Wir sind bereit

Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser! Und die ihr kein Geld habt, kommt her, kauft und esst! Kommt her und kauft ohne Geld und umsonst Wein und Milch! Warum zählt ihr Geld dar für das, was kein Brot ist, und sauren Verdienst für das, was nicht satt macht? Hört doch auf mich, so werdet ihr Gutes essen und euch am Köstlichen laben. Jesaja 55, 1

Durch Jesus Christus hat Gott auf diese Welt eine Großoffensive der Liebe gestartet. An einem Brunnen vor der Stadt fand Jesus eine Frau, die gekommen war, Wasser zu schöpfen. Er sprach über ein Wasser, das den Durst für immer zu stillen vermag. Er sprach aber auch über ihre Vergangenheit und sagte, dass sie mit fünf Männern bereits eine engere Beziehung hatte. Diese Worte trafen sie ins Herz. Sie ließ den Krug stehen, eilte ins Dorf und rief ihre Freunde und Nachbarn zum Brunnen, weil dort jemand ihr die Wahrheit über ihr bisheriges Leben gesagt hatte. Diese Reaktion ist erstaunlich. Wer hat es gern, wenn jemand über sein Leben Dinge hervorholt, die längst verdrängt und vergessen waren? Der obige Vers fand hier seine Erfüllung. Evangelium ist wie Wasser in der Wüste. Was wie gestorben aussieht, erwacht zu neuem Leben, wenn es mit Wasser in Berührung kommt. Nach dem Gespräch war aus einer geschundenen und gedemütigten Frau ein neuer Mensch geworden. Lies Joh. Kap. 4.

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Jesus konnte Nein sagen

Da sprach einer zu Jesus: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen mit dir reden. Er antwortete aber und sprach: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? – Wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter. Matthäus. 12, 47-50

Dieser Bericht lässt mich wissen, dass Jesus noch weitere Geschwister hatte. Es heißt, dass seine Mutter Maria und seine Brüder Jakobus, Joseph, Simon und Judas zu ihm gekommen waren, mit ihm zu sprechen. Dazu werden auch Schwestern erwähnt. Jesus wuchs also in einer kinderreichen Familie auf. Jesus verneinte ihren Wunsch und sagte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? – Wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.  Mit diesem „Nein“ macht Jesus deutlich, dass er seine Mutter nicht als eine Heilige betrachtet, die man göttlich verehren müsse. Im Gegenteil, er stuft sie als einen Mensch ein, der genau so der Erlösung bedurfte, wie seine Jünger oder irgend ein anderer. Der ganze Mythos, den man um Maria gemacht hat, ist eine Erfindung der Kirche. Er entbehrt jeder biblischen Grundlage.

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Eine gute Investition

Unser Leben dauert siebzig, vielleicht sogar achtzig Jahre. Doch worauf wir stolz sind, ist nur Mühe, viel Lärm um nichts! Wie schnell eilen die Jahre vorüber! Wie rasch fliegen sie davon! Psalm 90, 10

Seit Mitte der 1950er Jahre beschäftigte sich der Schweizer Künstler Tinguely mit dem Bau motorenbetriebener Maschinenplastiken. Diese hatte er aus Draht, Blech und allerlei anderen Fundstücken und Schrottteilen zusammengesetzt. Seine beweglichen Plastiken werden vom Betrachter als höchst aktiv, anrührend, heiter und verspielt, oft als witzig und manchmal auch als melancholisch erlebt. Anlässlich der Gartenschau „Grün 80“ in Basel hatte er eine Maschine aufgestellt, die ebenfalls aus vielen Rädern, Ketten, Hebeln und anderen beweglichen Teilen bestand. Erstaunt fragten Besucher nach dem Sinn dieser Maschine. Die Antwort Tinguelys war verblüffend: „Diese Maschine macht nur Lärm, produzieren tut sie nichts.“

Wenn ich die Worte des Mose betrachte scheint es, als hätte er an Tinguelys Maschine gedacht. Unser Leben dauert siebzig, vielleicht sogar achtzig Jahre. Doch worauf wir stolz sind, ist nur Mühe, viel Lärm um nichts! Wie schnell eilen die Jahre vorüber! Wie rasch fliegen sie davon! „Eine gute Investition“ weiterlesen

Die letzte Strecke gehen wir allein

Wende dich zu mir und sei mir gnädig; denn ich bin einsam und elend. Die Angst meines Herzens ist groß; führe mich aus meinen Nöten! Psalm 25, 16-17

Ich bin einsam und elend, – das sagte ein Mann, der in der Wüste und in Höhlen der Berge Israels sein Dasein fristeten musste, weil der König Saul ihn aus der Volksgemeinschaft ausgestoßen hatte und versuchte, ihn umzubringen.

David, ein einsamer Mann? Hatte er nicht vierhundert Männer um sich geschart, deren Führer er war? Wie konnte er sagen: „Ich bin einsam und fühle mich elend?“

Aus Erfahrung kenne ich Davids Antwort. Er würde sagen: „Es stimmt, ich bin nicht allein, aber ich bin in entscheidenden Momenten ein einsamer Mensch. Diese Männer hier wollen etwas von mir. Ich soll ihnen Mut zusprechen, ihnen Lieder singen, weil sie verbittert sind und hoch verschuldet und in mancherlei Notlagen.“ 1. Sam. 22, 1-2. „Möchte ich aber etwas von ihnen, dann schweigt der Mund. Hier suche ich vergeblich nach Trost, Rat und Hilfe.“ „Die letzte Strecke gehen wir allein“ weiterlesen

Verlorener Edelstein gefunden

Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt. Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk, alles hast du unter seine Füße getan. Psalm 8,5-7

Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde und beschenkte ihn mit Geist und Verstand. Damit ist jeder ein Edelstein.

Aus der Bibel erfahren wir, dass der Hohepriester ein Brustschild mit zwölf Edelsteinen auf seinem Herzen trug, wenn er vor Gott erscheinen sollte. 2. Mos. 28, 17-20. Die Tragik heute ist nur, dass sie alle aus der Fassung gefallen sind und irgendwo im Schmutz liegen und zertrampelt werden. Eine Bekannte hatte sich einen Ring erworben mit einem wunderschönen Smaragd. Stolz zeigte sie mir ihr Prachtstück. „Gefällt er dir?“ fragte sie. Da ich mich ein wenig in dieser Thematik auskannte, sagte ich, dass er mit Sicherheit aus den Bergen Brasiliens oder Kolumbiens stamme, denn dort werden solche Schönheiten gefunden. Doch ihre Freude war nur von kurzer Dauer. Einige Wochen später zeigte sie mir erneut ihren Ring. In der Mitte gähnte ein tiefes Loch. „Da, schau, ich habe meinen Smaragd verloren. Den ganzen Tag habe ich vergeblich nach ihm gesucht. Irgendwo auf der Straße oder unter Abfällen oder sonst wo liegt er nun.“ Gabi war so ein verlorener Edelstein. Als ich sie sah, war ich erschrocken. Ungepflegt war sie. Ihre Haare waren zerzaust und der Blick mit Hass erfüllt. Obwohl erst 19, hatte das Leben bei ihr tiefe Spuren hinterlassen. – „Ich habe ein Kind im Bauch, und das will ich nicht“, sagte sie mit einem Unterton von Resignation. „Kannst du mir raten, wie ich vorgehen soll?“ „Gabi“ sagte ich, „erzähle mir, wie alles begann. Vielleicht kann ich dir dann einen Rat geben.“ „Meine Familie ist gottlos. Der Alkohol hat meinen Vater im Griff und ständig gibt es Streit. Ich war noch klein, als sich mein Großvater an mir verging, dann kam auch mein Vater. Inzwischen gab es viele Männer, die mich missbrauchten. Ich weiß nicht einmal, von wem ich das Kind habe.“

„Gabi“, sagte ich. „Deine Seele muss tief verletzt sein und dein Hass auf Männer grenzenlos.“ Sie nickte, während sie auf den Boden starrte. „Warum willst du dich jetzt am schwächsten Glied rächen und zu allem auch noch einen Mord begehen? Dieses Kind ist doch unschuldig. Wie wäre es, wenn du einen Schlussstrich ziehst, um noch einmal ganz von vorne anzufangen?“ Sie schaute mich an. „Und wie stellst du dir das vor?“ fragte sie ungläubig. „Gabi, vor dir sitzt ein Mann, der an Gott glaubt. Der Herr schaut vom Himmel auf dich, dass er sehe, ob du einsichtig bist und nach Gott zu fragen beginnst. Er möchte deine wunde Seele heilen und eine glückliche Mutter aus dir machen. Bitte ihn um Hilfe.“ „Ist das alles?“ fragte sie ungläubig. „Ja, das ist alles, den Rest tut Gott an dir.“ Gabi willigte ein und wir knieten nieder und sie betete zum ersten Mal in ihrem Leben. Dabei fing sie bitterlich an zu weinen. Nach einer Weile erhob sie sich mit den Worten: „Das war der erste Schritt in die richtige Richtung.“

Einige Monate später traf ich sie in der Stadt mit einem Kinderwagen. „Gabi“, sagte ich, „Du bist Mutter geworden! Wie willst du dein Kind erziehen?“ „Ganz anders,“ sagte sie mit froher Stimme. „Ich werde Gott vertrauen, dass er mir hilft, dem Kind eine gute Mutter sein zu können.“ Ein verlorener Edelstein erhielt seinen Wert zurück.

Du bist begabt

Das Wenige, das ein Gerechter hat, ist besser als der Überfluss vieler Gottloser. Psalm 37, 16

Auf einer Studienreise entdeckte ich eine Gemeinde, deren Pastor sich besonders der Alten angenommen hatte. Er sagte: „Wir haben einen Auftrag an den Menschen, die aus dem Arbeitsprozess ausgeschieden sind. Für sie beginnt ein Lebensabschnitt, der für viele nicht einfach ist. Niemand will sie mehr haben oder sie um Rat fragen. Viele werden auch nicht mehr ernst genommen oder in ein Altersheim abgeschoben. Dabei haben gerade diese ein großes Potential an Wissen und Lebenserfahrung. Gottes Wort sagt über unsere Alten, dass sie grünen sollen wie ein Palmbaum, blühen, fruchtbar und frisch sein sollen. Ps. 92, 15. „Du bist begabt“ weiterlesen

Nah und doch so fern

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Wohin soll ich gehen vor deinem Geist und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht? Psalm 139, 5+7

Der Forschungsdrang des Menschen hat ein unfassbares Wissen hervorgebracht. Physiker kennen sich immer besser mit den allerkleinsten Bausteinen der Materie aus. Astronomen können in die unendlichen Tiefen des Weltalls schauen und entdecken immer neue Galaxien. Die Entfernungen dorthin sind schwindelerregend. Faszinierend ist das Fortschreiten der Computertechnik. Auf kleinstem Raum werden unvorstellbare Leistungen erzielt. Das gilt nicht nur für wenige Spezialisten. Wir alle haben in den letzten Jahrzehnten erstaunlich viel Neues gelernt. – Bei all dem Wissen erscheint eines sonderbar: Wir sind zwar in unendliche Weiten vorgedrungen und wissen, dass alles auf mathematischen Formeln beruht, aber fragen nicht nach dem Mathematiker. Wir sind in die kleinsten Bausteine der Materie eingedrungen, können Atome spalten und ungeheure Kräfte entfesseln und alles lässt sich mathematisch bis ins Detail berechnen, aber fragen nicht nach dem Mathematiker. Vor mir liegt eine Illustration. Sohn und Vater stehen vor einer Gießkanne, auf die sich ein Schmetterling gesetzt hat. Der Sohn fragt: “ Vater, ist das alles von selbst entstanden“? Darauf der Vater: „Der Schmetterling schon aber nicht die Gießkanne“. Jeder weiß, dass dies blanker Unsinn ist, aber weil es sich so gut anhört, wird es einfach geglaubt. Die Bibel spricht von einer geistlichen Blindheit und will sagen, dass der Mensch Gott so nahe sein kann, ihn aber dennoch nicht wahrnimmt. „Nah und doch so fern“ weiterlesen

Wenn wir zur Ruhe kommen

Werde still vor dem Herrn und warte auf ihn. Psalm 37, 7

Vergleichen wir unsere Zeit mit früheren Zeiten, so müssen wir heute vom Zeitalter des Lärms und der Hektik sprechen. In früheren Zeiten stand das Handwerk hoch im Kurs. Alles wurde von Hand gemacht, dabei spielten Tage, Wochen oder Jahre oft keine Rolle. Das hat sich geändert. Was langsam ist, ist unproduktiv, sagte der Manager und begann, den Betrieb zu rationalisieren. Heute produziert er mit Maschinen in Sekunden, wozu früher Stunden nötig waren. Schöpferischer Geist erwacht aus der Stille. Weil uns die innere Stille fehlt, sind unsere Gedanken am Verkümmern, sind unsere Gespräche inhaltslos und unsere Beziehungen flüchtig geworden. Die Ruhelosigkeit unserer Herzen haben wir auf die Umwelt übertragen. Wir sind in Eile, weil wir Gejagte sind. Wir machen Lärm, weil es in uns so laut ist. Das Gewühl des Straßenverkehrs und der ständigen Hektik nennen wir Lebensqualität. „Wenn wir zur Ruhe kommen“ weiterlesen

Geläutert wie Gold

Dein Wort ist ganz durchläutert, und dein Knecht hat es lieb. Psalm 119, 140

Der Text erinnert mich an einen Besuch in den Goldminen Südafrikas. Mehr als ein Drittel aller Goldförderung kommt von dort. Wir waren mit dem Fahrstuhl einige hundert Meter in den Schacht hinabgefahren zu den Männern, die goldhaltiges Gestein abbauen. Berge von Geröll empfingen uns; es war dunkel und sehr warm hier unten. „Wo ist das Gold“, fragte ich meinen Begleiter. Er lächelte und sagte: „Aus diesem Felsgestein hier wird das begehrte Gold geschmolzen. Eine Tonne Erz ergibt ein Gramm Gold.“ – Zur Erinnerung nahm ich mir ein Stück Felsgestein mit, aber Gold konnte ich bei bestem Willen nicht entdecken. Offenbar war zu wenig darin vorhanden. „Geläutert wie Gold“ weiterlesen

Gott achtet auf meine Worte

Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen. Psalm 50, 15

Ich danke meinem Schöpfer, dass ich reden kann. Ich habe die Möglichkeit, zu kommunizieren und meine tiefsten Gedanken und Gefühle zum Ausdruck zu bringen und kann Beziehungen aufbauen und pflegen.

Mit der gleichen Zunge kann ich auch beleidigen und verletzen und wertvolle Beziehungen wieder zerstören. Ich kann Gott fluchen und mich damit selbst verdammen.

Es ist eine traurige Tatsache, dass das meiste Leid in dieser Welt der Zunge zu verdanken ist. So haben wir allen Grund, Gott um Vergebung zu bitten für alles Unnütze und Schlechte, das über unsere Lippen gekommen ist. Offenbar geht kein Wort verloren und alles, was wir mit unserer Zunge angerichtet haben, wird als Frucht auf uns zurückkommen. Mit der Zunge kann ich sogar den Himmel öffnen, denn Gott hört, was der Mund redet und antwortet. „Gott achtet auf meine Worte“ weiterlesen

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