Unglück herbeireden oder es abwenden. Nicht umsonst heißt es: Tod und Leben stehen in der Zunge Gewalt; wer sie liebt muss auch ihre Frucht essen. Spr. 18, 21.

Vielleicht stehst du schon lange vor einer Mauer. Täglich schaut sie dich an und ihr finsteres Gesicht will dir den Atem rauben. In deinem Herzen weißt du zwar, dass Gott mit dir gezogen ist und du dich auf dem Weg der Nachfolge befindest. Aber mit einer solchen Mauer hast du nicht gerechnet. Vielleicht heißt sie mangelnde Gesundheit oder Krise in der Ehe oder am Arbeitsplatz, in der Kindererziehung oder in der Gemeindearbeit.

Die Mauer kann viele Namen haben und das Gefühl von Schwäche und Überforderung brennt uns auf den Lippen und wir möchten unsere Not herausschreien und sie mit anderen teilen. Ob das immer hilft? In einigen Fällen vielleicht, aber ob sich dann etwas ändern wird, bleibt dahingestellt. – Wer die ganze Geschichte liest entdeckt, dass es nur den Priestern erlaubt war zu „reden“ – und zwar mit ihren Posaunen. Laut posaunend sollten sie dem Volk voran ziehen und die Mauern zerbrachen. Jos. 6, 9.

Auch darin entdecke ich eine Botschaft. Die Posaunen symbolisieren das Gebet, die Priester sind wir. Es gibt Mauern, die nur durch Gebet zum Einsturz gebracht werden können, weil dahinter eine böse Macht steht. Paulus sagt: Wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Eph. 6, 12. Die größten Schlachten im Reich Gottes wurden nie an den Fronten geschlagen, sondern im stillen Kämmerlein. Jesus ging auf die Berge, um zu beten oder in eine Wüste. Hier im Verborgenen sammelte er neue Kräfte für seinen Dienst. Gott sagt durch Jesaja: Wenn ihr umkehrtet und stille bliebet, so würde euch geholfen; durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein. Jes. 30, 15.  Geh noch einmal schweigend um deine Mauer und besprich dein Anliegen mit Gott; die Mauern werden fallen!

Keine Resignation

Und das Volk klagte vor den Ohren des Herrn, dass es ihm schlecht gehe. Und als der Herr das hörte, entbrannte sein Zorn. 4. Mose 11, 1

Dieses Volk hatte sich unter den Schutz Gottes gestellt und sich seiner Führung anbefohlen. Jetzt waren sie unterwegs in ein Land, dass Gott ihnen als zukünftige Heimat verheißen hatte. Kaum hatten sie Ägypten verlassen, übernahm eine lichte Wolke, wie eine ausgebreitete Hand, die Führung, damit sie den Weg finden konnten. Damit sie keinen Hunger oder Durst zu leiden hatten, gab Gott ihnen täglich frisches Brot vom Himmel und kühles Wasser aus dem Felsen. Näherten sich plündernde Horden, half Gott ihnen, sie zu verjagen. An alles war gedacht, damit sie unbeschadet das Ziel erreichen konnten.

Etwa 27 Monate waren sie bereits unterwegs und wahrscheinlich konnten sie aus der Ferne schon die schneebedeckten Gipfel des Hermon sehen, als sich plötzlich Resignation ausbreitete. „Es geht uns schlecht“, schrien sie „und an allem ist Gott Schuld“.  Was war geschehen? „Keine Resignation“ weiterlesen

Geduld, eine unverzichtbare Tugend

Ein Geduldiger ist besser als ein Starker und wer sich selbst beherrscht, besser als einer, der Städte gewinnt. Sprüche 16, 32

Wir verbrachten unsere Ferien in Norwegen. Ein Boot stand ebenfalls zur Verfügung und es reizte mich, auf den Fjord hinauszurudern. So gingen meine Frau und ich hinab zur Anlegestelle, doch das Boot lag unerwartet auf einer Sandbank. Vor Stunden schwamm es noch. Mit aller Kraft versuchte ich, es ins Wasser zu bringen, und als ich mir den Schweiß von der Stirn wischte, sagte meine Frau: „Wenn du warten könntest, bis die Flut kommt, bräuchtest du dich jetzt nicht so anzustrengen“. Ich hatte eine wichtige Lektion gelernt: Geduld ist eine unverzichtbare Tugend. „Geduld, eine unverzichtbare Tugend“ weiterlesen

Nicht müde werden

Solange wir noch Zeit haben, lasset uns Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht ablassen. Galater 6, 9

Das kennt wohl jeder: Man lädt Menschen ein, bewirtet sie und tut ihnen Gutes und es gibt nicht mal ein Dankeschön dafür. Mal ehrlich, haben diese lieben Freunde dich auch schon mal eingeladen? Viele verneinen und sagen: „Mich lädt niemand ein“. Und so könnten wir eine ganze Palette von guten Taten aufzählen, die nicht einmal mit einem Dankeschön quittiert wurden. Irgendwann schleicht sich dann der Gedanke ein, ob es sich überhaupt lohnt, weiterhin Gutes zu tun.

Die Menschen sind einfach zu undankbar, zu unaufmerksam und selbstsüchtig und wir ziehen uns resigniert zurück. Paulus hätte diese Worte nicht geschrieben, wenn es nicht damals schon Menschen gegeben hätte, die ähnlich dachten. „Nicht müde werden“ weiterlesen

Gemeinschaft – Risiko und Chance

Miriam aber und Aaron fingen an, über Mose schlecht zu reden wegen der Mohrenfrau, die er sich genommen hatte. 4. Mose 12, 2.

Früher lebten Völker ganz unter sich. Fremde hatten kaum die Möglichkeit, sich zu integrieren, besonders in den Dörfern war das der Fall. Hier waren fast alle miteinander verwandt und der Zugezogene blieb oft über Jahrzehnte ein Ausländer und wurde dementsprechend behandelt. Gemeinschaft und Integration sind eine unverzichtbare Bereicherung für jeden. Sie ergänzt nicht nur, sie schützt auch den Einzelnen und macht stark.

Sie kann aber auch Anlass zur Kritik geben. Im obigen Bericht erfahren wir, dass Mose eine Frau gewählt hatte, die nicht dem Geschmack seiner Verwandtschaft entsprach. Aaron und Miriam ärgerten sich, weil sie eine Mohrin war. „Wie kann man so etwas tun, zumal wir doch alle Weiße sind“, mag ihr Vorwurf gewesen sein. Darauf zürnte der Herr und Miriam wurde aussätzig und wenn Mose nicht für sie gebetet hätte, wäre sie daran gestorben.

Dieser Bericht möchte uns ein zukunftsweisendes Wort mit auf den Weg geben. Heute sind wir eine multikulturelle Gesellschaft geworden. Menschen unterschiedlichster Herkunft und Nationen leben unter  uns und das Zusammenleben ist an Farbe und Vielfalt um vieles reicher geworden. So ist Gemeinschaftsfähigkeit mehr gefragt denn je, denn die „Mohrenfrau“ oder der „Mohrenmann“ oder ihre Kinder, wohnen bereits unter uns, vielleicht sogar im gleichen Haus und wenn sie sich für Gott interessieren, werden sie heute oder morgen sogar unsere Kirchen und Gemeinden besuchen. „Gemeinschaft – Risiko und Chance“ weiterlesen

Der böse Tag

Darum nehmt die volle Waffenrüstung Gottes, damit ihr am bösen Tage widerstehen und als Sieger das Feld behalten könnt! Epheser 6, 13

Unser Text spricht vom bösen Tag und sagt indirekt, dass nicht jeder Tag ein böser Tag ist. Hat jemand sein Leben Gott anvertraut, erlebt er herrliche Tage. Sein bisheriges Leben gehört der Vergangenheit an, in ihm ist alles neu geworden. Er freut sich über den tiefen Frieden, den er nun atmen darf. Er ist erfüllt von einer lebendigen Hoffnung und darf getrost in die Zukunft schauen. Er erlebt, wie Gott sich um ihn kümmert und seine Gebete erhört.

Ja, ein Jünger Jesu ist ein glücklicher, gesegneter Mensch! Und dennoch kann sich alles plötzlich ändern. Unverhofft zeigen sich am Horizont Wolken und ein böser Tag naht. Schon hat sich bei aller Glückseligkeit der Himmel verdunkelt. Eine Krankheit hat sich eingeschlichen und ihn an das Bett gefesselt oder Menschen haben ihn enttäuscht und üben Verrat oder er verliert seine Arbeitsstelle oder einen Angehörigen. „Der böse Tag“ weiterlesen

Ein neues Kapitel beginnt

Die kamen nun mit den Ältesten zusammen und hielten erneut einen Rat. Sie gaben den Soldaten reichlich Geld mit der Anweisung: Sagt, seine Jünger kamen des Nachts und haben ihn gestohlen, während wir schliefen! Und wenn es der Statthalter erfährt, wollen wir ihn schon beschwichtigen und dafür sorgen, dass euch nichts geschieht. Sie nahmen das Geld und taten, wie man sie angewiesen hatte. Matthäus 28, 11-15

Die Botschaft, dass Jesus auferstanden ist, hätte logischerweise den Beweis erbracht, dass man einen Unschuldigen gekreuzigt hatte und alles, was er über sich gesagt hatte, die Wahrheit war. Anstatt sich nun an die eigene Brust zu schlagen und sich vor Gott zu entschuldigen, unternahm man alles, um diese Botschaft zu verschweigen. Man entwendete Geld aus dem Gotteskasten und gab es den Soldaten, damit sie die Lüge verbreiteten, die Jünger hätten den Leichnam Jesu gestohlen. Damit hatten auch diese sich selbst um eine Gnade betrogen, die Gott ihnen zuteil werden ließ.

Sie durften Zeugen seiner Auferstehung sein, denn der Engel sprach zu ihnen: Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Matth. 28, 6. Mit der Annahme des Geldes hatten sie sich entschlossen, mit einer Lüge weiterleben zu wollen, anstatt sich mit der Botschaft des Engels zu beschäftigen. „Ein neues Kapitel beginnt“ weiterlesen

Von oben gelenkt

Und der Teufel führte Jesus hinauf auf einen Berg und zeigte ihm alle Reiche der ganzen Welt in einem Augenblick und sprach zu ihm: Alle diese Macht will ich dir geben und ihre Herrlichkeit; denn sie ist mir übergeben, und ich gebe sie, welchem ich will. Wenn du mich willst anbeten, so soll es alles dein sein. Lukas 4, 5-7

Unglaubliche Zusammenhänge werden offenbar. Satan zeigte Jesus alle Reiche der Welt. Dann macht er ein großartiges Angebot: Bete mich an und ich übergebe dir alles. Jesus lehnte entschieden ab. Dem Herrscher des babylonischen Reiches offenbarte Gott durch den Propheten Daniel den Verlauf der Geschichte der Völker bis hin zu dem Augenblick, wo Gott sein Reich aufrichten wird. Dan. 2, 29-45.

Hier wird deutlich, warum Jesus das Angebot ablehnte. Jesus kam nicht in die Welt, um Weltreiche zu beherrschen, sondern um Menschen aus diesen Reichen aus der Gewalt des Bösen zu befreien und am Ende sein ewiges Reich aufzurichten. Sein Reich ist anders, als die Reiche weltlicher Herrscher. Diese kommen und gehen, das hat die Geschichte immer wieder bewiesen. „Von oben gelenkt“ weiterlesen

Wenn Kopfkissen wie Steine sind

Er nahm einen Stein, der dort im Gelände lag, legte ihn sich unter seinen Kopf und schlief bald ein. 1. Mose 28, 11

Es müsste schon viel passiert sein, bevor ich einen Stein als Kopfkissen nehmen würde. Jakob tat es und das hatte einen Grund: Jakob hatte sich das Erstgeburtsrecht auf ehrliche Weise von seinem Bruder erworben und als sein Vater den Erstgeborenen segnen wollte, bekam er auch den Segen.

Esau erkannte, was er angerichtet hatte und trachtete nun danach, seinen Bruder umzubringen. Jakob musste fliehen und befand sich nun in der Wüste. Die Dunkelheit war hereingebrochen und er war müde geworden und suchte nach einem Lagerplatz. Erschöpft legte er sich an einem Stein nieder und schlief ein. Ich kann mir vorstellen, dass er schon bequemer geschlafen hatte, als hier in der Einsamkeit zwischen Dornen, Skorpionen und wilden Tieren. „Wenn Kopfkissen wie Steine sind“ weiterlesen

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