Vergebung statt Vergeltung

Und vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unseren Schuldigern. Matthäus 6, 12

„Solange ich lebe, wird das Blut meines Sohnes gerächt werden“, sagte ein Vater vor laufender Kamera. In Albanien und vielen anderen moslemischen Ländern herrscht das Gesetz der Blutrache. Die meisten Morde beginnen mit einem Streit. Fühlt sich jemand in seiner Ehre verletzt, sinnt er auf Vergeltung. Er sucht eine günstige Gelegenheit, den Übeltäter umzubringen, wobei es ihm egal ist, ob er dabei von der Polizei gefasst wird oder nicht. Seine Ehre geht ihm über alles. So gibt es in einer Kleinstadt über 500 Familien, die um ihr Leben fürchten müssen. Viele verlassen jahrelang nicht mehr ihre Wohnung, nur um nicht auf offener Straße umgebracht zu werden. Ich war tief erschüttert, als ich diesen Bericht sah.

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Unser Dasein basiert auf Beziehungen. Von Geburt an sind wir auf fremde Hilfe angewiesen. Beziehungen sind Chance und Risiko zugleich. Je näher wir zusammenrücken, desto mehr Reibung kann entstehen. Wie schnell können wir einander verletzen, ohne es zu wollen. Damit Verletzungen nicht in einen Konflikt ausarten, ist Vergebung der einzige Weg. Es gibt kein harmonisches und friedliches Zusammenleben ohne Vergebung. Das ist der Grund, warum Jesus uns lehrt, zu beten: Und vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unseren Schuldigern. „Vergebung statt Vergeltung“ weiterlesen

Wenn Gott Haare zählt

Kauft man nicht zwei Sperlinge um einen Pfennig? Dennoch fällt deren keiner auf die Erde ohne euren Vater. Nun aber sind auch eure Haare auf dem Haupt alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht; ihr seid besser als viele Sperlinge. Matthäus 10, 29-31

Der Vergleich mit den Sperlingen ist interessant. Sie gibt es überall auf der Welt und es gibt Gegenden, wo sie heute noch gefangen und gegessen werden. Anders ist es mit den Haaren. Viele haben Probleme, so werden sie gefärbt, gestylt, gestreckt, ausgerissen oder sogar abrasiert. Dann erst die abfälligen Bemerkungen wie haarig, haarsträubend, haarklein.

Ich sehe mich zwar täglich im Spiegel, aber trotzdem weiß ich nicht, wie viele Haare ich auf dem Kopf habe oder wie viele ich täglich verliere. Auch hat bei mir dieses Thema keine Aktualität, – und jetzt sagt Jesus, dass Gott meine Haare zählt! Soll das ein Witz sein? Keineswegs. Jesus will uns sagen, dass unser himmlischer Vater, der das Universum schuf, jeden Stern kennt und ihm seine Bahn bestimmt, sich um mich kümmert, wobei ihm jedes Detail wichtig ist. Sind ihm meine Haare wichtig, wie viel mehr erst die täglichen Herausforderungen, meine Gedanken und Gefühle, meine Ängste und Sorgen. Kurzum: Bei Gott ist das wichtig, was wir als nebensächlich betrachten. Es gibt nichts, was er nicht wüsste, wo er nicht helfen könnte und auch helfen möchte. „Wenn Gott Haare zählt“ weiterlesen

Präzise, wie ein Uhrwerk

Das geschah aber, auf dass erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten. Matthäus 21, 4

Es war Sacharja, der geweissagt hatte, dass Jesus, der König Israels, auf einem Esel in Jerusalem Einzug halten würde. Das geschah etwa 520 Jahre vor Christi Geburt. Wer das Evangelium nach Matthäus liest, findet viele ähnliche Hinweise darauf, dass sich alte Prophezeiungen auf Jesus erfüllt hatten. Selbst über das Teilen der Kleidungsstücke Jesu wurde geweissagt und alles erfüllte sich haargenau. So wurde über seinen Mantel das Los geworfen, anstatt ihn zu teilen.

Es ist unmöglich, auch nur einen Tag im Voraus zu sagen, was am kommenden Tag geschehen würde. Die Bibel aber ist voll von Prophezeiungen, die über Jahrhunderte hinausgehen. Sie befassen sich mit dem Volk der Juden ebenso, wie mit der Geschichte einzelner Personen oder ganzer Völker. Aus dem Zusammenhang des obigen Textes geht hervor, dass sich sogar winzige Details erfüllten, damit Jesus seinen Einzug halten konnte. Jesus besaß keinen Esel. So musste er sich einen leihen. „Präzise, wie ein Uhrwerk“ weiterlesen

Der Schutz Gottes

Jesus sprach: Jerusalem, Jerusalem, Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt. Matthäus 23, 37

Wie vielen Küken kann eine Henne unter ihren Flügeln Platz bieten? Als ich diese Frage stellte, gingen die Meinungen auseinander: 5, 8, 10 oder mehr? Wer kann das heute noch so genau wissen?

Wir kaufen unsere Eier beim Supermarkt und machen uns kaum noch Gedanken darüber, woher diese kommen. Wer hat schon einmal eine Henne gesehen, die ihre Küken ausführt oder ihren Warnruf gehört, wenn Gefahr lauert oder beobachtet, wenn ihre vielen Küken unter ihren Flügeln verschwinden? Wer erlebte schon einmal eine Henne, die sich vehement dem Angreifer stellt, um ihre Jungen zu schützen?

Jesus kannte solche Szenarien und machte einen Vergleich: Hier vergleicht er sich mit einer Henne und sieht in seinen Zeitgenossen die Küken, denen er Schutz geben wollte. „Der Schutz Gottes“ weiterlesen

Ein neues Kapitel beginnt

Die kamen nun mit den Ältesten zusammen und hielten erneut einen Rat. Sie gaben den Soldaten reichlich Geld mit der Anweisung: Sagt, seine Jünger kamen des Nachts und haben ihn gestohlen, während wir schliefen! Und wenn es der Statthalter erfährt, wollen wir ihn schon beschwichtigen und dafür sorgen, dass euch nichts geschieht. Sie nahmen das Geld und taten, wie man sie angewiesen hatte. Matthäus 28, 11-15

Die Botschaft, dass Jesus auferstanden ist, hätte logischerweise den Beweis erbracht, dass man einen Unschuldigen gekreuzigt hatte und alles, was er über sich gesagt hatte, die Wahrheit war. Anstatt sich nun an die eigene Brust zu schlagen und sich vor Gott zu entschuldigen, unternahm man alles, um diese Botschaft zu verschweigen. Man entwendete Geld aus dem Gotteskasten und gab es den Soldaten, damit sie die Lüge verbreiteten, die Jünger hätten den Leichnam Jesu gestohlen. Damit hatten auch diese sich selbst um eine Gnade betrogen, die Gott ihnen zuteil werden ließ.

Sie durften Zeugen seiner Auferstehung sein, denn der Engel sprach zu ihnen: Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Matth. 28, 6. Mit der Annahme des Geldes hatten sie sich entschlossen, mit einer Lüge weiterleben zu wollen, anstatt sich mit der Botschaft des Engels zu beschäftigen. „Ein neues Kapitel beginnt“ weiterlesen

Das Finale kommt

Das Himmelreich ist gleich einem König, der seinem Sohn Hochzeit machte. Matthäus 22, 2

Ein besonderer Höhepunkt im Leben eines Menschen ist der Tag, an dem er sich verheiratet. Nichts bleibt mehr so wie es war. Ab jetzt teilt er sein weiteres Leben mit einem Menschen, den er liebt. Im obigen Text arrangiert ein König für seinen Sohn eine Hochzeit. Es soll eine groß angelegte Feier werden, eine Feier auf höchstem Niveau. In der Regel feiert ein ganzes Volk, wenn ein Monarch heiratet. Solche Anlässe sind auch ein Medienereignis und jedes Detail wird ausgiebig kommentiert. „Das Finale kommt“ weiterlesen

Jesus bekennen

Wer mich aber bekennet vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater. Matthäus 10, 32-33

Ein Pastor erzählte mir, dass die Jugend, die er um sich versammelt hatte, sich eines Tages darüber beklagte, dass keine Fremden in ihre Zusammenkünfte kommen. „Die vielen leeren Plätze wirken nicht unbedingt ermutigend“, fügte jemand hinzu. Der Pastor ergriff die Gelegenheit und fragte: „Wollt ihr wirklich, dass alle Plätze besetzt sind, dann gehen wir jetzt nach draußen und rufen sie herein. Unsere Stadt ist voll von Jugendlichen“. Im Moment schien sein Vorschlag einiges durcheinander zu bringen. Sie hatten ein Programm vorbereitet und das sollte jetzt durchgezogen werden. Alles abbrechen und hinausgehen? Viel zu kalt und ungemütlich und dazu sind wir innerlich nicht vorbereitet. Alle Ausreden halfen nichts, denn der Pastor hatte sich schon seine Jacke angezogen und stand an der Tür. „Her zu mir“, sagte er, „jetzt holen wir sie rein“. Nach etwa einer Stunde trafen sich alle wieder im warmen Raum, doch sie kamen nicht allein. Einige Jugendliche von der Straße waren ihnen gefolgt. „Das war der Anfang eines geistlichen Aufbruchs in unserer Jugendarbeit“, fügte er freudig hinzu. Einige Wochen später wurde ich zu einer Konferenz von dieser Jugend eingeladen und konnte sehen, was Gott in kurzer Zeit hier zu tun vermochte. „Jesus bekennen“ weiterlesen

Die wertvolle Perle

Abermals ist das Himmelreich gleich einem Kaufmann, der gute Perlen sucht, und da er eine köstliche Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie. Matthäus 13, 45-46

Perlen wachsen nicht wie Früchte an den Bäumen; man gräbt sie auch nicht aus dem Gestein von Geröll von Felsen oder Bergen. Perlen findet man in der Tiefe der Meere, im Persischen Golf, an den Küsten Sri Lankas, vor Australien, bei den Südsee-Inseln, Venezuela, Mexiko oder Panama oder in verschiedenen Flüssen. Perlentaucher müssen zu ihnen oft mehr als 20 Meter tief hinabtauchen, um sie zu finden, und das nicht selten unter großer Lebensgefahr. Dazu sind Perlen von harten Schalen umgeben und müssen erst befreit werden, wenn man sie besitzen will. „Die wertvolle Perle“ weiterlesen

Taten sprechen lauter als Worte

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Matthäus 22, 39

Die vielen Verordnungen, die Gott seinem Volk im Alten Testament gab, hatten eine zentrale Botschaft: Alle Bereiche des Lebens sollten auf Nächstenliebe gegründet sein. Jesus geht noch weiter, wenn er von der Liebe zu den Feinden spricht. Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen. Matth. 5,44.

Sicher ist eine solche Botschaft eine Überforderung für den natürlichen Menschen. Sein Gerechtigkeitsempfinden sinnt auf Vergeltung und übt Rache. In der moslemischen Welt wird das in vielen Facetten in erschreckender Weise immer wieder sichtbar. So werden Nachbarn zu Feinden und werden umgebracht, nur weil man glaubt, die eigene Ehre sei geschändet worden. „Taten sprechen lauter als Worte“ weiterlesen

Nächstenliebe ist gefragt

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Matthäus 22, 39.

Gott hat im Alten Testament sehr viel Wert auf Nächstenliebe gelegt. Da heißt es zum Beispiel: Gib deinem Nächsten seinen Mantel, den er dir als Pfand überlassen hat, wieder zurück bevor die Sonne untergegangen ist. Er soll in der Nacht nicht frieren. Zahle deinem Tagelöhner seinen Lohn am gleichen Tag aus. Er soll nicht hungern. Hast du Garben bei der Ernte vergessen, sammle sie nicht ein, sondern überlasse sie den Armen, den Witwen und Waisen. Dasselbe geschehe bei der Olivenernte. Lies 5. Mose 24.

Jesus unterstützt und ergänzt diese Gedanken wenn er sagt: Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten. Matth. 7, 12 „Nächstenliebe ist gefragt“ weiterlesen