Optimal leben

Und wenn sie auch alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein. Psalm 92, 15

Gott schuf die Menschen nicht, dass sie unglücklich dahinvegetieren und innerlich zerbrochen oder enttäuscht den Tag ihres Todes herbeisehnen. Er schuf sie, dass sie glücklich sein sollten und sich täglich freuen. Deshalb hat Freude einen hohen Stellenwert in den Psalmen und besonders im Evangelium.

Ich vergleiche das Leben mit einem Garten. Ein Garten muss gepflegt werden, wenn er ein blühender Garten bleiben soll. Optimales Leben hat etwas mit Gartenpflege gemeinsam. Pflege deine Beziehungen. Statistische Erhebungen sagen, dass die Menschen in unseren Städten zusehends vereinsamen. Der Mensch aber ist ein Gemeinwesen; er ist geradezu auf Gemeinschaft hin erschaffen worden wenn er leben und überleben will.  Wehe dem, der allein ist, wenn er fällt! Dann ist kein anderer da, der ihm aufhilft , sagt Salomo. Pred. 4, 10. Leben vollzieht und entwickelt sich immer in Gemeinschaft. „Optimal leben“ weiterlesen

Wenn der Hunger plagt

Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, dass ich Gottes Angesicht schaue? Psalm 42, 2-3

Flavius Josephus beschreibt in seinem Buch „Der jüdische Krieg“ den verzweifelten Kampf der Juden zur Verteidigung der Stadt Jerusalem. Nach langer Belagerung brach eine Hungersnot unter der Bevölkerung aus.

Er schreibt: „ Es gibt kein Gefühl, das den Hunger an Intensität übertrifft; und kein Gefühl bringt den Hunger so absolut zum Schweigen, wie das Gefühl für das Schreckliche. Was sonst einem noch ans Herz rührt, das lässt ihn gleichgültig, sobald er hungert. Es gab Mütter, die ihren Kindern den Bissen aus dem Mund raubten. Horden Verhungernder durchzogen die Straßen und wo es nach Essbarem roch, drangen sie in die Häuser ein und durchwühlten alles, wobei vor keiner Grausamkeit zurückgeschreckt wurde.“ „Wenn der Hunger plagt“ weiterlesen

Gegen das Vergessen

Lobe den Herrn, meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. Psalm 103, 2

Großartige und bedeutende Erfahrungen haben ihren Wert verloren, sobald sie vergessen werden. Darum heißt es: Vergiss nicht, was der Herr dir Gutes getan hat.

Als David gegen Goliath kämpfen wollte, sah die Situation hoffnungslos aus. Die Männer Sauls zitterten vor Furcht und hatten sich verkrochen. Goliath strotzte vor Kraft und Übermut und war sicher, den Kampf zu gewinnen. David überlegte, was er bereits mit Gott erleben durfte. Da fiel ihm ein, dass er bereits zwei Kämpfe gewonnen hatte. Er hatte einen Löwen und einen Bären besiegt. Diese Erfahrungen machten sein Herz stark, er gewann Mut, die Herausforderung anzunehmen und er gewann. 1. Sam. 17.

Das Leben besteht aus einer Summe von Erfahrungen und jeden Tag kommen neue hinzu. Erfahrungen sind von Gott geschenkte Lektionen. Sie machen weise, wenn wir verstehen, was wir daraus lernen können; sie machen mutig, wenn wir Kämpfe und Siege richtig einordnen; sie machen zu guten Ratgebern, wenn wir verstanden haben, was Gott damit sagen wollte. „Gegen das Vergessen“ weiterlesen

Leben in der Freude

Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist. Wohl dem, der auf ihn traut. Psalm 34, 9

Können wir uns einen freundlichen Gott vorstellen, einen Gott der lacht und auf die Menschenkinder schaut? Ps. 2, 4. – Wohl kaum. In unserer Vorstellung existiert ein Gott, der ernst und würdevoll ist, wie ein Lehrer, der mit strengem Blick auf seine Schüler herabschaut. – Jedenfalls haben ihn die Kirchenmaler so zum Ausdruck gebracht und die Prediger haben es mit beschwörenden Worten unterstützt, das Publikum hat es aufgenommen und die Kirche in Europa hat nie die Freundlichkeit Gottes kennen gelernt. „Leben in der Freude“ weiterlesen

Nah und doch so fern

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Wohin soll ich gehen vor deinem Geist und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht? Psalm 139, 5+7

Der Forschungsdrang des Menschen hat ein unfassbares Wissen hervorgebracht. Physiker kennen sich immer besser mit den allerkleinsten Bausteinen der Materie aus. Astronomen können in die unendlichen Tiefen des Weltalls schauen und entdecken immer neue Galaxien. Die Entfernungen dorthin sind schwindelerregend. Faszinierend ist das Fortschreiten der Computertechnik. Auf kleinstem Raum werden unvorstellbare Leistungen erzielt. Das gilt nicht nur für wenige Spezialisten. Wir alle haben in den letzten Jahrzehnten erstaunlich viel Neues gelernt. – Bei all dem Wissen erscheint eines sonderbar: Wir sind zwar in unendliche Weiten vorgedrungen und wissen, dass alles auf mathematischen Formeln beruht, aber fragen nicht nach dem Mathematiker. Wir sind in die kleinsten Bausteine der Materie eingedrungen, können Atome spalten und ungeheure Kräfte entfesseln und alles lässt sich mathematisch bis ins Detail berechnen, aber fragen nicht nach dem Mathematiker. Vor mir liegt eine Illustration. Sohn und Vater stehen vor einer Gießkanne, auf die sich ein Schmetterling gesetzt hat. Der Sohn fragt: “ Vater, ist das alles von selbst entstanden“? Darauf der Vater: „Der Schmetterling schon aber nicht die Gießkanne“. Jeder weiß, dass dies blanker Unsinn ist, aber weil es sich so gut anhört, wird es einfach geglaubt. Die Bibel spricht von einer geistlichen Blindheit und will sagen, dass der Mensch Gott so nahe sein kann, ihn aber dennoch nicht wahrnimmt. „Nah und doch so fern“ weiterlesen

Die Bibel, kein Buch wie dieses

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg. Psalm 119, 105

In der Weltliteratur gibt es kein Buch, das mit der Bibel vergleichbar wäre. Einmalig ist ihre Entstehungszeit. Etwa 2000 Jahre brauchte sie zu ihrer Entstehung und wurde von etwa 40 Autoren geschrieben; diese aber lebten oft zu unterschiedlichen Zeitepochen. Inhaltlich müsste sie demzufolge voller Widersprüche sein. Das Gegenteil aber ist der Fall. Sie ist wie aus einem Stück, obwohl sie aus 66 einzelnen Büchern besteht. Vom ersten Blatt an begegnet uns immer wieder der Ausspruch: So spricht der Herr! So sprach Gott durch seine Propheten zu den Juden und hat dieses Volk zum Offenbarungsträger seiner Herrlichkeit und seines Willens werden lassen. Die Botschaft der Bibel ist das lebendige Wort, und wer sich damit beschäftigt, hat ein Gegenüber, mit dem er sich auseinandersetzen muss. „Die Bibel, kein Buch wie dieses“ weiterlesen

Auf den Kern kommt es an

Aber so sind die Gottlosen nicht, sondern wie Spreu, die der Wind verstreut. Psalm. 1,4

Der norwegische Dichter Ibsen beschreibt in einem Drama einen alten Mann, Peer Gynt, der bis zum Ende seines Lebens einsam im Wald in einer Hütte lebte. Der Tag seines Todes war gekommen und er musste sich mit dem Sterben auseinandersetzen. Voller Verzweiflung hielt er eine Zwiebel in seinen Händen und trennte eine Schale von der anderen. Dabei wurde sie immer kleiner und die Schalen wollten kein Ende nehmen. Da rief er aus: „Hat sie denn nur Schalen? Wo ist der Kern? – Dann gleicht sie meinem Leben“. „Auf den Kern kommt es an“ weiterlesen

Ein gravierender Unterschied

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Psalm 23, 1

Es gab wohl keinen Menschen im Alten Testament, der so verleumdet und verfolgt wurde, wie David. Von seinem Schwiegervater zum Staatsfeind Nummer eins erklärt, obwohl er sich zum König stets loyal verhielt und politisch sogar viel erfolgreicher war, wurde er aus der Gesellschaft verstoßen. Ihm verblieben nur noch die Wüste und die zerklüfteten Berge des Landes. Hier hauste er mit wilden Tieren und campierte im Freien oder in kalten Höhlen, ständig in Gefahr, von Sauls Soldaten entdeckt und umgebracht zu werden. „Ein gravierender Unterschied“ weiterlesen

Darüber reden

Denn als ich es verschweigen wollte, verschmachteten meine Gebeine. Psalm 32, 3

Die Schwellung hatte derart zugenommen, dass sich die Haut gestrafft hatte und ein innerer Druck unerträglichen Schmerz erzeugte. Der Weg zum Arzt war unumgänglich geworden. Mit geübter Hand eröffnete er den Entzündungsherd und entfernte den Eiter. Sichtbar ging die Schwellung zurück und der Schmerz wich. Nach gründlicher Behandlung war die Heilung nur noch eine Frage der Zeit. „Darüber reden“ weiterlesen

Heilsame Tränen

Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin und weinen und streuen ihren Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben. Psalm 126, 5-6.

Allein der Mensch vermag zu weinen. Bereits das neugeborene Kind vergießt Tränen. Ob das einen Grund hat? Wer heute Tränen vergießt, beweist Schwäche – so jedenfalls denken die meisten. Viele haben es sich abgewöhnt, Gefühle zu zeigen oder zu weinen. Härte ist gefragt. So kann man ohne Rührung zusehen, wenn andere umgebracht, gefoltert oder vergewaltigt werden. Ja, wir dürfen Angst haben, Gefühle zeigen und weinen. Wir dürfen auch kapitulieren und uns zerschlagen fühlen und am Boden liegen. Das alles muss kein Zeichen von Schwäche sein. Die Berichte aus der Bibel zeigen viele Geschichten, die mit Tränen geschrieben wurden. Dabei waren es in erster Linie sogar Tränen von Männern und Frauen, die Gott von Herzen liebten. Viele Psalmen sind geradezu getränkt von Tränen, Jammer, Schmerz und Leid. „Heilsame Tränen“ weiterlesen

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