Zeit – ein Geschenk

Meine Zeit steht in deinen Händen. Psalm 31, 16

Ich hielt eine Uhr in der Hand und schaute auf das Zifferblatt. Dabei beobachtete ich den Sekundenzeiger und erschrak. Unaufhaltsam tickt er vorwärts, ob es mir gefällt oder nicht. – Ja, Zeit ist nicht zu stoppen; so verrinnt mein Leben wie der Sand durch eine Sanduhr, bis das letzte Körnchen hindurchgelaufen ist.

Zeit ist Schöpfung! – Gott schuf Sonne, Mond und Sterne, damit wir ein Zeitgefühl haben können und unser Leben organisieren. Gäbe es den ständigen Wechsel von Tag und Nacht nicht, wie könnten wir dann von Tagen, Wochen und Monate reden oder sagen, wie alt wir sind. „Zeit – ein Geschenk“ weiterlesen

Ja, ich bin verletzt

Auch mein Freund, dem ich vertraute, der mein Brot aß, tritt mich mit Füßen. Psalm 41, 10

Dieser Ausspruch erinnert uns an Jesus und seinen Verräter, den Judas. Er war sein Jünger und Jesus teilte mit ihm alles, was er hatte. Dieser hatte ihn für dreißig Silberlinge verraten. – Er war ein Freund, der ihn mit Füßen trat. – Ist diese Aussage damit erschöpft? Keineswegs. David sprach hier zwar prophetisch von Jesus, aber er teilte auch aus seinem eigenen Leben mit. Er wurde verleumdet, war verachtet und zum Staatsfeind erklärt worden und hatte nichts Böses getan. Ob ihm das weh tat? Er war verletzt. Ps. 41,5.

David hatte schon bessere Zeiten erlebt. Als Samuel seine Familie besuchte und ihn, den Jüngsten, zum König über Israel salbte, war das sicher etwas Besonderes für sein weiteres Leben. Gott hatte sich auf seine Seite gestellt. Ein weiterer Höhepunkt war der ungleiche Kampf gegen Goliath. Mit nur einem Stein wendete er das Schicksal einer ganzen Nation und er war das Gesprächsthema Nummer eins. Der Höhepunkt seiner Karriere kam, als er der Schwiegersohn des Königs Saul wurde – und jetzt? Verraten und geschändet hockte er mit Gleichgesinnten in der Wüste, ausgestoßen und verfolgt. „Ja, ich bin verletzt“ weiterlesen

Einsicht, eine unverzichtbare Tugend

Ehe ich gedemütigt wurde, irrte ich; nun aber halte ich dein Wort. Psalm 119, 67

Menschen, die Rat annehmen, sind klug. Man nennt sie einsichtig. Sie geben zu erkennen, dass sie nicht alles wissen und dazulernen wollen. Sie möchten eine Sache besser machen, oder Fehler vermeiden. Das hört sich gut an und klingt auch weise. In der Praxis sieht es jedoch oft ganz anders aus. Kennen wir auch die Argumente wie: „Ich soll von dir Rat annehmen? Wer bist du eigentlich? Wenn das der Wille Gottes ist, wird er es mir selber sagen, dazu brauche ich dich nicht“. – So, oder so ähnlich wird argumentiert. Viele Beziehungen zerbrechen an der Uneinsichtigkeit des Partners. Nie nahm er einen Rat an oder ließ sich etwas sagen, heisst es dann, und die Wege trennten sich. Der Baum sagte, bevor er in den Wald trat: „Ich hielt mich für den Größten, hier aber bin ich nur einer unter vielen; dazu sehe ich, dass die anderen auch gut geraten sind und viele sogar grösser und schöner gewachsen sind als ich“. – Das nennt man Einsicht. „Einsicht, eine unverzichtbare Tugend“ weiterlesen

Wunderbar gemacht

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. Psalm 139, 14

„Ich bin wunderbar!“ – So etwas liest man gerne und jeder hört es gerne, wenn man ihm sagt: „Du bist einfach wunderbar.“ Ist das nicht wie Salböl, das der Seele gut tut? Ja, ich bin wunderbar gemacht! – Das hat mir der Biologe auch schon gesagt. Er sagt, dass ich sogar ein Unikat sei, einmalig auf der Welt; einmalig im Aussehen, in den Genen, im Fingerabdruck, in der Stimme, dem Gang, den Augen… Diese Erkenntnis hat sich sogar die Polizei zu Eigen gemacht. So erfasst und speichert sie meine Einzigartigkeit im Computer – für alle Fälle gewissermaßen.

Dann noch etwas: Es gibt kein Wesen unter allen Kreaturen, das mehr an Würde und Schönheit ausstrahlt, als der Mensch. Er ist einfach göttlich! Ganz zu schweigen von seinen geistigen Fähigkeiten, seinem Willen und Können. Ja, mit Recht können wir sagen: „Ich danke dir dafür, ich bin wunderbar gemacht“. „Wunderbar gemacht“ weiterlesen

Nur keinen Stress

Aber sei nur stille zu Gott, meine Seele; denn er ist meine Hoffnung. Er ist mein Fels, meine Hilfe und mein Schutz, dass ich nicht fallen werde. Psalm 62, 6

Wir leben in einer von Stress geplagten Gesellschaft. Es gibt viele Faktoren, die nicht spurlos an uns vorübergehen. Bei David war es das Ausgestoßensein aus der Gesellschaft, die ständige Flucht und die Hinterlistigkeit seiner Verfolger. Ebenso können Verantwortung, Kummer und Sorgen oder das Mobbing in der Firma Stress erzeugen.

Stress erzeugt Druck, der sich wie eine unerträgliche Last auf das Gemüt legen will. Das kostet Nerven und zehrt an der Gesundheit. So können Depressionen oder physische Erkrankungen die Folgen davon sein. In einem Jahr sterben etwa 190.000 Menschen auf Grund von Stress an Herzversagen. „Nur keinen Stress“ weiterlesen

Brauche ich einen Seelsorger?

Bekennet einer dem anderen seine Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel,
wenn es ernstlich ist. Jakobus 5, 15

Der Rat eines Seelsorgers schien mir sehr wichtig zu sein, als er sagte: „Pflege deinen Garten mit Sorgfalt. Der Böse arbeitet im Verborgenen, wie die Wühlmäuse. Wenn diese erst einmal eingedrungen sind, treiben sie ihr Unwesen im Verborgenen. Sie werden ihre Arbeit nicht eher aufgeben, bis sie einen blühenden Garten zur trostlosen Wüste gemacht haben.“

Jakobus spricht die an, in deren Garten solche „Wühlmäuse“ eingedrungen sind. Der Teufel hat sie verführt und sie überwunden. Jetzt werden sie von bösen Mächten geführt und manipuliert. Sie müssen Dinge tun, die sie eigentlich verabscheuen und geraten so immer tiefer in Abhängigkeiten. Andere haben sich an Menschen schuldig gemacht und ihre böse Tat verfolgt sie Tag und Nacht. Damit ihnen geholfen werden kann, brauchen sie eine Person des Vertrauens, bei der sie sich aussprechen können. Alles was ausgesprochen wird, kommt ans Licht und was offen dargelegt wird, verliert seine Kraft. „Brauche ich einen Seelsorger?“ weiterlesen

Gottes Wort entdecken und lieben

Öffne mir die Augen, dass ich sehe die Wunder in deinem Gesetz. Psalm 119, 18

Nicht jeder, der eine Bibel besitzt, hat erkannt, welch einen Schatz er besitzt. Viele lesen zwar darin, aber irgendwann wissen sie alles, kennen jede Geschichte und stellen sich die Frage nach dem Sinn des Ganzen. Den meisten  erscheinen viele Passagen langweilig. Immer wieder dieselben Geschichten zu lesen, lässt kaum noch Begeisterung aufkommen. So begnügen sie sich mit einer Kalenderandacht oder der Predigt im Gottesdienst. „Gottes Wort entdecken und lieben“ weiterlesen

Die Bibel, kein Buch wie dieses

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg. Psalm 119, 105

In der Weltliteratur gibt es kein Buch, das mit der Bibel vergleichbar wäre. Einmalig ist ihre Entstehungszeit. Etwa 2000 Jahre brauchte sie zu ihrer Entstehung und wurde von etwa 40 Autoren geschrieben; diese aber lebten oft zu unterschiedlichen Zeitepochen. Inhaltlich müsste sie demzufolge voller Widersprüche sein. Das Gegenteil aber ist der Fall. Sie ist wie aus einem Stück, obwohl sie aus 66 einzelnen Büchern besteht. Vom ersten Blatt an begegnet uns immer wieder der Ausspruch: So spricht der Herr! So sprach Gott durch seine Propheten zu den Juden und hat dieses Volk zum Offenbarungsträger seiner Herrlichkeit und seines Willens werden lassen. Die Botschaft der Bibel ist das lebendige Wort, und wer sich damit beschäftigt, hat ein Gegenüber, mit dem er sich auseinandersetzen muss. „Die Bibel, kein Buch wie dieses“ weiterlesen

Auf den Kern kommt es an

Aber so sind die Gottlosen nicht, sondern wie Spreu, die der Wind verstreut. Psalm. 1,4

Der norwegische Dichter Ibsen beschreibt in einem Drama einen alten Mann, Peer Gynt, der bis zum Ende seines Lebens einsam im Wald in einer Hütte lebte. Der Tag seines Todes war gekommen und er musste sich mit dem Sterben auseinandersetzen. Voller Verzweiflung hielt er eine Zwiebel in seinen Händen und trennte eine Schale von der anderen. Dabei wurde sie immer kleiner und die Schalen wollten kein Ende nehmen. Da rief er aus: „Hat sie denn nur Schalen? Wo ist der Kern? – Dann gleicht sie meinem Leben“. „Auf den Kern kommt es an“ weiterlesen

Ein gravierender Unterschied

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Psalm 23, 1

Es gab wohl keinen Menschen im Alten Testament, der so verleumdet und verfolgt wurde, wie David. Von seinem Schwiegervater zum Staatsfeind Nummer eins erklärt, obwohl er sich zum König stets loyal verhielt und politisch sogar viel erfolgreicher war, wurde er aus der Gesellschaft verstoßen. Ihm verblieben nur noch die Wüste und die zerklüfteten Berge des Landes. Hier hauste er mit wilden Tieren und campierte im Freien oder in kalten Höhlen, ständig in Gefahr, von Sauls Soldaten entdeckt und umgebracht zu werden. „Ein gravierender Unterschied“ weiterlesen