Eine geheimnisvolle Verwandlung

So auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Armseligkeit und wird auferstehen in Kraft.  1. Korinther 15, 42-43

Gott möchte uns durch die Schöpfung Geheimnisse offenbaren, die der natürliche Mensch nicht erfassen kann. Wer im Frühling durch die Natur geht, kann zum Beispiel das Wunder der Auferstehung tausendfach beobachten. Nachdem die Sonne wärmer geworden ist, schmelzen Schnee und Eis und neues Leben sprießt hervor. Dieses Erwachen können wir auch das Wunder der Verwandlung nennen. Der Tod ist nicht das Ende, weil Leben stärker ist. So wird auch der Friedhof für uns nicht die letzte Ruhestätte sein. Der Tag wird kommen, an dem unser Leben erst richtig beginnen wird. Eine kleine Geschichte soll uns das verdeutlichen: „Eine geheimnisvolle Verwandlung“ weiterlesen

Kenne deine Schwachstellen

Ich aber laufe nicht wie aufs Ungewisse; ich kämpfe mit der Faust, nicht wie einer, der in die Luft schlägt, sondern ich bezwinge meinen Leib und zähme ihn, damit ich nicht andern predige und selbst verwerflich werde. 1. Korinther 9, 26-27

Mit der Jugend organisierte ich eine Freizeit am Edersee. Die Besichtigung des Schlosses Waldeck stand ebenfalls auf dem Plan. Der Burgführer erzählte aus der Geschichte. Bis ins 17. Jahrhundert galt dieses Schloss noch als uneinnehmbare Festung, bis eines Tages schwedische Soldaten sie zu erstürmen versuchten. Dabei ersannen sie sich eine List. Ein ranghoher Soldat begab sich freiwillig in Gefangenschaft, er wollte die Schwachstellen der Burganlage auskundschaften. Die ahnungslosen Burgherren gebrauchten ihn für allerlei niedrige Arbeiten und auch dazu, täglich Wasser aus dem 120 Meter tiefen Brunnen zu schöpfen. Auf diese Arbeit hatte er gewartet. Der Brunnen war eine Schwachstelle. Sofort fertigte er eine Skizze von der Lage des Brunnens an und warf sie mittels eines Steines in das Lager seiner Kameraden. Diese machten sich unverzüglich an die Arbeit, einen Tunnel bis hin zum Brunnenschacht zu graben, um das Wasser zu vergiften. Jetzt war es nur noch eine Frage der Zeit bis alle erkrankten und die Burg erstürmt werden konnte. „Kenne deine Schwachstellen“ weiterlesen

Säe Glauben und ernte Wunder

Ich bin davon überzeugt: Wer wenig sät, der wird auch wenig ernten; wer aber viel sät, der wird auch viel ernten. So soll jeder für sich selbst entscheiden, wie viel er geben will, und zwar freiwillig und nicht aus Pflichtgefühl. Denn Gott liebt den, der fröhlich gibt. 2. Korinther 9, 6-7

Es gibt Samen, die so winzig sind, dass man nicht glauben könnte, dass daraus Leben entstehen könnte. Der Orchideensame zum Beispiel, der nur 1 Millionstel (= 0,000001) Gramm wiegt, gehört dazu. Erst 30.000 von ihnen entsprechen dem Gewicht eines Reiskorns. Für den Transport von Pflanzensamen werden drei Mittel benutzt: Wind, Wasser und Tiere. Viele Samen sind für das Fliegen besonders gut ausgestattet. Der uns bekannteste Windflieger ist der Löwenzahn, dessen Samen irgendwo als Fallschirme landen. Die Samen der Ahornbäume hingegen haben Drehflügel. Die Kokosnuss wiederum kann monatelang auf dem Ozean schwimmen, um endlich an einer fernen Insel zu landen. Eine andere Methode der Samenausbreitung ist die Passage durch den Darm von Tieren. „Säe Glauben und ernte Wunder“ weiterlesen

Der Sprung in der Schüssel

Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. 2. Korinther 12, 9

Es war einmal eine alte chinesische Frau, die zwei große Schüsseln hatte, die von den Enden einer Stange hingen, die sie über ihren Schultern trug. Eine der Schüsseln hatte einen Sprung, während die andere makellos war und stets eine volle Portion Wasser fasste. Am Ende der langen Wanderung vom Fluss zum Haus der alten Frau war die gesprungene Schüssel jedoch immer nur noch halb voll. Zwei Jahre lang geschah dies täglich: Die alte Frau brachte immer nur anderthalb Schüsseln Wasser mit nach Hause. Die makellose Schüssel war natürlich sehr stolz auf ihre Leistung, aber die arme Schüssel mit dem Sprung schämte sich wegen ihres Makels und war betrübt, dass sie nur die Hälfte dessen verrichten konnte, wofür sie gemacht worden war. Nach zwei Jahren, die ihr wie ein endloses Versagen vorkamen, sprach die Schüssel zu der alten Frau: „Ich schäme mich so wegen meines Sprungs, aus dem den ganzen Weg zu deinem Haus immer Wasser ausläuft.“ Die alte Frau lächelte. „Ist dir nicht aufgefallen, dass auf deiner Seite des Weges Blumen blühen, aber auf der Seite der anderen Schüssel nicht?“ „Ich habe auf deiner Seite des Pfades Blumensamen gesät, weil ich mir deines Fehlers bewusst war. Nun gießt du sie jeden Tag, wenn wir nach Hause laufen. Zwei Jahre lang konnte ich diese wunderschönen Blumen pflücken und den Tisch damit schmücken. Wenn du nicht genauso wärst, wie du bist, würde diese Schönheit nicht existieren und unser Haus beehren.“ „Der Sprung in der Schüssel“ weiterlesen

Weites Herz

O ihr Korinther, unser Mund hat sich euch gegenüber aufgetan, unser Herz ist weit geworden. Eng ist nicht der Raum, den ihr in uns habt; eng aber ist’s in euren Herzen. Ich rede mit euch als mit meinen Kindern; stellt euch doch zu mir auch so und macht auch ihr euer Herz weit. 2. Korinther 6, 11-13

Was würde Paulus uns heute schreiben? Müsste er sagen, dass wir eine Gesellschaft der engen Herzen geworden sind? Vielleicht hätte er Recht. Ein Dichter schreibt:

Kleine Herzen stets verzagen, Enge tötet ihren Geist; kleine Herzen, die nichts wagen, weil zu hoch für sie der Preis. Kleine Herzen, die sich plagen mit Gedanken ohne Raum; kleiner Glaube, schwach zum Tragen, hockt er ängstlich unterm Baum. Kleine Herzen drückt der Magen, weil die Furcht stets im Visier; kleine Herzen, die stets klagen, für Gottes Geist sie kein Gespür. Berge, die sich hoch auftürmen, sind so hoch, weil sie zu klein; Wellen, die ihr Schiff bestürmen, decken es mit Fluten ein. Kleine Welten, hohe Mauern, täglich scharren wie ein Huhn; in der Ecke sie stets kauern, keinen Mut, etwas zu tun.“ „Weites Herz“ weiterlesen

Zur „letzten Nummer“ bestimmt

Denn mich dünkt, Gott habe uns Apostel als die Allergeringsten dargestellt, wie dem Tode übergeben. Denn wir sind ein Schauspiel geworden der Welt und den Engeln und den Menschen. 1. Korinther 4, 9

Zur Zeit der Apostel war das gesellschaftliche Leben ohne ein Amphitheater nicht denkbar. Noch heute sind etwa 270 römische Amphitheater bekannt, wovon sich das größte, der Circus Maximus, in Rom befindet. Paulus kannte dieses Kolosseum. Etwa 250.000 Besucher konnte es fassen und niemand wollte die Darbietungen dort versäumen. „Brot und Spiel“ hieß die Losung. Hier gab es Wagenrennen ebenso wie Wettläufe, Ringkämpfe, Fechten und andere Sportarten zu sehen.

Der Höhepunkt aber war der Kampf gegen wilde Tiere. Dazu wurden Personen ausgesucht, die man zum Tode verurteilt hatte; man betrachtete sie als die Allergeringsten. Das Volk wollte solche Grausamkeiten; es wollte Blut sehen und die Schreie dieser Geringsten hören. „Zur „letzten Nummer“ bestimmt“ weiterlesen

Lass dir genügen

Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Wort; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin. 1. Korinther 13, 12

Ich kenne Christen, bei denen ein geistliches Gespräch schwierig werden kann, wenn es um Erkenntnisfragen geht. Sie haben ihre Überzeugung und sind der festen Meinung, zur wahren Erkenntnis durchgedrungen zu sein. Sie haben den Schlüssel zur Wahrheit gefunden. Schaut man näher hin, dann haben sie Dinge geschaut, die selbst die Engel nie gesehen haben oder Worte gehört, die Jesus nie gesprochen hat oder sie sind zu Dimensionen durchgedrungen, wo noch nie einer vor ihnen war. Diese „höheren Erkenntnisse“ benutzen sie dann als Meßlatte. Wer nicht mit ihnen übereinstimmt, wird kritisiert.

Als Kinder benutzten wir Spiegel, um Personen zu blenden. Wir fingen das Licht der Sonne ein, reflektierten es auf sie und hatten unsere Freude daran, wenn sie geblendet waren. Niemand von uns wäre auf die Idee gekommen, dass sein reflektiertes Licht das ganze Licht der Sonne sei. Jeder hatte nur ein paar Strahlen eingefangen und diese weitergeleitet. „Lass dir genügen“ weiterlesen

Gehilfen der Freude sein

Nicht dass wir Herren wären über euren Glauben, sondern wir sind Gehilfen eurer Freude; denn ihr steht im Glauben. 2. Korinther 1, 24.

Um parken zu können, bedarf es oft nur kleiner Geldbeträge. Gehilfen der Freude lassen Menschen durch kleine Taten und Worte „an der Sonne parken“. Sie möchten erreichen, dass andere das bekommen, was sie sich selbst nicht geben können. Sie möchten nur Handlanger sein, Menschen, die aus dem Hintergrund wirken aber viel erreichen. Deshalb leisten Gehilfen der Freude keine Schwerstarbeit. Ihre vielen kleinen Beiträge sind es, die etwas in Bewegung bringen. Dieser Gedanke beflügelt mich. Ich möchte ebenfalls mithelfen, dass andere sich freuen können. „Gehilfen der Freude sein“ weiterlesen

Väter gesucht

Selbst wenn ihr zehntausend Erzieher hättet, die euch im Glauben unterweisen, so habt ihr doch nicht viele Väter. Denn ich habe euch die rettende Botschaft von Jesus Christus gebracht, und dadurch habt ihr das Leben empfangen. Darum bitte ich euch: Folgt meinem Beispiel. 1. Korinther 4, 15-16

Gelehrsamkeit stand bei den Korinthern hoch im Kurs, sie waren mehrheitlich Griechen. Vielleicht reihte sich hier ein Seminar an das andere. Paulus hatte diese Gemeinde gegründet. Er kannte jeden Einzelnen und war um sie besorgt. Er schreibt: Selbst wenn ihr zehntausend Erzieher hättet, die euch im Glauben unterweisen, so habt ihr doch nicht viele Väter

Aus Erfahrung weiß ich, dass junge Gemeinden aus Gläubigen bestehen, die zwar begeistert sind, aber niemanden haben der sich wirklich um sie kümmert. Es fehlen Menschen, die Zeit haben zuzuhören, zu trösten, zu motivieren und Rat zu geben. Das hat nichts mit dem Alter zu tun. Geistliche Vaterschaft muß man annehmen, ebenso wie der Mann sein Kind annimmt, welches seine Frau geboren hat. „Väter gesucht“ weiterlesen

Irdene Gefäße

Wir haben aber solchen Schatz in irdenen Gefäßen, auf dass die überschwängliche Kraft sei Gottes und nicht von uns.
2. Korinther 4, 7

Mutter hatte ein irdenes Gefäß, es war ihr Gurkenfass, und das stand im Keller. War es leer, konnte sie sogar ihre Messer daran schärfen. Ich hatte es selber versucht und es ging ganz gut. Gott wollte unter Menschen wohnen und suchte nach einem geeigneten Wohnort. Er fand ihn. Er wählte ein Gefäß, ganz wie Mutters Gurkenfass. Unglaublich! Unser Gott ist der Herr aller Herren. Er ist der Erhabene, voller Glanz und Herrlichkeit. Er ist der Schöpfer des Universums und alles muss Ihm dienen. Wenn ich Gott wäre und suchte eine Präsentationsmöglichkeit, würde ich sicher kein Gurkenfass wählen, sondern ein Gefäß, dass meiner Würde entspräche. Es sollte Ausdruck meiner Persönlichkeit sein. Es sollte Reichtum, Glanz und Macht präsentieren, ganz so wie es bis heute an königlichen Festtafeln der Fall ist. „Irdene Gefäße“ weiterlesen