Der große Glaube

Da Jesus das hörte verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch: Solchen Glauben habe ich in Israel bei keinem gefunden. Matthäus. 8, 10

Wenn es darum geht, Gottes Nähe, Seine Kraft und Segnungen zu erleben, dann ist immer der Glaube gefragt. Bei einer Gelegenheit sagte Jesus sogar: Habe ich dir nicht gesagt, wenn du glaubtest, so würdest du die Herrlichkeit Gottes sehen? Joh. 11,40.

Der Hauptmann hatte einen größeren Glauben als alle Juden insgesamt. Dieses Zeugnis stellte Jesus ihm aus. Wir wollen uns diesen großen Glauben etwas näher ansehen, mit dem Wunsch, ebenfalls einen solchen zu bekommen. „Der große Glaube“ weiterlesen

Nichts mehr als ein Hund

Sie antwortete aber: „Ja Herr, und doch essen die Hündlein unter dem Tisch von den Brosamen der Kinder.“ Markus. 7, 28

Die Griechen beherrschten Israel viele Jahre und demütigten das Volk in abscheulichster Weise. Sie entweihten nicht nur den Tempel, sie töteten auch wen sie wollten. – Die Frau, die den obigen Ausspruch vor Jesus tat, war eine Griechin. Mag das der Grund dafür gewesen sein, dass Jesus sie als einen Hund bezeichnete und ihre Bitte um Befreiung der Tochter verweigerte? Jesus sagte: Lass zuerst die Kinder satt werden! Es ist nicht recht, dass man den Kindern das Brot nehme und werfe es vor die Hunde.

Damit hätte die Begegnung ein Ende haben können. Die Frau ließ sich mit diesen Worten jedoch nicht abspeisen. Sie konterte und sagte: Ja Herr, dennoch essen die Hündlein unter dem Tisch von den Brosamen der Kinder. Jesus war berührt und sagte: Um dieses Wortes willen geh nach Hause, der Dämon ist von deiner Tochter ausgefahren. Markus 7, 29. „Nichts mehr als ein Hund“ weiterlesen

Amalek, der Feind in der Wüste

Da kam Amalek und kämpfte gegen Israel in Raphidim. 2. Mose 17, 8

Die Juden waren gerade der Sklaverei entflohen, als schon eine neue Gefahr auf sie lauerte. Jetzt waren es die Amalekiter, ein Volksstamm aus der Wüste, der raubend und mordend durch die Gegend zog. Sie hatten die Juden entdeckt und umzingelt, da sie wussten, dass diese nicht arm waren. Man gab ihnen viel Gold und Silber als Lohn ihrer harten Arbeit mit auf den Weg. Das wollten sie ihnen jetzt abnehmen.

Der Name Amalek ist bedeutungsvoll: „Der einem das Leben aussaugt.“ Damit bekommt diese Geschichte für alle eine Bedeutung, die sich ebenfalls auf der Heimreise befinden. Durch die Erlösung wohnt Christus in unseren Herzen und wir sind überaus reich geworden. Denn in Ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig, und ihr habt diese Fülle in ihm. Kol. 2, 9-10. „Amalek, der Feind in der Wüste“ weiterlesen

Da hilft nur das Experiment

Wenn jemand entschlossen ist, Gottes Willen zu tun, wird er erkennen, ob diese Lehre aus Gott stammt oder ob ich von mir selbst rede. Johannes 7, 17

Es werden immer härtere Diskussionen darüber geführt, welche Religion die richtige sei. Ob Allah auch der Gott der Bibel ist oder nicht. Es wird auch nicht davor zurückgeschreckt, die Bibel immer heftiger in Frage zu stellen. Ist sie Gottes Wort oder enthält sie Worte von Gott. Immer neue Bücher werden über Jesus Christus geschrieben. Autoren behaupten, Er sei verheiratet und  ein ganz gewöhnlicher Mensch gewesen. Der Leser steht verwirrt daneben und weiß nicht, was er glauben soll.

Um herausfinden zu können, ob die Bibel Wahrheit ist oder Lüge, muss der Fragesteller etwas tun. Er muss beginnen, Gottes Wort ernst zu nehmen und in die Tat umzusetzen. Erst dann wird er erkennen, ob es Gottes Wort ist oder von Menschen erdacht wurde. Das sagt Jesus im obigen Vers. „Da hilft nur das Experiment“ weiterlesen

Das dumme Geschwätz

Lasset kein faules und dummes Geschwätz aus eurem Munde gehen, sondern was gut ist und das, worauf es ankommt, fördert. Das redet, auf dass es Segen bringe denen, die euch zuhören. Epheser 4, 29

Das Wort Gottes ist die Botschaft, die mich segnet, denn der Glaube kommt aus der Predigt. Diese Botschaft kann deshalb gesprochen werden, weil der Heilige Geist den Redner erfüllt. Ebenso war es bei Jesus. Der Heilige Geist war in Ihm, so konnte Er in Vollmacht reden und es geschahen Zeichen und Wunder und Menschen wurden willig, Ihm nachzufolgen.

Durch denselben Geist wohnt Christus in meinem Herzen. Damit ist das lebendige Wort, Jesus, zu mir gekommen. So kann ich Gott in gleicher Weise dienen. Weil das der Fall ist, sollten meine Lippen Gott geweiht sein. Wenn das lebendige Wort in meinem Herzen wohnt, dann gehört auch der Mund dem Herrn. Herz und Mund sind nicht voneinander zu trennen. Wessen Herz voll ist, dessen Mund fließt über. Matth. 12, 34. Eigentlich ist es völlig unnormal, wenn der Mund anders spricht, als das Herz denkt. Trotzdem schreibt uns Paulus solche Worte und sagt, dass wir unseren Mund bewahren sollen. „Das dumme Geschwätz“ weiterlesen

Gesundes Selbstvertrauen

Und David sprach zu Saul: Seinetwegen lasse niemand den Mut sinken; dein Knecht wird hingehen und mit diesem Philister kämpfen und siegen. 1. Samuel 17, 32

In der Regel geben sich Christen bescheiden, wenn es gilt, mutig eine Sache anzupacken. Viele zweifeln an ihren Qualitäten und sind welche vorhanden, dann kommen sie selten zum Einsatz, weil sie sich nichts zutrauen. Das hat Gründe.

In vielen Predigten wird darauf hingewiesen, dass Christen nur das irdene Gefäß sind, das Gott gebrauchen soll. Das stimmt zwar, aber dennoch hat das „irdene Gefäß“ einen Willen; es hat Selbstbewusstsein und Gefühle. Es möchte sich nützlich erweisen und nicht einfach nur nach Bedarf „gebraucht“ werden, um dann wieder in die Ecke gestellt zu werden. Gott weiß das, so ehrt Er Seine „Gefäße“. Er möchte ihnen Anteil geben an Seiner Herrlichkeit, zumal sie Gesalbte sind wie David. Sie dürfen Teil Seiner Wunder sein, die Er zu tun gedenkt. Ein Christ darf mit seinem Gott über Mauern springen, Schlachten schlagen und Siege erringen. „Gesundes Selbstvertrauen“ weiterlesen

Die Zeichen der Zeit verstehen

Über des Himmels Aussehen könnt ihr urteilen; könnt ihr dann nicht auch über die Zeichen der Zeit urteilen?  Matthäus 16, 3

Jesus tadelt die Geistlichen, dass sie nicht in der Lage waren, die Zeichen, die Gott für sie gesetzt hatte, deuten zu können. Im Gegenteil: Sie sagten, Jesus treibe die Dämonen durch den Obersten der Teufel aus und stuften ihn als Gesandter des Bösen ein. – In der Summe waren es die vielen verpassten Gelegenheiten, die das Schicksal dieser Nation für Jahrtausende zu bestimmen begannen. Was ist das Zeichen deiner Wiederkunft?, fragten die Jünger. Jesus hatte ihnen versprochen, dass er gehen würde, um ihnen eine Stätte zu bereiten und dann wiederzukommen. Die Apostel nehmen in ihren Briefen immer wieder Bezug auf dieses Versprechen und trösten die Gläubigen. „Die Zeichen der Zeit verstehen“ weiterlesen

Segen guter Gemeinschaft

Die Menge aber der Gläubigen war ein Herz und eine Seele; auch niemand sprach von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam. Apostelgeschichte 4, 32

Gute Beziehungen sind das halbe Leben. Der Herr sprach zu Adam: Es ist nicht gut, dass du allein bist, ich will dir eine Gehilfin schaffen. Ohne fremde Hilfe ist der neugeborene Mensch nicht lebensfähig. Von Natur aus kann er reinweg nichts, als nur weinen und Tränen vergießen. Alles, was er zum Leben braucht, muss er sich in mühevoller Weise aneignen und dazu braucht er Hilfe von außen. So können wir sagen, dass unser Wissen geliehenes Wissen ist: Man hat es uns beigebracht. So gibt es kein Grund, auf sein Wissen stolz zu sein.

Es ist eine Tragödie, dass der Mensch, obwohl er immer näher zusammenrücken muss, immer einsamer wird. Fast die Hälfte aller Haushalte sind Singlehaushalte. Der moderne Mensch lebt zwar mitten im Gewühl, wird aber trotzdem immer einsamer. „Segen guter Gemeinschaft“ weiterlesen

Diospi Suyana (10)

Der siebte Newsletter von Sonja Müller aus Peru kam zum Jahresbeginn 2025. Das Anschreiben ist wieder nur ganz kurz, aber dafür macht der erste Satz Hoffnung Sonja bald mal wieder zu sehen. Weil der Inhalt des Rundbriefs wieder sehr umfangreich wurde, gleich nach dem Anschreiben der Text.


Hallo ihr Lieben,

Taddaa, es gibt Ankündigungen zu machen, ich komme nämlich nach Deutschland! Auch noch ein paar weitere Einblicke könnt ihr nun, hoffentlich alle, im aktuellen Rundbrief lesen. Und wer weiß, vielleicht hören wir uns ja schon ganz bald mal per WhatsApp oder Mail und ich komme euch dann in Deutschland besuchen.

Liebe Grüße und eine gesegnete Woche,

Sonja


Hallo ihr Lieben,
Wahnsinn, ich bin einfach schon 3 volle Jahre hier in Curahuasi und somit wirft mein diesjähriger HEIMATDIENST seine Schatten voraus!
Aber zuallererst wünsche ich euch von Herzen ein Fröhliches, gesundes und vor Allem reich gesegnetes Jahr 2025!!!

Wie eben schon angedeutet habe ich eine Ankündigung zu machen.
Nämlich, dass ich von Ende Februar bis voraussichtlich Mitte Mai 25 nach Deutschland komme!
Ich freue mich schon sehr euch mal wieder zu sehen und komme euch super gerne auch besuchen.
Wenn ihr also eine Gemeinde oder einfach eine Gruppe von Menschen habt, die sich für mich und meine Arbeit hier interessiert, kontaktiert mich gerne in den nächsten Wochen und wir machen einen Termin aus wann ich zu euch kommen kann, um euch davon zu berichten.
Gerne per WhatsApp an die +51982587113 oder per Mail an smueller@vdm.org. Ich freue mich sehr von euch zu hören.
Das letzte gute halbe Jahr war ehrlichgesagt emotional und allgemein irgendwie recht anstrengend. Ich war doch nochmal recht herausgefordert und habe viel nachgedacht darüber, wie es für mich weitergehen kann/soll, und bin dann auch nochmal umgezogen. Der Reihe nach.
Auch wenn ich mir vorgenommen hatte, dass mir das so nie passiert, war es doch eine erstaunliche Erfahrung zu erleben, was so eine zeitliche Festlegung bezüglich meiner Entsendung für drei Jahre dann doch mit mir gemacht hat. Es kamen einige, ganz unterschiedliche Fragen auf, aber am Ende, nach viel Gebet und nachdenken war ganz klar – ich bleibe hier!

Ich bleibe hier in Curahuasi so lange, bis Gott mir ganz klar sagt, wo und wann ich anderes hingehen soll.
Damit fiel mir dann auch die Entscheidung nochmal umzuziehen recht leicht, als eine befreundete Familie (Familie Rosenkranz, arbeiten beide in der Schule/Kindergarten u. haben zwei Kinder) entschied aus ihrem Haus in San Cristóbal auszuziehen, da es ihnen jetzt nach fast sieben Jahren zu klein wurde.
Ich wollte ja immer nach San Cristóbal, da wir dort den Kinderclub zusammen machen, ich schon gute Kontakte zu den Kindern habe und auch Familie Rosenkranz schon eine super wertvolle Nachbarschaftsarbeit und Vertrauen über die Jahre aufgebaut hat. Somit wäre es
mindestens doppelt schade gewesen, diese Gelegenheit nicht zu ergreifen.
Also, wieder alles zusammenpacken, alles ordentlich machen, streichen, blablabla, ihr kennt es.

Es war alles viel Arbeit und auch nochmal mit einigen Kosten verbunden, aber nun wohne ich schon gut 3 Monate hier und fühle mich seit dem ersten Moment, zum ersten Mal nach 3 Jahren so richtig wohl und am richtigen Platz hier, auch wenn immer noch nicht alles fertig ist.
Auch die Kinder freuts, dass ich hier bin. Das bringt natürlich auch neue, bisher unbekannte Herausforderungen mit sich. Es wird eigentlich jeden Tag an meine Tür geklopft (da das Haus direkt an der Straße steht, ohne Tor). Sei es von Nachbarn, die um Wasser zum Kochen oder Waschen bitten, da sie wissen, dass ich einen Tank habe und von der Stadt gerade vielleicht
keines kommt, oder eben hauptsächlich die Kinder. Meistens bitten sie um etwas Wasser zum Trinken, ganz besonders zwei der Jungs aus unserem Club sind allerdings sehr bedürftig an Aufmerksamkeit und genießen es sehr mit mir zu spielen, einkaufen zu gehen und einfach gemeinsam Zeit zu verbringen. Das ist manchmal neben einer Vollzeittätigkeit am Krankenhaus echt heraufordernd. Schön, aber auch echt schön anstrengend.

Wow Leute, es gibt sooo viel zu erzählen von den letzten Monaten… wir waren ja wie angekündigt in La Rinconada (der höchstgelegenen Minenstadt der Welt), haben einen Verein für Kindeswohl gegründet, haben das erste Diospi-Kindermusical mit über 200 beteiligten Kindern der unterschiedlichen Kinderclubs innerhalb weniger Wochen mit gut 1000 Zuschauern auf die Beine gestellt und auf die Bühne gebracht, … es war echt wieder mal
einiges los.Ich freue mich echt sehr euch von all dem live und in Farbe in Deutschland zu berichten!!!

Hier möchte ich euch aber wirklich gerne noch die zwei Jungs ein bisschen vorstellen, mit denen ich die letzten Wochen echt viel Zeit verbracht und sogar auch Heilig Abend gefeiert habe. Eduardo (12Jahre) und Elisander (11Jahre).
Sie kommen beide hier aus dem Viertel San Cristóbal, aus sehr sehr einfachen Verhältnissen.
Eduardo ist der Jüngste und hat eine Schwester (die nun auch schon einen 8-jährigen Sohn hat) und 4 Brüder. Er ist für sein Alter recht klein und eher schmächtig, aber ganz gewitzt und pfiffig.
Elisander ist der erste Sohn seiner Familie und hat eine knapp 2-jährige Schwester, auf die er sehr oft aufpassen muss, was hier allerdings ganz normal ist. Er ist schulisch/intellektuell momentan leider noch komplett abgehängt, da er immer noch nicht lesen, schreiben und auch nicht wirklich rechnen kann. Da ich das leider nicht noch leisten kann mich diesbezüglich selbst zu investieren, konnte ich ihm aber immerhin eine Nachhilfelehrerin organisieren, die ich bezahle, die aber leider auch nicht so viel Zeit hat, wie es nötig wäre. Er konnte aber die letzten Wochen dort hingehen und wöchentlich 2,5 Stunden auf zwei Tage verteilt Förderung bekommen – immerhin schonmal ein Anfang. Aber alles andere als einfach, auch für die Lehrerin.
Leider ist vor Weihnachten ihr Vater in Lima verstorben und so musste sie dorthin reisen und auch ihr persönlicher und beruflicher Werdegang ist wohl noch recht offen. Ich hoffe und wünsche es Elisander sehr, dass er bald wieder zu ihr gehen kann und sie ihn weiter unterrichtet. Da könnt ihr gerne für beten.
Mittlerweile hat es sich über die letzten Wochen irgendwie so eingebürgert, dass die beiden sonntags um 08.00 Uhr zu mir kommen, wir zusammen auf den Wochenmarkt gehen, u.A. viel Obst kaufen, das sie lieben, danach bei mir frühstücken (meistens backe ich morgens bevor sie kommen noch ein frisches Brot), mit dem Hund spazieren gehen und spielen.
Ich habe von einer Freundin zu meinem Geburtstag Anfang November ein Monopoly Spiel geschenkt bekommen und seitdem glaube ich in meinem gesamten Leben noch nie so oft Monopoly gespielt wie in den letzten Wochen mit den Jungs. So geht dann der Tag ins Land.
Oft bereiten wir noch eine weitere Mahlzeit oder einen Kuchen zu und so gehen sie dann (je nachdem wieviel Zeit ich mir nehme) am Nachmittag oder Abend wieder nach Hause oder halt eben raus.
Ich bin Gott sehr dankbar für diese Beziehungen und auch, dass er mich so wachsen lässt und mich ausstattet, jeden Tag neu, mit dem was ich brauche. Meistens ist es Liebe, Kraft und Geduld. Gott ist gut und treu!
Ihr Lieben, hier mache ich jetzt aber mal einen Punkt und möchte euch nochmal herzlich einladen euch sehr gerne bei mir zu melden, wenn ihr Interesse daran habt, persönlich von mir mehr über mein und das Leben hier in Peru zu erfahren.

Ich freue mich auf euch!
Gottes Segen und bis ganz bald.
Herzlich, eure Sonja


Ich wünsche allen Lesern meines Blog einen guten Jahresanfang und vielleicht sehen wir den einen oder anderen Bekannten in der ICF Bretten.

Zurück zu Diospi Suyana (9)                              Weiter zu Diospi Suyana (11)

Der Weg ist lang und dornig

Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt, dessen Name heilig ist: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei denen, die zerschlagenen und demütigen Geistes sind, auf dass ich erquicke den Geist der Gedemütigten und das Herz der Zerschlagenen. Jesaja 57, 15

Ich werde an den Kampf um Stalingrad erinnert. Die sechste deutsche Armee mit 230.000 Soldaten war von russischen Truppen umzingelt und der Winter war mit aller Härte über die Soldaten hereingebrochen. Die Hoffnung auf Befreiung war geschwunden, ebenso ihr Vertrauen auf den großen Führer, der ihnen ein Tausendjähriges Reich versprochen hatte. Tausende waren bereits erfroren und andere waren halb verhungert, als die Bitte an das Hauptquartier erging, man möge ihnen Bibeln schicken. Die wenigen, die kamen, mussten reichen, damit jeder, der wollte, wenigstens eine Seite zum Lesen bekam. Dann hockten sie in ihren Gräben und lasen, was Gott zu sagen hatte. Viele lasen es immer wieder und jedes Wort erschien ihnen wie ein Gruß aus einer anderen Welt. Als dann der Heilige Abend kam und das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ durch die Lautsprecher ertönte, blieb kein Auge trocken. Harte Männer mit versteinerten Herzen begannen zum ersten Mal in ihrem Leben zu weinen. Es war, als lege sich eine heilige Atmosphäre über die Todgeweihten. Ich lernte den Piloten eines der letzten Flugzeuge kennen, der Verwundete auszufliegen hatte. Er bestätigte mir die dramatischen Umstände und fügte hinzu: „Der Weg zu den Herzen meiner Kameraden war sehr lang und dornig, aber Gott hatte es geschafft, zu ihnen zu kommen.“

Der Mensch hat von Natur aus ein feindliches Verhältnis zu seinem Schöpfer. Der berühmte Physiker und Begründer der Relativitätstheorie und Träger des Nobelpreises 1921 Albert Einstein (1879-1955) beschrieb das so: „Das einzig wahre Problem aller Zeiten liegt im Herzen und in den Gedanken des Menschen. Es geht dabei nicht um ein physikalisches, sondern um ein moralisches Problem. Es ist leichter, die Zusammensetzung des Plutoniums zu ändern, als den schlechten Geist eines Menschen. Es ist nicht die Sprengkraft einer Atombombe, die uns erschreckt, sondern die boshafte Kraft des menschlichen Herzens.“

Bei einer Weihnachtsfeier im Kindergarten wurden die Kleinen gefragt, warum Gott seinen Sohn nicht irgendwo in einem Königshaus zur Welt kommen ließ, sondern ausgerechnet in Bethlehem, im letzten Winkel der Welt und dazu auch noch in einem Stall. Einen Augenblick herrschte nachdenkliche Stille. Dann meldet sich ein Kind zu Wort: „Ist doch klar“, sagte es, „sonst hätten ja die Hirten mit ihren schmutzigen Stiefeln nicht zum Jesuskind kommen können!“ Die Antwort trifft ins Schwarze. Gott ist deshalb ganz unten in der Gesellschaft eingezogen, damit die mit den schmutzigen Stiefeln zu ihm kommen können, um Frieden zu finden.

Dieser verheißene Friede ist nicht ein momentaner Waffenstillstand, der jederzeit wieder zusammenbrechen kann – so wie wir es im Nahen Osten dauernd erleben. Es ist viel mehr der Zustand einer Geborgenheit, wie sie schöner und tiefer nicht sein kann. Deshalb heißt es auch: Friede bei den Menschen, auf denen Gottes Wohlgefallen ruht. Egal, wie deine Situation auch sein mag, Gott sucht einen Weg, dir zu helfen. Aber er kann nur zu denen kommen, die sich vor ihm demütigen und von sich selbst restlos enttäuscht sind. Gehörst du dazu?

Verified by ExactMetrics