Die Hoffnung der Gläubigen

Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn’s nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten? Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin. Johannes 14, 1-3

Im Griechischen bedeutet Advent „epiphaneia“ und weist auf den Besuch eines Königs hin. Dann versammelte sich das Volk an den Straßen, um ihm einen würdigen Empfang zu bereiten und alle jubelten „epiphaneia“ – Advent. Auch heute eilt das Volk an die Straßen, wenn ein Staatsoberhaupt in ihre Stadt zu Besuch kommt und wedelt mit kleinen Fähnchen, um ihn so willkommen zu heißen. Auch das ist „epiphaneia“.

In diesen Tagen singen Kinder vor brennenden Kerzen: „Advent, Advent, ein Lichtlein brennt…“ – und alle freuen sich auf das bevorstehende Weihnachtsfest und die vielen Geschenke. Offenbar ist das alles, was vom eigentlichen Sinn übriggeblieben ist. „Die Hoffnung der Gläubigen“ weiterlesen

Nicht jeder Stern zeigt den Weg

Als sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. Matthäus 2, 10-11

Wer kennt ihn nicht, den riesigen Schriftzug aus Lettern so hoch wie ein 5-stöckiges Haus – das Wahrzeichen der Film-Metropole HOLLYWOOD? Mitten durch Hollywood führt ein berühmter Gehweg, der „Walk of Fame“. Alle paar Meter sind dort Messing-Sterne mit Namensgravuren eingelassen. Es heißt: „Wer hier eingetragen ist, wird damit unsterblich gemacht!“ Es ist die Ruhmesmeile der Berühmtheiten, der Gehweg der ganz Großen. Über 2500 Stars aus dem Showgeschäft sind hier verewigt: Marlene Dietrich, Walt Disney, Arnold Schwarzenegger, Britney Spears, Tom Hanks, Robbie Williams u.v.a.

Schaue ich genau hin, entdecke ich Tausende, die täglich diese Straße benutzen und über diese „Sterne“ hinwegtrampeln, ohne sich etwas dabei zu denken. Ist das Plan oder Zufall? Eines steht fest, menschlicher Glanz und Ruhm vergehen. Harald Juhnke, der ebenfalls zu den Großen im Showgeschäft gehörte, sagte im Rückblick auf sein Leben: „Gelebt habe ich nie, ich war nur die Leinwand, projiziert haben die anderen.“ Wenn der Vorhang fällt, bleiben die „Sterne“ oft vereinsamt dahinter stehen. Das Volk will Belustigung, aber wehe, wenn ihre Unterhalter nichts mehr zu bieten haben… „Nicht jeder Stern zeigt den Weg“ weiterlesen

Der Weg ist lang und dornig

Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt, dessen Name heilig ist: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei denen, die zerschlagenen und demütigen Geistes sind, auf dass ich erquicke den Geist der Gedemütigten und das Herz der Zerschlagenen. Jesaja 57, 15

Ich werde an den Kampf um Stalingrad erinnert. Die sechste deutsche Armee mit 230.000 Soldaten war von russischen Truppen umzingelt und der Winter war mit aller Härte über die Soldaten hereingebrochen. Die Hoffnung auf Befreiung war geschwunden, ebenso ihr Vertrauen auf den großen Führer, der ihnen ein Tausendjähriges Reich versprochen hatte. Tausende waren bereits erfroren und andere waren halb verhungert, als die Bitte an das Hauptquartier erging, man möge ihnen Bibeln schicken. Die wenigen, die kamen, mussten reichen, damit jeder, der wollte, wenigstens eine Seite zum Lesen bekam. Dann hockten sie in ihren Gräben und lasen, was Gott zu sagen hatte. Viele lasen es immer wieder und jedes Wort erschien ihnen wie ein Gruß aus einer anderen Welt. Als dann der Heilige Abend kam und das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ durch die Lautsprecher ertönte, blieb kein Auge trocken. Harte Männer mit versteinerten Herzen begannen zum ersten Mal in ihrem Leben zu weinen. Es war, als lege sich eine heilige Atmosphäre über die Todgeweihten. Ich lernte den Piloten eines der letzten Flugzeuge kennen, der Verwundete auszufliegen hatte. Er bestätigte mir die dramatischen Umstände und fügte hinzu: „Der Weg zu den Herzen meiner Kameraden war sehr lang und dornig, aber Gott hatte es geschafft, zu ihnen zu kommen.“ „Der Weg ist lang und dornig“ weiterlesen

Gott schickt uns seinen Engel

Der Engel des Herrn lagert sich um die her, die ihn fürchten und hilft ihnen heraus. Psalm. 34, 8

Jedes Jahr gibt es in unserer Stadt den Weihnachtsmarkt. Viele kommen von weit her, um einzukaufen. Gestern hatte auch ich mich auf den Weg gemacht, um zu sehen, was alles geboten wird. Neben Bratwurst, Bier, Musik und viel Glimmer gab es eine Unmenge von Engeln in allen Größen. Man vergleicht, kauft und bezahlt und zieht dann wieder ab, vollgepackt mit Tüten und Tragetaschen. Schließlich ist ja bald Weihnachten…

Ich stelle mir vor, ein richtiger Engel käme aus der unsichtbaren Welt hervorgetreten und stände plötzlich mitten unter den Kauflustigen, so einer wie der Prophet Daniel ihn sah: … und sein Gesicht war wie das Aussehen eines Blitzes und seine Augen wie Feuerfackeln und der Klang seiner Worte war wie der Klang einer Volksmenge. „Gott schickt uns seinen Engel“ weiterlesen

Dein König kommt

Sagt dem Volk, das auf dem Zion wohnt, auf der Höhe von Jerusalem: Gib acht, dein König kommt! Er kommt ohne Gepränge. Er kommt, um Frieden zu bringen. Er reitet auf einem Esel und auf dem Füllen des Lasttieres. Matthäus 21, 5

Wenn ein König sich seinem Volk zeigen will oder ein fremdes Land besucht, ist das ein medienwirksamer Auftritt. Dann sind die Kameras überall dabei und an Kommentaren fehlt es nicht. Wir alle kennen solche Ereignisse und das Volk spricht noch lange darüber Ein ähnliches Ereignis war im Jahr 1869 der Besuch von Kronprinz Friedrich Wilhelm in Jerusalem. Hoch zu Ross, gefolgt von der Prominenz des Landes und viel Pomp zog er ein, um die Erlöserkirche einzuweihen. Da jedoch die Tore für den hohen Gast zu niedrig waren, war man bereit, sogar Mauerteile der Stadt einzureißen oder ihm das Osttor zu öffnen, damit Majestät sich nicht zu bücken brauche. „Dein König kommt“ weiterlesen

Schreibe auch du ein Kapitel

Paulus predigte das Reich Gottes und lehrte von dem Herrn Jesus Christus mit allem Freimut ungehindert. Apostelgeschichte 28, 31

In der Englischen Bibel wird für Apostelgeschichte das Wort „Acts“ verwendet. „Acts“ bedeutet aktiv werden, handeln oder etwas in Bewegung bringen. So könnte die Apostelgeschichte auch „Kirche in Aktion“ genannt werden. So ist es nicht verwunderlich, wenn der Bericht mit der Ausgießung des Heiligen Geistes beginnt. Das geschah fünfzig Tage nach der Auferstehung Jesu. Am Pfingsttage, dem jüdischen Erntedankfest, wurde die Kirche Jesu in Jerusalem durch den Heiligen Geist gegründet. Alle folgenden Berichte zeigen, wie Gott durch Menschen wirken konnte, wenn sie mit dem Heiligen Geist erfüllt waren.

Durch die Missionsreisen des Apostel Paulus breitete sich das Evangelium im ganzen Mittelmeerraum aus. Schon im Jahre 300 gab es in allen großen Städten des Römischen Reiches christliche Gemeinden. In kleineren Städten waren Gemeinden im Entstehen, nur das Hinterland war noch nicht überall erreicht. In Deutschland gab es Gemeinden in Köln, Trier, Bonn, Augsburg und Regensburg. Insgesamt waren nach 300 Jahren 10-15 Prozent der Menschen im gesamten Römischen Weltreich Christen, eine gigantische Missionsleistung! „Schreibe auch du ein Kapitel“ weiterlesen

Wir sind bereit

Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser! Und die ihr kein Geld habt, kommt her, kauft und esst! Kommt her und kauft ohne Geld und umsonst Wein und Milch! Warum zählt ihr Geld dar für das, was kein Brot ist, und sauren Verdienst für das, was nicht satt macht? Hört doch auf mich, so werdet ihr Gutes essen und euch am Köstlichen laben. Jesaja 55, 1

Durch Jesus Christus hat Gott auf diese Welt eine Großoffensive der Liebe gestartet. An einem Brunnen vor der Stadt fand Jesus eine Frau, die gekommen war, Wasser zu schöpfen. Er sprach über ein Wasser, das den Durst für immer zu stillen vermag. Er sprach aber auch über ihre Vergangenheit und sagte, dass sie mit fünf Männern bereits eine engere Beziehung hatte. Diese Worte trafen sie ins Herz. Sie ließ den Krug stehen, eilte ins Dorf und rief ihre Freunde und Nachbarn zum Brunnen, weil dort jemand ihr die Wahrheit über ihr bisheriges Leben gesagt hatte. Diese Reaktion ist erstaunlich. Wer hat es gern, wenn jemand über sein Leben Dinge hervorholt, die längst verdrängt und vergessen waren? Der obige Vers fand hier seine Erfüllung. Evangelium ist wie Wasser in der Wüste. Was wie gestorben aussieht, erwacht zu neuem Leben, wenn es mit Wasser in Berührung kommt. Nach dem Gespräch war aus einer geschundenen und gedemütigten Frau ein neuer Mensch geworden.
Lies Joh. Kap. 4. „Wir sind bereit“ weiterlesen

Jesus konnte Nein sagen

Da sprach einer zu Jesus: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen mit dir reden. Er antwortete aber und sprach: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? – Wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter. Matthäus. 12, 47-50

Dieser Bericht lässt mich wissen, dass Jesus noch weitere Geschwister hatte. Es heißt, dass seine Mutter Maria und seine Brüder Jakobus, Joseph, Simon und Judas zu ihm gekommen waren, mit ihm zu sprechen. Dazu werden auch Schwestern erwähnt. Jesus wuchs also in einer kinderreichen Familie auf. Jesus verneinte ihren Wunsch und sagte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? – Wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter. Mit diesem „Nein“ macht Jesus deutlich, dass er seine Mutter nicht als eine Heilige betrachtet, die man göttlich verehren müsse. Im Gegenteil, er stuft sie als einen Menschen ein, der genau so der Erlösung bedurfte, wie seine Jünger oder irgend ein anderer. Der ganze Mythos, den man um Maria gemacht hat, ist eine Erfindung der Kirche. Er entbehrt jeder biblischen Grundlage. „Jesus konnte Nein sagen“ weiterlesen

Eine gute Investition

Unser Leben dauert siebzig, vielleicht sogar achtzig Jahre. Doch worauf wir stolz sind, ist nur Mühe, viel Lärm um nichts! Wie schnell eilen die Jahre vorüber! Wie rasch fliegen sie davon! Psalm 90, 10

Seit Mitte der 1950er Jahre beschäftigte sich der Schweizer Künstler Tinguely mit dem Bau motorenbetriebener Maschinenplastiken. Diese hatte er aus Draht, Blech und allerlei anderen Fundstücken und Schrottteilen zusammengesetzt. Seine beweglichen Plastiken werden vom Betrachter als höchst aktiv, anrührend, heiter und verspielt, oft als witzig und manchmal auch als melancholisch erlebt. Anlässlich der Gartenschau „Grün 80“ in Basel hatte er eine Maschine aufgestellt, die ebenfalls aus vielen Rädern, Ketten, Hebeln und anderen beweglichen Teilen bestand. Erstaunt fragten Besucher nach dem Sinn dieser Maschine. Die Antwort Tinguelys war verblüffend: „Diese Maschine macht nur Lärm, produzieren tut sie nichts.“

Wenn ich die Worte des Mose betrachte scheint es, als hätte er an Tinguelys Maschine gedacht. Unser Leben dauert siebzig, vielleicht sogar achtzig Jahre. Doch worauf wir stolz sind, ist nur Mühe, viel Lärm um nichts! Wie schnell eilen die Jahre vorüber! Wie rasch fliegen sie davon! „Eine gute Investition“ weiterlesen

Das rechte Wort zur rechten Zeit

Es ist einem Mann eine Freude, wenn er richtig antwortet, und wie wohl tut ein Wort zur rechten Zeit. Sprüche 15, 23.

Das deutsche Alphabet hat 26 Buchstaben und unser gesamtes Wissen können wir damit zum Ausdruck bringen. Jeder kann zwar Worte machen, aber nur wenige haben wirklich etwas zu sagen. Schöne Worte hört jeder gern; jeder weiß aber auch, dass sich hinter schönen Worten oft böse Absichten verbergen können.

Bei den alten Griechen galt die Kunst der Rede als vorbereitendes Studium zu anderen Studienfächern. So wurde auf ihren hohen Schulen auch die Kunst der Beredsamkeit studiert. Das Ziel bestand darin, den Schüler zu befähigen, seine Zuhörer von seinen Aussagen zu überzeugen oder sie willig zu machen, zu kaufen, was ihnen vermittelt wurde. „Das rechte Wort zur rechten Zeit“ weiterlesen