Vertrauenswürdig

Während des Passahfestes in Jerusalem erlebten viele Menschen die Wunder, die Jesus vollbrachte, und glaubten deshalb an ihn. Aber Jesus vertraute sich ihnen nicht an, weil er sie genau kannte. Ihm brauchte niemand etwas über die Menschen zu sagen, denn er wusste, was in jedem Menschen vor sich geht. Johannes 2, 23-25

Geld verloren, viel verloren; Vertrauen verloren, alles verloren. Dann steht der Mensch neben den Schuhen, weil niemand mehr etwas mit ihm zu tun haben möchte. Dann schweigt der Mund und Brücken werden abgebrochen. Gibt es einen größeren Verlust? Das gegenwärtige Dilemma der Finanzkrise ist dafür ein krasses Beispiel. Der Vertrauensverlust hat die ganze Wirtschaft weltweit in eine tiefe Krise gestürzt. „Vertrauenswürdig“ weiterlesen

Kann man das predigen?

Wer Sünde tut, der ist vom Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang an. Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre. 1. Johannes 3, 8

Als Jesus in Nazareth seine Wirksamkeit begann, berief er sich auf die Worte des Propheten Jesaja: Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, zu verkündigen das Evangelium den Armen; er hat mich gesandt, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und den Zerschlagenen, dass sie frei und ledig sein sollen, zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn. Jes. 61, 1-2.

Jesu Wirksamkeit richtete sich gegen Satan und seine Dämonen. Jedes Wunder, das er vollbrachte, war das Ergebnis seines Kampfes gegen die Werke der Finsternis.

Dieser Kampf erreichte seinen Höhepunkt, als er am Kreuz sein Leben ausblutete. Hier wurde Satan entmachtet. Ab jetzt konnte eine Botschaft gepredigt werden, die allen Menschen Hoffnung bringt; die sagen will, dass jeder aus der Herrschaft Satans befreit werden kann, um ein neues Leben zu beginnen. „Kann man das predigen?“ weiterlesen

Geheimnisvolles Leben

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Johannes 15, 5

Eine Bekannte hilft regelmäßig im Weinberg und hat sich über die Jahre ein großartiges Wissen angeeignet. Gestern gab sie bei Freunden einige Erfahrungen weiter. Unter anderem erzählte sie, dass der Weinstock mit Abstand zu den Gewächsen gehört, die am intensivsten der Pflege bedürfen, wenn sie von Nutzen sein sollen. Das ist einer der Gründe, dass Jesus in seiner Gleichnisrede den Menschen mit Reben am Weinstock vergleicht. Allein der Mensch braucht von Jugend an eine gute Erziehung, wenn er nicht verwildern soll wie ein Weinstock, der nicht beschnitten wird. So liegt die Zukunft einer Nation in erster Linie in den Händen derer, die Kinder erziehen. „Geheimnisvolles Leben“ weiterlesen

Nach Hause gekommen

In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen… und wenn ich hingehe euch die Stätte zu bereiten, so will ich wiederkommen und euch zu mir zu nehmen, damit ihr seid, wo ich bin. Johannes 14, 2-3

Was Jesus hier seinen Jüngern sagt, könnte heute etwa so klingen: „Jungens, für euch gibt es ein Zuhause und ich gehe jetzt voraus, euch einen herrlichen Empfang zu bereiten. Wenn alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, komme ich zu euch zurück und dann kann die Megaparty beginnen“.

Während des Krieges wurden auch wir nicht verschont. Bomben fielen auf unser Haus und zerstörten es restlos. Allein unser Leben konnten wir retten. Am anderen Morgen standen wir vor den rauchenden Trümmern und es blieb uns nichts anders übrig, als zur Sammelstelle zu gehen, um abtransportiert zu werden. Wir waren entwurzelt und ein Güterzug brachte uns in eine fremde Gegend, damit wir dort in Notquartieren untergebracht werden konnten. „Nach Hause gekommen“ weiterlesen

Wiederherstellung

Jetzt sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: „Das ist der Herr!“ Kaum hatte Simon Petrus das gehört, zog er sein Obergewand an, das er während der Arbeit abgelegt hatte, sprang ins Wasser und schwamm an das Ufer. Johannes 21, 7

Ich habe schon oft gebadet und bin geschwommen. Bevor Petrus ins Wasser stieg, zog er sein Hemd an – bei mir war das anders. Ich zog vorher mein Hemd aus und ging dann ins Wasser. Ob Petrus dafür einen Grund hatte? Ich meine ja.

Hinter ihm lag eine trübe und schmerzliche Erfahrung in der Beziehung zu seinem Meister. Er hatte mit einem Eid geschworen, dass er ihn nicht kannte. Ein hartes Stück für einen Mann, der über drei Jahre mit ihm unterwegs gewesen war, viel erleben durfte und einen klaren Ruf hatte, Gott zu dienen. Nach diesem Vorfall hatte er alle Brücken abgebrochen. Er wandte sich seinem alten Beruf wieder zu und wollte fischen gehen, als er von Johannes hörte, dass Jesus am Ufer stand und offenbar auf sie wartete. „Wiederherstellung“ weiterlesen

Von Gottes Geist durchdrungen

Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von des Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Das sagte er aber von dem Geist, welchen empfangen sollten, die an ihn glaubten. Johannes 7, 38+39.

Wie soll das möglich sein, dass Ströme von meinem Leib fließen können? Letzten Sonntag sprach ich über obigen Text. Mein Wunsch war, zu erklären, was Jesus gemeint hat und wie wir das im Alltag anwenden können.

So besorgte ich mir einen Schwamm, Wasser und eine Schale. Ich legte den Schwamm ins Wasser und drückte ihn wieder aus und sagte, dass die Worte Jesu genau das beschreiben, was hier jetzt geschieht. Der Schwamm hatte sich voll getrunken und das Wasser floss in Strömen aus ihm heraus. Ein Schwamm wurde eigens dafür geschaffen, dass er sich voll saugen soll, damit er von Nutzen sein kann. Ohne Wasser ist er wertlos. Er ist porös und durchlöchert wie ein Schweizer Käse und zu nichts zu gebrauchen. Die saugende Eigenschaft finden wir bei allen Menschen. „Von Gottes Geist durchdrungen“ weiterlesen

Ich bin die Tür

Ich bin die Tür. Wer durch mich eingeht, wird gerettet werden, er wird ein- und ausgehen und gute Weide haben. Johannes 10, 9

Wenn ich mir Gedanken über die Bedeutung einer Tür mache, kann ich über die Aussage Jesu nur staunen. Ich stand einmal während eines Aufenthaltes im Ausland vor meiner Herberge an einer verschlossenen Tür. Es war Nacht und dazu mitten im Winter bei klirrender Kälte und ich war nur leicht bekleidet. Eigentlich sollte ich den Schlüssel bei mir gehabt haben, aber ich vergaß ihn. Mein Begleiter war mit seinem Wagen bereits davongefahren und ich war ganz allein. Ich wusste, dass hinter der Tür ein warmes Zimmer auf mich wartet und alles für den Gast gemütlich vorbereitet war. Nur wenige Meter trennten mich von dem, was ich jetzt so dringend nötig hatte. Plötzlich kamen mir die schlimmsten Gedanken. Nach einigen Versuchen wurde mir die Tür dann doch noch geöffnet und alle Schrecken waren vorbei. „Ich bin die Tür“ weiterlesen

Heiler Mensch

Da sprachen sie untereinander: Lasset uns den nicht zerteilen, sondern darum losen, wes er sein soll, – auf dass erfüllt würde die Schrift: „Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über meinen Rock das Los geworfen.“ Solches taten die Kriegsknechte. Johannes 19, 24

Letzten Sonntag sprach ich über diesen Text. Als Illustration benutzte ich ein Tuch, wie es in Indien viele Männer tragen. So sehen sie so aus, wie Jesus gekleidet war. Dabei wird ein einfaches Tuch um die Lenden gewickelt und schon kann man die Straße betreten.

In der Berichterstattung über die Kreuzigung Jesu erscheint der obige Vermerk nur wie eine Randbemerkung. Es ging um die Kleidungsstücke des Verurteilten. Offenbar war es Brauch, dass die Soldaten einen Anteil bekamen – quasi als Belohnung. Dann aber heißt es,  auf dass die Schrift erfüllt würde. „Heiler Mensch“ weiterlesen

Dienen statt verdienen

Und Jesus wusste, dass ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben und dass er von Gott gekommen war und zu Gott ging, da stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. Danach goss er Wasser in ein Becken, hob an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, mit dem er umgürtet war. Johannes 13, 3-5

Ich kann ein dienendes Herz daran erkennen wie ich reagiere, wenn andere mich wie einen Diener behandeln. Wie reagieren wir, wenn man uns etwas befiehlt zu tun, das nach unserem Ermessen unter unserer Würde ist? Wie schnell meldet sich dann der Stolz und der Widerwille; wie schnell knirschen wir mit den Zähnen. Jesus wusste, wer er war. Er wusste um seine hohe Position. Der Vater hatte ihm alle Macht im Himmel und auf Erden übertragen. Jesus wusste um seine Stellung zu Gott, und dass er in Kürze zu seinem Vater zurückkehren würde. So legte er sein Obergewand ab, band sich einen Schurz um die Lenden, füllte die Schüssel mit Wasser, kniete sich nieder und begann zwölf Männern die Füße zu waschen. Er tat das unbesorgt und gerne. Er wusste, dass das seinem Image keinen Abbruch tun würde. „Dienen statt verdienen“ weiterlesen

Ohne Beschneidung keine Frucht

Alle Reben am Weinstock, die keine Trauben tragen, schneidet er ab. Aber die Frucht tragenden Reben beschneidet er sorgfältig, damit sie noch mehr Frucht bringen. Johannes 15, 2

In der Nähe unserer Wohnung befand sich ein Weinberg. Gerne gingen wir hier spazieren und  freuten uns über die vielen fast reifen Trauben. Bald waren sie geerntet und der Winter zog durchs Land. Der folgende Frühling aber brachte dann neue Aktivitäten.

Jetzt erschien der Besitzer, aber nicht mit Körben, sondern mit dem Messer. Mit geübter Hand begann er, fast alle Ranken zu entfernen. Ich fragte, warum er so gnadenlos mit den Weinstöcken umgehen würde. Der Winzer lachte. „Alles was ich hier tue dient dem Weinstock und seiner zukünftigen Frucht“, sagt er. „Würde ich sie nicht beschneiden, würde sich der Saft in den vielen Ranken verlieren und es gäbe nur wenig Frucht. So belasse ich jedem Weinstock nur drei und der Saft kann in sie hineinfließen und gute Frucht hervorbringen.“ – Ich bedankte mich für die aufschlussreiche Predigt und ging. „Ohne Beschneidung keine Frucht“ weiterlesen